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Hückeswagen: Horst Lempke feiert seinen 80. Geburtstag

Horst Lempke feiert seinen 80. Geburtstag : Mit dem Raspo in die Landesliga

Horst Lempke feiert am 6. Dezember seinen 80. Geburtstag. Der Rentner lebt seit Anfang der 1960er Jahre in der Schloss-Stadt, seine Wurzeln aber hat er in der Ukraine. Der Jubilar war lange Jahre im RSV und in der Bürgerbad gGmbH aktiv.

Wenn Horst Lempke anlässlich seines 80. Geburtstags auf sein bisheriges Leben zurückblickt, geht es zu Beginn relativ weit weg von der Schloss-Stadt. Zwar hat er dort sein Erwachsenenleben verbracht, als Kind, das mitten im Zweiten Weltkrieg geboren worden ist, hat er seine Wurzeln aber anderswo. „Meine Eltern stammten aus der Ukraine. Als der Weltkrieg begonnen hatte, sind sie zurückgeholt worden, erst ins Warthegau im heutigen Polen und dann, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in der Mark Brandenburg“, sagt der Jubilar. Interessanterweise seien Lempkes Urgroßeltern im Jahr 1872 von der Mark Brandenburg in die Ukraine ausgewandert. Er selber wiederum sei im Warthegau geboren worden. In der Mark Brandenburg, zwischen Potsdam und der Stadt Brandenburg, habe die Familie bis 1953 gelebt, bis zur Übersiedlung nach West-Deutschland.

Der Vater, bis 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft, habe von den Russen und Stalin „die Nase voll gehabt“, sagt Lempke. „Sein vorrangiges Ziel war es, in den Westen zu gehen.“ Zusammen mit seinen Eltern, zwei älteren Brüdern und einer jüngeren Schwester sei es für die Familie dann zunächst über mehrere Flüchtlingslager nach Schwerte an der Ruhr gegangen. „Eigentlich wollte mein Vater nach Witten, da dort zwei seiner Brüder lebten“, sagt Lempke. 1961 sei die Familie dann in die Schloss-Stadt gekommen. „Wir haben hier ein relativ großes Grundstück bekommen, vermittelt durch einen Cousin meines Vaters“, sagt der 80-Jährige. Zu der Zeit sei der junge Horst, bereits gelernter Werkzeugmacher, eingezogen worden.

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Aus den ursprünglich zwölf Monaten seien plötzlich 18 geworden, so dass er erst im Dezember 1962 wieder entlassen worden sei. Schon damals sei der Fußball für den jungen Mann ein wichtiges Hobby gewesen. „Ich war in Unna stationiert, habe in Schwerte gespielt, bin dann aber auch regelmäßig nach Hückeswagen gekommen, um beim Bau zu helfen“, sagt er. Das sei ihm dann irgendwann zu aufwändig geworden, so dass er beim RSV 09 in der Schloss-Stadt angeheuert habe. „Ich bin recht schnell in die erste Mannschaft gekommen und habe auch den Aufstieg in die Landesliga mitgemacht“, sagt Lempke. Der bis heute größte Raspo-Erfolg. Lempke erinnert sich schmunzelnd an ein „hochprozentiges“ Spiel gegen das Team aus Richrath. „In der Woche dieses Spiels hatten wir drei Polterabende. Ich weiß nicht, wie viele Promille da auf dem Spielfeld waren – aber wir haben 3:1 gewonnen…“

Seine Lehre hatte er bei der Bahn gemacht, beim Bund hatte er begonnen, sich zur Mittleren Reife und zum Meister fortzubilden. Abgeschlossen hatte er dies nach seiner Entlassung in der Abendschule. „Ich war dann zehn Jahre bei Bergmann Kabelwerke in Wipperfürth als Meister angestellt. Aber ich habe gemerkt, dass mir das nicht reicht“, sagt Lempke. Daher habe er dann, ebenfalls in der Abendschule, das Fachabitur nachgeholt und die nächsten 30 Jahre bis zur Rente als Berufsschullehrer gearbeitet. 2006 ist er in Rente gegangen.

Über seinen langjährigen Nachbarn und Namensvetter Horst Hellerling sei er auf die 2008 gegründete Bürgerbad gGmbH angesprochen worden. „Sie suchten einen technischen Geschäftsführer. Das konnte ich mir vorstellen – und daher habe ich da gerne mitgemacht. Zehn Jahre lang war ich dabei, bis ich dann Platz für den Nachwuchs gemacht habe“, sagt der 80-Jährige. Im Raspo sei er immer noch Vereinsmitglied – „das bleibe ich auch, jetzt auszutreten fände ich nicht fair“ –, zudem habe er mit dem Golfspielen begonnen. „Wir haben eine kleine Gruppe von Spielern, die sich jeden Dienstag trifft und bespricht, wo es zum nächsten Spiel geht“, sagt Lempke.

Daher werde er auch am eigentlichen Geburtstag am Montag nicht feiern. „Am Dienstag lade ich meine Golf-Freunde zu Gulasch und Kartoffelsalat zum Hotel Kniep ein“, sagt der 80-Jährige. Mit der Familie und Freunden wolle er dann am Freitag ein wenig feiern. Dann würden auch die beiden Töchter, die in Gogarten bei Marienheide und in Limburg wohnen, sowie die beiden Enkeltöchter kommen. „Die eine ist schon 30 Jahre alt und lebt in Gummersbach, die andere Enkelin ist 16“, sagt der 80-Jährige.