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Hückeswagen: Immer mehr Eltern wollen Betreuung bis 13.15 Uhr

Verlässliche Grundschule : Bedarf für Betreuung bis 13.15 Uhr enorm

Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport soll in der kommenden Woche der Ausweitung der Betreuung in der „Verlässlichen Grundschule“ zustimmen. So soll auch dem Willen der Eltern entsprochen werden. Der Bedarf ist enorm.

Der Bedarf ist enorm, ob jedoch genug Platz und Personal vorhanden sind, muss noch geklärt werden. Immer mehr Hückeswagener Eltern wollen ihre Kinder in der „Verlässlichen Grundschule“ bis 13 Uhr betreut wissen. Die übernimmt an beiden Grundschulen (Löwengrundschule und GGS Wiehagen) der Internationale Bund (IB), ebenso die Offene Ganztagsschule (OGS). Bislang gab es an beiden Schulen jeweils eine Gruppe für die „Verlässliche“. Das reicht in Zukunft nicht mehr aus.

Zurzeit wird an der Löwengrundschule eine erweiterte Betreuung angeboten, da 42 Kinder angemeldet worden sind – die meisten aus der ersten Klasse. Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens für das neue Schuljahr 2019/2020 besteht an der Löwengrundschule ein Bedarf von 47 Kindern aus der ersten und zweiten Klasse, so dass eine Gruppe mit 25 Kindern bei weitem nicht ausreichend ist, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Fachausschuss, der sich am Dienstag mit dem Thema beschäftigt. Um dem Willen der Eltern zu entsprechen, müsste die Stadt für die Betreuung lediglich Räume zur Verfügung stellen. „Es werden Verträge zwischen dem Internationalen Bund und den Eltern geschlossen, das Personal wird vom Internationalen Bund gestellt. Die Eltern stellen – abgesehen von der Betreuungspauschale - über ihre Beiträge die Finanzierung sicher“, teilt die Stadtverwaltung mit.

Keinen Hehl macht Fachbereichsleiter Alexander Stehl aus der Tatsache, dass der Fokus der Stadtverwaltung und der Landesregierung ganz klar auf der Betreuung in der Offenen Ganztagsschule liegt, was auch an der Vergabe von Fördermitteln durch das Land erkennbar ist. Diese sind zuletzt deutlich erhöht worden, für das aktuelle Schuljahr um sechs Prozent, für das kommende Schuljahr ist eine Erhöhung um 14 Prozent angekündigt. Für andere Arten der Betreuung werde von der Bezirksregierung nur ein Pauschalbetrag überwiesen, der an den IB als Träger weitergeleitet wird. „Bei zusätzlichen städtischen Unterstützungen würde es sich um freiwillige Leistungen der Stadt handeln“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Für Stehl ist wichtig zu klären, ob der IB in der Lage ist, dem erhöhten Bedarf Rechnung zu tragen und ob die Finanzierung ausreicht. „Wir könnten uns vorstellen, Räume zur Verfügung zu stellen, sind aber nicht Vertragspartner“, sagt er. Die „Verlässliche“ sei aus Sicht der Verwaltung ein Angebot für die erste und zweite Klasse, ab der dritten Klasse müsste die OGS zum Zuge kommen. Das wiederum wollen einige Eltern nicht, weshalb die FaB einen Antrag gestellt hat. Demnach sollen Mittel für die „Verlässliche“ für die Löwengrundschule im dritten Schuljahr auch über das Schuljahr 2018/2019 auf Dauer bereitgestellt werden. Begründung: Die Verlässliche sei eine Betreuung ohne Bildungsauftrag bis 13.15 Uhr. Sie werde aus Mitteln des Kreises finanziert, die aber gedeckelt seien. „Aufgrund der hohen Nachfrage und mangelnder Geldmittel soll ab dem Schuljahr 2019/2020 die Verlässliche nur noch bis zum zweiten Schuljahr zur Verfügung stehen. Außerdem sollen die Eltern mit Bescheinigung des Arbeitgebers die Notwendigkeit eines Platzes für ihr Kind in der Verlässlichen nachweisen“, schreibt die Fraktionsvorsitzende Brigitte Thiel. Die Kosten für eine Weiterführung der Verlässlichen für das dritte Schuljahr werde nach einer Info der Stadtverwaltung auf 5000 Euro pro Schuljahr geschätzt. „Die Verlässliche ist eine wichtige Einrichtung zur Unterstützung von Familien mit Kindern, in denen ein Elternteil halbtags arbeitet. Dieser Anteil an Eltern möchte die Erziehung und Betreuung der Kinder nicht abgeben, benötigt aber eine zuverlässige Betreuung bis 13.15 Uhr“, argumentiert Brigitte Thiel. Eltern, die einer Halbtagestätigkeit nachgehen, könnten diese nicht mit Anfang des dritten Schuljahrs einfach beenden. Eine Einstellung der Verlässlichen nach dem zweiten Schuljahr würde diese Eltern vor große Probleme stellen oder die Kinder im Alter von neun Jahren bereits zu Schlüsselkindern machen. „Dies gilt es zu verhindern“, fordert die FaB und schlägt folgende Finanzierungsmöglichkeit vor: Die Eltern zahlen pro Kind und Monat im dritten Schuljahr zehn Euro mehr. Das wären 2000 Euro. Somit entfiele auf die Stadt noch ein Anteil von 3000 Euro. „Diese Summe sehen wir als geringe und vertretbare Belastung der Stadtkasse an. Damit könnte dieses wertvolle Angebot aufrechterhalten werden“, schreibt Brigitte Thiel.

Alexander Stehl wartet die Gespräche mit dem IB ab. Die OGS sei ein tolles Angebot in Hückeswagen, darauf setze die Stadt. Um die „Verlässliche“ auszubauen, müsse der IB Personal und Ausstattung vorhalten. Wichtig sei eine zielgerichtete Beratung individuell für jedes Kind.