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Hückeswagen: Händler kämpfen an vorderster Front

Corona-Krise : Händler kämpfen an vorderster Front

Die Grundversorgungsmärkte und deren Mitarbeiter haben es derzeit nicht leicht. Sie müssen sich gegen uneinsichtige Mitmenschen durchsetzen, die weder Abstand halten, noch sich an die rationierten Abgabemengen halten.

Ein Lieferengpass bestünde nicht, wie die Filialleiter übereinstimmend betonen. Leere Regale gibt es trotzdem, da die Mitarbeiter mit dem Nachräumen nicht mehr nachkommen. „Wir versuchen das mit unseren eigenen Kräften zu stemmen, aber jetzt müssen wir auch noch einen für die Einlasskontrolle abziehen“, bedauert die Filialleiterin von Rossmann.

Pro zehn Quadratmeter Ladenfläche soll nur noch eine Kundin oder ein Kunde einkaufen dürfen, lautet die Vorgabe des Bundesamts für Gesundheit. Beim Aldi-Markt an der Ladestraße müssen sich die Kunden zusätzlich am Eingang die Hände desinfizieren. Ein absoluter Ausnahmezustand.

Marcus Byhahn vom Edeka-Markt in Wiehagen appelliert an seine Kunden, ohne Begleitung und nach Möglichkeit auch ohne Kinder Einkaufen zu gehen, da bei der Einlasskontrolle jede Person zählt. Die Warteschlange vor dem Laden würde sonst immer länger. „Ich weiß jetzt, wie sich die Menschen in der ehemaligen DDR gefühlt haben müssen“, sagt Byhahn. Er denkt bereits darüber nach, Pavillons als Regenschutz für die Wartenden vor dem Eingang aufzubauen. Am Samstag wurde an den Kassen Acrylglas als Sprechschutz angebracht, auf dem Fußboden kleben Abstandshalter. „Nicht alle Leute halten sich daran“, hat Byhahn beobachtet.

Auch im Edeka-Markt klaffen Lücken in den Regalen, wo einst Mehl, Konserven, Hygieneartikel und Toilettenpapier gestanden haben. „Wir haben 2000 Positionen Toilettenpapier bestellt, aber nur 50 geliefert bekommen“, sagt Marcus Byhahn. „Es gibt eine Mengeneinteilung, damit jeder Markt etwas bekommt“, erklärt er. Er hofft, dass die Kunden „einen Gang runterschalten“.

„Wir gehen alle auf dem Zahnfleisch“, macht er die enorme Anspannung und den großen Arbeitsdruck aller Mitarbeiter in den Versorgungsmärkten deutlich und fügt hinzu: „Alle müssen jetzt mithelfen.“