Osteferien-Programm des Jugendzentrums Hückeswagen Jugendliche lernen, richtig und legal zu sprayen

Hückeswagen · Innerhalb des Osterferien-Programms im Jugendzentrum erlernten 15 Jugendliche den richtigen Umgang mit den Spühdosen. Und auch, wo sie sprühen dürfen und wo nicht.

 Der Graffiti-Workshop des Jugendzentrums war mit 15 Jungen und Mädchen ausgebucht. Die Stadtjugendpflegerin kündigt bereits Wiederholungen an.

Der Graffiti-Workshop des Jugendzentrums war mit 15 Jungen und Mädchen ausgebucht. Die Stadtjugendpflegerin kündigt bereits Wiederholungen an.

Foto: Jürgen Moll

Es ist ohnehin so, dass die Graffiti-Wand im Skaterpark hinter dem Aldi-Parkplatz nahe des Bergischen Kreisels praktisch jeden zweiten Tag in neuen Farben erstrahlt. Keine Frage: Die Wand, die im April 2021 aufgestellt wurde, wird von den Jugendlichen eifrig genutzt. Im Rahmen des Ferienprogramms des Jugendzentrums waren nun am Montag und Dienstag Will Mercene aus Gummersbach und Darwin Siobal aus Köln zu einem Workshop mit etwa 15 Kindern und Jugendlichen nach Hückeswagen gekommen. „Wir haben an den beiden Vormittagen im Jugendzentrum zunächst etwas Theorie zum Thema Graffiti gemacht – wo kommt es her, was ist die ‚vierte Säule des Hip-Hop‘. Und an den Nachmittagen sind wir dann zur Graffiti-Wand gegangen und haben das Wissen in die Praxis umgesetzt“, erläutert Mercene, der als Schulpädagoge arbeitet und zusammen mit Siobal Graffiti-Workshops anbietet.

Die Resonanz auf das Workshop-Angebot sei sehr gut gewesen, sagt Jugendzentrums-Leiterin Andrea Poranzke. „Ich habe bis Sonntag noch Anfragen bekommen“, berichtet die Stadtjugendpflegerin. „Den Workshop hätten wir locker dreimal anbieten können.“ Allerdings können sich alle an Graffiti interessierten Kinder und Jugendlichen schon mal auf die Herbstferien und auf das Kinderdorf in den Sommerferien freuen. „Wir planen auf jeden Fall eine Wiederholung auch im Herbst. Für das Kinderdorf ist der Workshop allerdings schon fest gebucht – und dann wird die große Wand der Mehrzweckhalle verschönert“, betont Andrea Poranzke. Will und Darwin haben bereits ein Konzept erstellt, das die Wand in mehrere Segmente unterteilt, die dann von unterschiedlichen Gruppen gestaltet werden.

Ein wichtiger Bereich des theoretischen Vormittags war zudem die Frage der Legalität der Graffiti-Kunst. „Es geht auch ein bisschen um Jugendarbeit“, unterstreicht Siobal. „Wir klären die Frage, wann man wo und wie sprayen darf.“ Und sogleich ruft er einem Jungen mit Schutzmaske im Gesicht – gegen die Dämpfe, nicht wegen Corona – zu: „Noah, sag – wo darf man sprayen?“ Der Junge antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Dort, wo es erlaubt ist, auf speziell ausgewiesenen Wänden. Wo nicht – auf Zügen, Bussen oder an Hauswänden.“ Zufrieden nicken die beiden Workshop-Leiter.

Alexander ist mit Feuereifer bei der Sache und versucht sich gerade an einer Umrandung eines Buchstabens. „Ich habe bereits die vier Buchstaben J, U, Z und E gesprayt“, sagt er mit Verweis auf die Kurzform des Jugendzentrums. Für den Zwölfjährigen ist das Graffiti-Sprayen vollkommenes Neuland. „Ich habe so etwas bislang noch nicht einmal in meinem Leben gemacht“, sagt er. Die Theorie habe er daher sehr sinnvoll und interessant gefunden. „Da habe ich wirklich eine ganze Menge gelernt“, versichert Alexanderr. Er könne sich keine besseren Lehrer als Will und Darwin wünschen – und ist überhaupt völlig begeistert vom Jugendzentrums-Angebot. „Ich finde es vor allem toll, dass so ein Thema in einer doch eher kleinen Stadt wie Hückeswagen angeboten wird“, sagt er.

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