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Hückeswagen im Januar 2007: Großer Ärger um gesperrte Brücke

Hückeswagen im Januar 2007 : Großer Ärger um gesperrte Brücke

Der Rundweg um die Vorsperre war zwischen November 2006 und September 2008 nicht begehbar – das Holz der Ernst-Müller-Brücke war marode. Sie wurde durch eine blaue Stahlkonstruktion ersetzt.

Ein Pappschild sorgte im Januar 2007 für große Unruhe bei Einheimischen und Auswärtigen. Es zeigte bereits seit Ende November 2006 an, dass die Brücke nahe des Wanderparkplatzes am Mühlenweg längerfristig nicht zu begehen sein wird. Der Wupperverband hatte damals nach einer Prüfung die hölzerne Brücke über die Vorsperre gesperrt, weil die Sicherheit der Passanten aufgrund des maroden Zustands der Holzkonstruktion nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Viele Wanderer an der Vorsperre reagierten vor 15 Jahren jedoch verärgert, obwohl die Sperrung gerade einmal wenige Wochen angedauert hatte. So echauffierte sich ein Wuppertaler, der oft mit seiner Frau nach Hückeswagen kam, um die beliebte Vorsperren-Runde zu erwandern: „Das ist eine Sauerei vom Wupperverband. Die Umleitung bei Pixberg ist eine Zumutung.“ Beim Wupperverband, dem Eigentümer der Brücke, hatte sich der Wanderer bereits beschwert, allerdings ohne Erfolg.

Die Holzbrücke über die Vorsperre war 1985 von der Stadt gebaut worden, womit der Rundweg unmittelbar am Wasser entlang erst ermöglicht worden war. 1999 ging sie in den Besitz des Wupperverbands über. Später wurde die Holzkonstruktion in „Ernst-Müller-Brücke“ umbenannt. Sie erinnert daran, dass es der langjährige SPD-Ratsherr und Ehrenvorsitzender des Stadtsportverbands Ernst Müller († 2017) gewesen war, der sich immer wieder für den Brücken-Bau stark gemacht hatte.

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„Längerfristig gesperrt“, stand auf dem Schild an der Vorsperre. „Das kann auch ewig bedeuten“, machte der Wuppertaler Wanderer seinem Unmut Luft – und war damit nicht allein. „Die Umleitung über Pixberg bedeutet einen riesigen Umweg. Einheimische finden den Weg ja vielleicht noch, aber Auswärtige kennen sich hier doch nicht aus“, sagte ein Hückeswagener Ehepaar im Gespräch mit unserer Redaktion. „Der Wupperverband sollte eigentlich das Geld haben für eine schnelle Reparatur.“

Auch eine Mutter fand die Sperrung ärgerlich. Mit ihrem Sohn im Kinderwagen und ihrem Hund an der Leine sei der steinige, steile Umweg nicht begehbar. „Außerdem ist der Weg an der Straße entlang zur Brücke in der dunklen Jahreszeit sehr gefährlich“, fand die junge Mutter. Derweil blickte der ATV voller Sorge auf die möglicherweise lang anhaltende Brückensperrung. Denn ob der Talsperrenlauf des SSV im Mai stattfinden konnte, steht zu diesem Zeitpunkt in den Sternen. Zumindest für den 25. ATV-Triathlon im August sah der damalige ATV-Vorsitzende Jürgen Dickentmann keine Gefährdung: „Die Laufstrecke wird im Zweifelsfall umgeleitet.“ Sie sei dann zwar 22 statt 20 Kilometer lang, „aber so etwas ist machbar“.

Eine Hückeswagenerin hatte derweil für ihre Wanderungen einen Kompromiss gefunden: „Ich wandere bis zum Damm und wieder zurück.“ Der ausgeschilderte Umweg sei ihr zu weit.

Ein vom Wupperverband beauftragte Gutachter stellte dann Mitte Januar 2007 fest, dass wichtige tragende Teile in den Brückenbogen morsch waren. Schuld war ein Insekt, eine Wespenart, die sich tief ins Holz gefressen hat. Schäden durch die Feuchtigkeit waren hinzugekommen.

Und dann kam der 20. Juni 2008: An diesem Dienstagnachmittag stürzte die marode Holzbrücke ein. Immerhin hatte sich der Wupperverband zwischenzeitlich dazu durchgerungen, eine neue Brücke anfertigen und aufstellen zu lassen: Die 215.000 Euro teure blaue Stahlbrücke schwebte am 14. August 2008 ein.

Anfang September, nach fast 22 Monaten, war der Rundweg dann endlich wieder begehbar – und Wanderer, Jogger sowie Gassigänger waren glücklich.