Moderne Technik Heimspiele des SC Heide künftig online

Hückeswagen · Der junge Hückeswagener Fußballverein hat in eine Kooperation mit der Firma „SoccerWatch.tv“ aus Essen investiert. Ab sofort werden alle Heimspiele des Clubs auf dem Sportplatz an der Schnabelsmühle live ins Internet übertragen.

 Schon bald läuft jedes Spiel des SC Heide live im Netz. Dienstagvormittag wurde die Kamera auf dem Steiger (im Hintergrund) installiert – (v.l.): Marlon Irlbacher, Normen Kirchsieper, Kevin Zrock, Jan Hild und Fabian Pasinski.

Schon bald läuft jedes Spiel des SC Heide live im Netz. Dienstagvormittag wurde die Kamera auf dem Steiger (im Hintergrund) installiert – (v.l.): Marlon Irlbacher, Normen Kirchsieper, Kevin Zrock, Jan Hild und Fabian Pasinski.

Foto: Meuter, Peter (pm)

Der SC Heide mag aus einer Bierlaune heraus entstanden sein – der Fußballverein nimmt seine Arbeit aber durchaus ernst. So haben die Kicker ihr beim Wupper-Pokal-Turnier im Sommer und beim Altstadtfest verdientes Geld in eine in der Region bislang einzigartige Maßnahme investiert. „Wir sind eine Kooperation mit dem Unternehmen ‚SoccerWatch.tv’ aus Essen eingegangen und werden ab sofort unsere Heimspiele mit sechs Kameras aufzeichnen und im Internet übertragen lassen“, sagte der SC-Vorsitzende Kevin Zrock am Dienstagmorgen auf dem Sportplatz Schnabelsmühle.

Dort wurde die Kamera von Mitarbeitern des Essener Anbieters installiert. „In der Kamera sind sechs einzelne Kameras, die das Spielfeld aus verschiedenen Perspektiven im Blick haben“, sagte Chefredakteur Marlon Irlbacher. Die Kameras seien so intelligent, dass sie dem Ball automatisch folgen könnten. „Dafür ist eine Kalibrierung nötig, diese kann im Rahmen eines Spiels vorgenommen werden“, sagte Zrock. Dafür sei das kommende Wochenende vorgesehen.

„Und dann kann das Ganze starten – pünktlich zum Derby gegen den RSV am Sonntag, 9. Dezember, soll das erste Spiel übertragen werden. Allerdings muss der RSV dazu noch sein Okay geben, denn er hat bei diesem Spiel Heimrecht“, sagte der SC-Vorsitzende.

Hintergrund für die Aktion, für die immerhin Kosten im unteren vierstelligen Bereich angefallen seien, sei der Wunsch, als moderner und innovativer Verein aufzutreten, wie auch Fabian Pasinski, der stellvertretende Vorsitzende betonte. „Wir sind zwar ein Spaßverein, aber das, was wir machen, machen wir ganz.“ Zrock ergänzte: „Wir sind der erste Verein im Kreis, der die Technik nutzt. Wir wollen damit einfach auch bei den Leuten zum Gesprächsthema werden.“ Zwar seien die Kosten komplett aus der Vereinskasse übernommen worden. Das bedeute jedoch nicht, dass man beim SC Heide über Sponsoren nicht erfreut wäre, die dem Verein auch im Hinblick auf künftige Investitionen unter die Arme greifen würden. „Wir wollten mit der Installation der Kamera aber nicht mehr warten“, sagte Zrock.

Die Kameras seien nicht nur so intelligent, dem Ball intuitiv zu folgen. Auch der Datenschutz werde bei der Entwicklung des Essener Unternehmens großgeschrieben, betonte Zrock. „Zum einen hängen wir natürlich überall Schilder auf, auf denen steht, dass das Spiel online übertragen wird. Zum anderen können wir umliegende Häuser auch automatisch verpixeln, so dass niemand gefilmt wird, der das nicht möchte.“ Irlbacher erklärte, dass die Intention seines Unternehmens sei, den Amateurfußball in Nordrhein-Westfalen zu digitalisieren. ‚SoccerWatch.tv’ führt darüber hinaus bereits Gespräche mit Vereinen und Verbänden, die sowohl in anderen Bereichen Deutschlands als auch in anderen Ländern ihre Standorte haben. „Wir haben schon etwa 110 Kamerasysteme installiert – von der Kreisliga D bis zur Regionalliga. Zum Beispiel gehört Rot-Weiß Oberhausen zu unseren Kunden“, sagte Irlbacher.

Finanziert werde der Online-Fußball in der Regel nicht in Eigenleistung, wie das der SC Heide getan habe. „Viel läuft über Sponsoren, oft sind das Sparkassen, die so einen digitalen Werbeplatz bekommen“, sagte Irlbacher. Auch hier sei der Ursprung eine Bierlaune gewesen. „Einer unserer Geschäftsführer konnte nie die Spiele seines Sohnes sehen. Irgendwann wurde dann eines der Spiele gefilmt und auf YouTube hochgeladen“, sagte der Chefredakteur. Dabei habe man erstaunt registriert, wie viele Klicks dadurch generiert würden. „Und so kam dann die Idee auf, dass hier ein gutes Geschäftsmodell liegen könnte.“

Beim SC Heide gebe es auf jeden Fall den Bedarf. „Wir haben schon oft von Leuten gehört, die nicht beim Spiel sein konnten, dass sie gerne einen Live-Ticker hätten“, sagte Zrock. Das könne man allerdings nicht leisten. Künftig sei das nun aber auch überflüssig. „Es gibt viele Fans, die weiter weg wohnen – teils sogar im Ausland“, sagte Pasinski.

Die könnten nun ab dem 9. Dezember jeden Pass und jedes Tor ihres SC Heide live – und sogar mit Kommentar – miterleben. „Diese Funktion gibt es – wer sich zum Kommentieren bemüßigt fühlt, kann das live machen“, sagte Zrock und schmunzelt. Schöne, neue Technik!

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