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Hückeswagen: Heimatmuseum wird Ort für Ja-Sager

Hückeswagen vor 20 Jahren : Heimatmuseum wird Ort für Ja-Sager

Im Juli 2000 entschied die Stadtverwaltung, dass sich Brautpaare auch im Heimatmuseum trauen lassen können. Das hat sich vor allem jetzt in der Corona-Krise bewährt, weil dort die Abstandsregelung eingehalten werden kann.

Es gibt kaum Szenerien, die mehr Romantik beim „schönsten Tag im Leben“ versprechen, als die Kulisse des Hückeswagener Schlosses. Kein Wunder, dass sich neben vielen Einheimischen auch so manche Auswärtigen dort das Ja-Wort geben. Bis zum Jahr 2000 war das nur im Trauzimmer auf der ersten Etage unterhalb des Ratssaals möglich. Dann aber machte die Stadt den Weg frei auch für Trauungen im Heimatmuseum. Die Hochzeit im Schloss bekam damit noch ein besonderes „Sahnehäubchen“. Und das nicht nur für das Brautpaar, sondern auch für dessen Freunde und Angehörige: Denn der Museumsaal ist, im Gegensatz zum Trauzimmer, groß genug, um auch größeren Gesellschaften Raum zu bieten.

Schon seit längerem hatte sich Standesbeamtin Ursula Thiel Gedanken gemacht, wo Brautpaaren ein besonderes Ambiente geboten werden könnte: „In Dortmund gehen Paare ins Elefantenhaus, in Wuppertal steigen sie in die Schwebebahn – da sollte es doch auch bei uns die ganz besondere Trauung in ganz spezieller Umgebung geben“, sagte sie damals im Gespräch mit unserer Redaktion. Gedanklich ging sie durch ganz Hückeswagen – und kam schließlich wieder im Schloss an. Heiraten im Heimatmuseum: Das hat schon das besondere Flair, was manche Paare für diesen großen Tag im Leben suchen. Zumal dann, glaubte Ursula Thiel, wenn – aus welchen Gründen auch immer – „nur“ eine standesamtliche und keine kirchliche Trauung geplant ist, der Rahmen aber dennoch feierlich und zugleich persönlich sein soll. Bewusst will die Standesbeamtin seither die Brautpaare, die sich fürs Heimatmuseum entscheiden, in die Gestaltung der Trauungszeremonie einbeziehen: Dort könnte zum Beispiel ein Chor ein Ständchen bringen, wenn’s denn gewünscht sein sollte. Oder Angehörige und Freunde können ein Rahmenprogramm gestalten. Platz ist jedenfalls genug vorhanden.

Erstmals genutzt wurde das Museum für eine Trauung Mitte August 2000, als sich Gabi Klauke (31) und Christoph Ide (32) von Ursula Thiel in historischem Ambiente trauen ließen. Wobei die Standesbeamtin wegen dieser Premiere beinahe noch aufgeregter war, als Braut und Bräutigam

Die Gebühren für eine Standardtrauung betragen 50 Euro, fürs Heimatmuseum sind unter der Woche zusätzlich 110, freitags 176 Euro zu bezahlen. Aktuell in Corona-Zeiten ist das Museum jedoch zum Standard-Trauzimmer geworden, weil dort die Abstandsregelungen besser eingehalten werden können. Das Trauzimmer wird momentan gar nicht genutzt. Informationen zur Trauung im Schloss gibt’s bei Ursula Thiel unter ☏ 02192 88220.

(büba)