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Hückeswagen hat knapp 450.000 Euro in Aussicht gestellt bekommen

„Digitalpakt Schule“ : Knapp 450.000 Euro fließen in die Digitalisierung

Hückeswagen hat knapp 450.000 Euro aus dem von Bund und Land aufgelegten „Digitalpakt Schule“ in Aussicht gestellt bekommen. Damit sollen die digitale Infrastruktur und die Ausstattung mit Endgeräten an den örtlichen Schulen spürbar verbessert werden.

Da ist etwas in Schieflage – und ausgerechnet die Corona-Pandemie macht es offensichtlich. Der designierte neue Chef der SPD-Ratsfraktion, Jürgen Becker, hatte es kürzlich bei der Wahlversammlung der Partei so auf den Punkt gebracht: „Die Stadt will in den nächsten Jahren eine Million Euro in die Erneuerung der Friedhofswege investieren – aber für unsere Schulkinder ist kein Geld da für Laptops, die für den digitalen Unterricht dringend gebraucht werden. Hier läuft doch was grundlegend schief!“

Gegengesteuert werden soll mit dem von Bund und Land aufgelegten „Digitalpakt Schule“. Hückeswagen hat knapp 450.000 Euro daraus in Aussicht gestellt bekommen. Damit sollen die digitale Infrastruktur und die Ausstattung mit Endgeräten an den örtlichen Schulen spürbar verbessert werden. Absoluten Vorrang hat die leistungsstarke Infrastruktur. Erst wenn sie da ist, können Fördermittel auch für die Anschaffung zum Beispiel von digitalen Tafeln beantragt werden. So sehen es die Richtlinien des Landes zum Digitalpakt vor, unterstrich Alexander Stehl von der Verwaltung jetzt im Haupt- und Finanzausschuss. Nach diesen Richtlinien hat die Stadt als kommunaler Schulträger die Pflicht zur Vorfinanzierung. Außerdem muss sie einen Eigenanteil von zehn Prozent der Planungs-, Umsetzungs- und Beschaffungskosten tragen. Das Geld ist im Haushaltsplan für 2020 eingeplant.

Die vorgeschriebene Prüfung aller Schulen am Ort durch einen Fachingenieur hat, bezogen auf die Netzwerk-Infrastruktur (Strom- und Datentechnik), akuten Handlungsbedarf für die Grundschule Wiehagen, die Haupt- und die Realschule ergeben. Dort fehlt es an zukunftsfähigen Daten- und adäquaten Stromnetzen. Rund 350.000 von den knapp 450.000 Euro werden allein für diese drei Schulen und ihre leistungsfähige Infrastruktur gebraucht. 37.000 Euro aus der Gesamtsumme gehen nach Radevormwald in die Armin-Maiwald-Schule, die seit Jahren Teilstandort der Förderschule Nordkreis mit Hauptsitz in Hückeswagen ist. Bleiben rund 60.000 Euro. Davon will die Stadt digitale Tafeln für die Klassenzimmer kaufen. Heißt auch: Die Anschaffung von Endgeräten bleibt wohl Privatsache. Dafür müssen die Eltern sorgen - wenn sie es denn können. Und wenn nicht? Aus dem Digitalpakt ist dafür jedenfalls kein Geld übrig.