Stadt Hückeswagen hat Gebäude auf Fürstenberg verkauft Investor lässt frühere städtische Häuser wieder glänzen

Hückeswagen · Die ehemals städtischen Häuser Gerhart-Hauptmann-Straße 4 und 6 werden derzeit kernsaniert. Der Käufer aus Plettenberg im Sauerland hat auch das Haus Nummer 2 gekauft. Was beim Baustellenbesuch so auffiel.

 Sahen sich vor und in den teils sanierten ehemaligen städtischen Häusern an der gerhart-Hauptmann-Straße um (v. l.): Ümit Dilmen von Bautrupp „Die fast Alleskönner“, Investor Michael Schmidt sowie Dietmar Persian, Dieter Klewinghaus und Alisa Hasbach von der Verwaltung.  Foto: Jürgen Moll

Sahen sich vor und in den teils sanierten ehemaligen städtischen Häusern an der gerhart-Hauptmann-Straße um (v. l.): Ümit Dilmen von Bautrupp „Die fast Alleskönner“, Investor Michael Schmidt sowie Dietmar Persian, Dieter Klewinghaus und Alisa Hasbach von der Verwaltung. Foto: Jürgen Moll

Foto: Jürgen Moll

Wer dieser Tage vor zwei Mehrfamilienhäusern an der Gerhart-Hauptmann-Straße steht, die bis vergangenes Frühjahr noch in Eigentum der Stadt waren, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Zumindest beim Blick auf die Nummer 4. Denn die erstrahlt mittlerweile in völlig neuem Glanz, innen wie außen, was aber vor allem an der neuen Fassade zu erkennen ist. Die benachbarte Nummer 6, etwas versetzt, präsentiert sich dagegen noch nach wie vor in eher unschönem Grau. Es ist vor allem dieses Gebäude, in dem der „Bautrupp“ aus Lüdenscheid, eine Art Generalunternehmer, aktuell zugange ist. Im Haus Nummer 4 werden nur noch die letzten Arbeiten erledigt, die Kernsanierung dieses Hauses ist praktisch abgeschlossen.

Verantwortlich dafür ist Michael Schmidt, Geschäftsführer der MiSa Immobilien aus Plettenberg. Er hat die beiden Häuser sowie das zur Fürstenbergstraße gelegene Haus Nummer 2 im vergangenen Jahr von der Stadt gekauft. Die Gebäude waren in den 70er Jahren im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus von der Stadt errichtet worden.

„Wir haben die Gebäude mit der Auflage verkauft, dass sie saniert werden müssen. Das war vor etwa einem Jahr, die Verkaufsanzeigen waren im Internet einsehbar“, berichtet Dieter Klewinghaus, Leiter des Gebäudemanagements bei der Stadt. Die aktuellen Gegebenheiten hätten indes dazu geführt, dass nur die Häuser 4 und 6 direkt komplett saniert werden könnten. „Im Zuge der steigenden Zahlen von Geflüchteten haben wir so viele Wohnungen angemietet wie möglich, darunter eben in der Hausnummer 2. Dort werden die Wohnungen nun beim jeweiligen Mieterwechsel saniert“, berichtet er.

Im Haus Nummer 4 sind die ersten Zimmer bereits fast fertig. Es müssen nur noch Restarbeiten vorgenommen werden.  Foto: Jürgen Moll

Im Haus Nummer 4 sind die ersten Zimmer bereits fast fertig. Es müssen nur noch Restarbeiten vorgenommen werden. Foto: Jürgen Moll

Foto: Jürgen Moll

Anders sieht es in den Häusern 4 und 6 mit jeweils vier Wohnungen aus. Die Nummer 4 ist komplett leer stehend, eine Familie wohnt nach wie vor in Nummer 6. „Sie zieht dann in die baugleiche Wohnung im Erdgeschoss, sobald diese fertig saniert ist. Dann kommt auch die vierte Wohnung an die Reihe“, berichtet Schmidt, der einen mittleren sechsstelligen Betrag in die Sanierung gesteckt hat.

Insgesamt handelt es sich um 26 Wohneinheiten sowie eine gewerbliche Einheit – die ehemaligen Archivräume des Bergischen Geschichtsvereins im Haus Nummer 4. „Sie hätten weiter dortbleiben können“, versichert der Investor. „Allerdings kann ich es mir als Privatbesitzer nicht wie zuvor die Stadt leisten, den Verein dort mietfrei sein zu lassen.“ Deshalb war der BGV auch ausgezogen und ist jetzt erst einmal in einem ehemaligen Klassenraum der alten Löwen-Grundschule an der Kölner Straße untergekommen.

Die insgesamt acht Wohnungen in Nummer 4 und 6 haben drei oder vier Zimmer, alle einen Balkon und sind um die 70 bis 75 Quadratmeter groß. „Für die Hausnummer 4 gehen wir ab sofort in die Vermarktung, die Nummer 6 wird in ein bis zwei Monaten soweit sein“, sagt Schmidt. Er lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt, die zu jedem Zeitpunkt absolut problemlos verlaufen sei.

Anfang Mai 2023 war es mit der Kernsanierung losgegangen, insgesamt ist alles weitgehend nach Plan verlaufen. „Es hat zwar eine Verzögerung um etwa zwei Monate gegeben, aber die ist noch vertretbar“, versichert Schmidt. Eine Kernsanierung ist eben auch eine aufwendige Angelegenheit – alle Leitungen, die Heizung und die Bodenbeläge sind neu verlegt und verbaut worden. Nach rund 50 Jahren durchaus notwendig und im Endergebnis deutlich sichtbar. Innen wie außen, wie beim kurzen Betreten beider Häuser deutlich wird. Die fertigen Wohnungen in Nummer 4 strahlen geradezu: neu verlegte Fliesen und Laminat, das Waschbecken und die Badewanne im Bad, die neuen Zimmertüren und frisch gestrichenen Wände, dazu der Balkon in jeder Wohnung.

Das findet auch der Bürgermeister. „Wir freuen uns sehr, dass hier nun neuer Wohnraum in bezahlbarer Größe und Lage am Fürstenberg entsteht“, sagt Dietmar Persian. Es habe zwar immer wieder die Fragen gegeben, warum die Stadt nicht selbst Hand angelegt habe. „Wir haben aber, wie jeder weiß, derzeit selber so viele Aufgaben und Baustellen, dass wir das einfach nicht auch noch geschafft hätten.“

Für die Immobilien hätte es einige Bewerbungen gegeben. „Es ging uns natürlich auch um den Geldbetrag, der fließen würde. Aber wichtig war uns auch, dass jemand mit Expertise den Zuschlag bekommt“, sagt Persian. Ihn freue auch, dass durch die neu sanierten Wohnungen der ohnehin sehr angespannte Wohnungsmarkt in der Stadt ein wenig entlastet werde.

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