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Hückeswagen: Geteilte Meinung über die neuen Maßnahmen

Umfrage zur 15-Kilometer-Regelung in Hückeswagen : Geteilte Meinung über die neuen Maßnahmen

Nicht alle Hückeswagener stehen voll hinter der 15-Kilometer-Regelung. Anderen geht sie allerdings auch nicht weit genug. Das ergab am Dienstag eine kleine, unrepräsentative Umfrage.

Es mag für die Hückeswagener nicht wirklich überraschend gekommen sein, auch wenn das hauptsächliche Infektionsgeschehen im Südkreis stattfindet: Seit Dienstag gelten verschärfte Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Darunter ist das erst am Montagabend vom Land ausgesprochene Verbot, sich weiter als 15 Kilometer von der Stadtgrenze zu entfernen, solange es keinen guten Grund gibt (innerhalb des Kreises darf man sich weiterhin frei bewegen). Die Meinungen über diese Regel gehen auseinander, wie sich bei einer Umfrage zeigt.

 Claudia Pille findet die Regelung nicht schlecht, um die Virus-Verbreitung in den Griff zu bekommen. „Ich arbeite eigentlich in Wuppertal, wohin ich auch fahren dürfte – aber ich bin im Homeoffice. Allerdings darf ich meine Tochter in Köln nicht besuchen – aber das ist dann eben jetzt so. Es ist ja nicht für immer“, stellt die Hückeswagenerin im Gespräch mit unserer Redaktion klar. Sie sehe indes eine Konzentration auf den privaten Bereich durch diese Maßnahmen. „Ich finde, man sollte auch das Berufliche mit einbeziehen. Vor allem durch Schutzkleidung wie FFP2-Masken, die allen zur Verfügung gestellt werden müssten“, sagt Claudia Pille.

Andreas Dittrich fährt hingegen jeden Tag nach Köln zur Arbeit. „Ich glaube schon, dass es sinnvoll ist, den Radius einzuschränken. Ob es allerdings mit 15 Kilometern getan ist oder ob es doch viel weniger sein sollte oder müsste, sei mal dahingestellt“, sagt der Hückeswagener.

Ebenfalls in der Domstadt arbeitet Andreas Kölsch. „Unser Chef hat gesagt, dass wir eine Gehaltsabrechnung mit im Auto mitführen sollten“, erzählt der Hückeswagener. Aber ich frage mich ohnehin, ob man wirklich kontrolliert werden würde – vielleicht in Wermelskirchen auf dem Weg zur Autobahn? Ich weiß es nicht.“ Ansonsten habe er seine Sozialkontakte ohnehin sehr stark eingeschränkt. „Ich hoffe, dass die Menschen vernünftig genug sind, sich an die Maßnahmen zu halten“, betont Kölsch.

Das jedoch bezweifelt Deike Schütte. „Wer sich darüber hinwegsetzen möchte, wird das sicher auch tun“, ist die Hückeswagenerin sicher. Auch ansonsten hält sie die Maßnahme „für ganz großen Quatsch und nicht umsetzbar“. Denn wer soll das kontrollieren?, fragt die Hückeswagenerin. „Das macht viel Arbeit und bringt nichts. Es ist völlig sinnfrei.“ Für sie selbst habe die 15-Kilometer-Regelung indes kaum Auswirkungen. „Wir haben unsere Kontakte sehr eingeschränkt, daher ist es nicht ganz so tragisch. Allerdings möchte ich im Januar meine pflegebedürftigen Eltern in Hamburg besuchen – und dafür finde ich auch einen Weg“, versichert Deike Schütte. Detlef Bauer gehen die aktuellen Maßnahmen indes nicht weit genug, um wirklich wirksam sein zu können. „Ich würde einen kompletten, wirklich harten Lockdown für drei Wochen befürworten. Man müsste alles auf Null fahren. Denn wenn das Virus in dieser Zeit keine neuen Wirte findet, wird es sterben – und damit wäre das Problem gelöst“, meint der Hückeswagener. Damit das funktioniere, müsse das allerdings mindestens bundes-, wenn nicht gar europaweit stattfinden. „Das ist wohl kaum umsetzbar, aber effektiver wäre es – wie man ja an China sieht“, sagt Bauer.

Ansonsten unterstützt der Hückeswagener die Forderung des Ethikrats und von Bündnis 90/Die Grünen nach einer Pflicht zum Homeoffice. „Da würde sehr viel mehr gehen, als das, was wir im Moment sehen“, ist er sich sicher.