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Hückeswagen: HVV stiftet aus restlichem Vermögen vier Bänke für Friedhof

Hückeswagen : Vier Friedhofsbänke aus HVV-Restvermögen

Das Vermögen des aufgelösten Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsvereins (HVV) wird jetzt verteilt.

Als Industrielle, Tuchmacher, Apotheker und der damalige Bürgermeister 1887 den Heimat-, Verkehrs- und Verschönerungsvereins (HVV) aus der Taufe hoben, war das vor allem dem Zeitgeist zuzuschreiben. Jetzt, 132 Jahre später, gibt es ebenfalls Vereine in der Schloss-Stadt, die sich um die Attraktivierung Hückeswagen kümmern. Das sind vornehmlich das Stadtmarketing und der Ein-Euro-Verein. Der HVV hatte sich Ende November aufgelöst, weil einfach kein Nachwuchs mehr zu finden war. Nun geht es an die Verteilung des Vereinsvermögens. Zu sehen ist davon etwas auf dem Friedhof Am Kamp, wo vier neue Bänke stehen. Finanziert wurden sie aus einem Teil des Restvermögens des HVV.

Es sind nicht die ersten Sitzgelegenheiten zum Ausruhen, die der Verein in seiner langen Geschichte den Hückeswagenern gestiftet hat. Wohl aber sind es die letzten. Am Hauptweg des Friedhofs wurden die stabilen, gusseisernen Parkbänke des Typs „Sedan“ mit Brettern aus Lärchenholz aufgestellt. Die typgleichen, aber in die Jahre gekommenen Bänke, die bislang dort gestanden hatten, „verteilen wir auf dem restlichen Gelände“, berichtet Friedhofsverwalter Jochen Pier.

„Das war jetzt der vorletzte Akt des HVV“, berichtet der langjährige Vorsitzende Lutz Jahr. Bis zum letzten wird es noch einige Monate dauern: Bis Anfang 2020 muss das restliche, noch nicht verteilte Vereinsvermögen auf dem Konto liegen bleiben, falls noch irgendwelche Schulden zu bezahlen sind. Schließlich befindet sich der aufgelöste HVV noch im sogenannten Sperrjahr der Liquidität. Jahr geht aber nicht davon aus, dass sich jemand melden wird, wie er lächelnd versichert. Vorgesehen ist, zu Beginn kommenden Jahres das Restvermögen dem Bürgermeister zu überreichen, der das wiederum dem Verein „(D)Ein Euro für Hückeswagen“ weitergeben soll – der Verein ist gewissermaßen ein Nachfolger des HVV. „Wir haben ohnehin in den letzten Jahren Hand in Hand gearbeitet“, berichtet Jahr, selbst Mitglied des Ein-Euro-Vereins.

Neben den Friedhofsbänken hat der HVV noch zwei weitere Spenden getätigt. So wurde das Dach des Rondels nahe des Überlaufs der Wupper-Vorsperre erneuert. Den „Pilz“ hatte der HVV bereits vor etwa 30 Jahren errichten lassen, damit sich die Spaziergänger ausruhen und die Aussicht genießen können. „Nun war an uns herangetragen worden, dass dass das Dach undicht war“, berichtet Jahr. Ein örtlicher Dachdecker hat inzwischen ein Aluminiumdach installiert.

Außerdem erhielt der Sportanglerverein, der vor zwei Jahren die Entenhäuser im Stadtpark erneuert und sein Vereinsheim dort eingerichtet hat, eine Spende. Denn zum einen hatten die Angler auch die Fontäne, die der HVV einst errichten ließ, wieder instand gesetzt. „Zum anderen haben wir in den vergangenen 20, 30 Jahren viel im Bereich des Stadtparks investiert“, sagt Jahr.