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Hückeswagen: In Busenbach werden die Parzellen auf Herbst und Winter vorbereitet

Kleingartenanlage in Hückeswagen : Nach der Ernte folgt das große Aufräumen

Die Kleingärtner genießen die letzte Blütenpracht in ihren Beeten. Nun werden die Parzellen auf den Herbst und Winter vorbereitet.

Die Hecken sind geschnitten, der voraussichtlich letzte Rasenschnitt steht ebenfalls kurz bevor. Doch noch grünt und blüht es prächtig in der Kleingartenanlage Busenbach. Bunte Dahlien blühen mit den Rosenbüschen um die Wette. Im Garten von Bianca Drenge stehen zudem mehrere, über drei Meter hohe Sonnenblumen. „Im vorigen Jahr waren die Sonnenblumen sogar über vier Meter hoch“, sagt die leidenschaftliche Hobbygärtnerin. In ihrem Garten sind das Gemüse und Obst zum größten Teil abgeerntet. „Wir hatten jede Menge Weintrauben und so viele Tomaten, dass wir sie verschenkt haben“, sagt die Hückeswagenerin.

Gerade hat sie Stachelbeersträucher angepflanzt, die keine Dornen haben. Die neuen resistenten Sorten ohne Stacheln und mit optimierter Reifezeit, die im Gartenhandel angeboten werden, könnten die Beliebtheit der Stachelbeere wieder fördern. Überhaupt sei die gesamte Beerenernte in diesem Jahr spitzenmäßig gewesen. „Ich habe davon Marmelade gekocht und die restlichen Beeren eingefroren“, berichtet Bianca Drenge.

Kleingärtner-Kollege Juri Gluschkow kocht seine absolute Lieblingsmarmelade direkt vor Ort aus den Beeren der Physalis. Der Duft der süßen Speise zieht aus seinem Gartenhaus hinaus nach draußen. „Das ist die leckerste Marmelade, die es gibt“, ist er überzeugt. Um die letzten Früchte in diesem Jahr noch ausreifen zu lassen, hat der 57-Jährige einen Pavillon über sein Beet gebaut. „So sind die Pflanzen vor zu viel Regen geschützt“, erklärt er. Gegossen wird sein Garten mit Wasser aus drei großen Zisternen. „In diesem Jahr war es knapp mit dem Wasser, aber so 300 bis 400 Liter sind noch übrig“, sagt Juri Gluschkow.

Täglich schaut er in seinem Kleingarten nach dem rechten und füttert die Kaninchen, die er für seine Enkelkinder angeschafft hat. Für die Tiere sind auch die letzten Möhren gedacht, die noch im Beet wachsen. Gedüngt wird nur mit natürlichen Zutaten, wie beispielsweise Pferdemist. „Die größte Kartoffel, die ich aus dem Boden geholt habe, war 900 Gramm schwer“, berichtet er stolz. Besonders exotisch wirken die meterhohen Wunderbäume oder auch Rizinus, die entlang des Gartenhauses stehen. „Das ist die kasachische Palme“, sagt der Kleingärtner scherzhaft. Immer wieder bleiben Gartenfreunde an seinem Zaun stehen und bestaunen das Gewächs.

Mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist sein Garten-Nachbar Anatoli Ulrich. Das Kartoffelbeet ist umgegraben, die letzten Exemplare der gelben Knolle sind aus dem Boden geholt. Die Pfingstrosen und die Kamille sind bereits bodennah zurückgeschnitten, in den Hochbeeten hat der Kleingärtner Gelbsenf ausgesät. „Er dient zur Auflockerung des Bodens“, erklärt der Hückeswagener. Das schnell aufkeimende und rasch wachsende Kraut deckt den Boden ab und durchwurzelt ihn tiefgründig. Nach der Blüte wird das Kraut als sogenannter Gründünger in den Boden eingearbeitet.

Ausgegraben werden in Kürze auch die Blumenzwiebeln, um sie im Keller zu überwintern. Mit der Ernte sind Anatoli und Rosa Ulrich zufrieden. Den Salat konnten wir viermal ernten, nur die Gurken waren in diesem Jahr nicht gut“, sagt das Gärtner-Ehepaar. Besonders gut getragen habe dafür die Zucchini, die Anatoli Ulrich direkt auf dem Kompost gepflanzt hat. Die letzten Äpfel und Birnen werden jetzt noch vom Baum geholt. „Viele bestehen nur noch aus einer leeren Hülle, da die Wespen die Früchte ausgehöhlt haben“, sagt der Kleingärtner.

Die ganze Kleingarten-Anlage wirkt sehr gepflegt. Die Gemeinschaftsflächen laden zum Spielen und Verweilen ein. Lediglich der gesammelte Grünschnitt auf der Kompostieranlage muss noch entsorgt werden. „Die großen Äste werden geschreddert, den kleineren Grünschnitt bringen wir zum Wertstoffhof“, sagt der Hückeswagener, der zum Vorstand des Kleingartenvereins zählt. Auch Bianca Drenge übernimmt Verwaltungsaufgaben, wie die Vermietung des Vereinsheims für Feste. „Das ist in diesem Jahr wegen der Corona-Krise leider nicht möglich“, bedauert sie.