Hückeswagen: GGS Wiehagen feiert 20-jähriges Bestehen

Geburtstag : GGS Wiehagen feiert 20-jähriges Bestehen

Auf ereignisreiche Jahre blickt die GGS Wiehagen zurück. 1999 wurde die Einrichtung an der Blumenstraße 51 gegründet. Heute werden dort 240 Kinder in zehn Klassen von 17 Lehrern unterrichtet. Schulleiterin ist Claudia Paradies.

Für Kinder, Lehrer und Eltern war es ein spannender Prozess, als vor 20 Jahren an der Blumenstraße 51 eine neue Grundschule ihre Arbeit aufnahm. Die Standorte in Scheideweg und an der Nordstraße wurden aufgegeben – zugunsten der neuen Gemeinschaftsgrundschule im Stadtteil Wiehagen. „Wir hatten hier einen tollen Start, weil wir die Chance bekamen, uns komplett neu zusammenzufinden“, erinnert sich Melanie Pesch, die sechs Wochen nach der Eröffnung als Lehrerin an der Schule anfing. Sie ist bis heute dabei, weil sie die Wohlfühlatmosphäre und die Harmonie schätzt. Dafür nimmt sie gerne in Kauf, dass sie jeden Tag um 6.30 Uhr von Köln aus anreisen muss, obwohl sie wohnortnah eine andere Stelle bekommen würde. Sie empfinde eine große Wertschätzung der Schulleitung.

„Wir haben vor 20 Jahren alles neu gestalten dürfen, haben unsere eigenen Schwerpunkte gesetzt und Rituale entwickelt“, sagt sie. Man spürt sofort, dass hier eine Vollblutpädagogin erzählt, die vor zwei Jahrzehnten eine Schule prägen durfte, so ganz nach eigenen Vorstellungen. „Wir arbeiten hier sehr harmonisch zusammen, man kennt sich, man schätzt sich, das ist mehr als nur das reine Arbeiten“, sagt Pesch. Das Wir-Gefühl sei sehr ausgeprägt. Und das versuchen alle, auch an die Kinder weiterzugeben. „Die merken, dass es im Kollegium stimmt“, sagt Claudia Paradies, die die Schule seit 2016 leitet und Nachfolgerin von Ingelore Jacobs ist. Seit 2008 war Paradies Konrektorin und ist seit 2005 an der Schule tätig.

Derzeit werden in Wiehagen 240 Grundschulkinder in zehn Klassen von 17 Lehrern unterrichtet – darunter eine Sozialpädagogin und eine Sonderpädagogin. Vor 20 Jahren fing die Geschichte der GGS Wiehagen dreizügig an, zwischendurch reduzierte sich die Schule auf zweizügig, arbeitet derzeit zweieinalbzügig und wird künftig aufgrund der räumlichen Situation zwei Züge anbieten. Große Unterstützung erfährt die Schule durch den Schulträger, der die Digitalisierung vorantreibt. Sämtliche Klassen sollen mit „Active Boards“ ausgestattet werden, wofür aber die Infrastruktur und die Netzwerke geschaffen werden müssen. Immerhin verfügen fünf Klassen schon über White Boards, die aber nur mit einem stabilen Internetanschluss funktionieren.

Hauptziel der Schule ist es, dass sich die Kinder wohlfühlen. So ist auch das pädagogische Leitbild zu verstehen: „GGS Wiehagen – Gemeinsam leben, lernen, lachen“. Wichtig ist, dass alle Mitglieder der Schulgemeinschaft wertgeschätzt und für die gemeinsamen Ziele verantwortlich sind. Die individuelle Förderung eines jeden Kindes hat sich die Schule auf die Fahnen geschrieben. Das war vor 20 Jahren noch etwas einfacher. „Es ist deutlich schwieriger geworden, weil sich auch die Kinder verändert haben“, meint Melanie Pesch. Vor 20 Jahren sei einfach auch schon anders gespielt worden. Außerdem wirke sich der Anteil von Flüchtlingskindern (etwa zehn Prozent) und der mit Migrationshintergrund (fast 50 Prozent) aus. „Das stellt Schule vor Herausforderungen“, sagt Claudia Paradies. Integration sei ein Entwicklungsprozess, den die Kolleginnen hervorragend meistern würden.

Nach einem holprigen Einstand habe sich auch die OGS mit dem neuen Träger IB gut entwickelt. Inklusion ist derzeit ein großes Thema in Wiehagen. „Wir arbeiten daran, den Unterricht entsprechend zu gestalten“, sagt die Schulleiterin. Immerhin zehn Prozent der Schüler hätten einen besonderen Förderungsbedarf. Hierfür hat die Schule eine Sonderpädagogin mit 20 Wochenstunden bekommen. „Inklusion lebt vom Personal, insofern träume ich schon von einer Doppelbesetzung in jeder Klasse“, sagt Claudia Paradies.

In weite Ferne gerückt scheint eine eigene Turnhalle auf dem Gelände an der Blumenstraße. Und das, obwohl der ehemalige Bürgermeister Uwe Ufer der Schule zum zehnjährigen Bestehen eine solche Halle in Aussicht gestellt hatte. „Die Halle war schon in Planung“, erinnert sich Melanie Pesch. So geht es für die Schüler per Bus zum Sportunterricht in die Mehrzweckhalle im Brunsbachtal. Ein enormer Aufwand, der sich auch zeitmäßig auswirkt.

Froh ist Claudia Paradies darüber, dass seit ihrem Amtsantritt 2016 sieben neue Kolleginnen an die Schule gewechselt sind. Seit 1. April 2018 hat sie mit Andrea Lox auch eine Konrektorin. Einige Lehramtswärterinnen haben eine feste Stelle angenommen. „Wir legen viel Wert auf die Teamarbeit, unterstützen uns gegenseitig und nehmen uns Zeit, neue Kollegen zu integrieren“, sagt Melanie Pesch, Das beeinflusse das Klima nachhaltig. Der Förderverein bestehe aus engagierten Eltern, die eine unglaublich wertvolle Arbeit leisten würden. „Der Vorstand ist außergewöhnich engagiert“, findet Claudia Paradies. Auch Hausmeister Wolfgang Kaiser, der Nachfolger des bereits gestorbenen Hans-Jürgen Baumann ist, und Schulsekretärin Elisabeth Müller leisteten wertvolle Arbeit für die Schulgemeinschaft. „Frau Müller ist die gute Seele unserer Schule, die lebt für die Schule und ist von Anfang an dabei“, würdigt Paradies.

Auch für die Musikschule ist die GGS Wiehagen attraktiver Standort. Dort finden in den fünften und sechsten Stunden Angebote für die zweiten und dritten Schuljahre statt; außerdem gibt es Arbeitsgemeinschaften in der OGS, die derzeit von 78 Kindern genutzt wird, 29 sind es in der Verlässlichen Grundschule von 8 bis 13 Uhr.

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