Hückeswagen: Generalunternehmer baut Löwen-Grundschule

Hückeswagen : Generalunternehmer baut Löwen-Grundschule

Die Politik stimmte am Donnerstagabend in der Sitzung von Bau- und Schulausschuss für den Generalunternehmer. Nur die FaB enthielt sich.

Sie musste sich viele kritische Fragen anhören, doch am Ende gab es auf Seiten der Verwaltung zufriedene Gesichter. Hatten doch die Politiker von Bau- und Schulausschuss einstimmig für die Vergabe der Bauarbeiten für die künftige Löwen-Grundschule im Brunsbachtal an einen Generalunternehmen votiert.


Kostenberechnung Im Arbeitskreis „Neubau Löwen-Grundschule“ Anfang November war die aktuelle Kostenberechnung vorgestellt worden. Dabei stellte sich heraus, dass der Neubau statt 16,1 Millionen Euro, wie noch im Mai berechnet, nun 17,8 Millionen Euro kosten würde. Im Ausschuss listete Rainer Frauendorf vom Regionalen Gebäudemanagement die einzelnen Posten der Mehrkosten auf. So schlagen zusätzlich 291.500 Euro für den Brandschutz zu Buche, weil etwa die Bauaufsicht vier statt nur zwei Rettungswege fordert. In den 93.000 Euro Mehrkosten für die Wünsche des Bauherren sowie die Anforderungen der Bauphysik waren u.a. eine digitale Schließanlage für 51.000 Euro und eine höherwertige Sonnenschutzverglasung. Für die Statik wurden 329.000 Euro an Mehrkosten errechnet, und die Barrierefreiheit kostet auch noch einmal 158.000 Euro mehr. Hinzu kommt eine „normale“ Kostenentwicklung von 854.000 Euro zwischen der Kostenschätzung im Mai und der -berechnung im Oktober. „Viele Dinge, die im Vorentwurf nur grob skizziert waren, sind nun durchdacht worden. Wir sind viel tiefer ins Detail gegangen“, erläuterte Frauendorf.

Ansicht Nord (vom Bürgerbad). Foto: Stadt Hueckeswagen


Sparliste Dem Arbeitskreis war anschließend eine Liste vorgelegt worden, um die mehr als 35 Einzelpositionen zu bewerten und Potenzial für Kosteneinsparungen zu finden. Letztlich einigten sich der Arbeitskreis auf Einsparungen von etwa 443.000 Euro, so dass sich eine Gesamtsumme für den Bau der neuen Löwen-Grundschule von 17,39 Millionen Euro ergibt. Verzichtet wurde etwa auf die digitale Schließanlage.

Ansicht West (von Kölner Straße). Foto: Stadt Hueckeswagen

Weiteres Einsparpotenzial Da die Stadt ein Nahwärmekonzept für das Neubaugebiet „Eschelsberg“ plant (die BM berichtete), soll die Grundschule ebenfalls ans Nahwärmenetz angebunden werden, das über das Blockheizkraftwerk im Bürgerbad versorgt wird. „Wir können dann auf einen Heizkessel und die Wärmepumpe verzichten“, erläuterte Frauendorf. Zudem soll auf etwa einem Drittel des Schuldachs eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Die Höhe der Einsparungen kann momentan aber noch nicht in Zahlen belegt werden. Nicht eingepreist sind zudem Fördermittel. So rechnet die Stadt etwa mit einer Million Euro vom Land aus dem Projekt „Gute Schule“, auch könnte es eine Förderung für die Energieversorgung geben.

 Ansicht Ost (von B 237). Foto: Stadt Hueckeswagen


Kritik Nicht zufrieden mit der Transparenz der Verwaltung zeigte sich Pascal Ullrich (CDU). Er war enttäuscht darüber, wie sie etwa über die Veränderung bei den Kosten informiert hätte. Vor allem bemängelte er, dass der zeitliche Ablauf wahrscheinlich nicht eingehalten werden kann. „Die Bürger wollten durch den Bürgerentscheid von April 2018 nicht eine Schule für 14,5 Millionen Euro, sondern, dass die Kinder ab dem 1. Januar 2022 in einem neuen Gebäude unterrichtet werden“, stellte Ullrich klar. Er forderte die Verwaltung daher auf, dass der ursprüngliche Fertigstellungstermin 31. Dezember 2021 eingehalten werde.

Ansicht Süd (vom Kletterpark). Foto: Stadt Hueckeswagen

Letztlich nahm die Verwaltung eine zusätzliche Beschlussempfehlung für den Rat am 28. November auf, in der es heißt: „Im Rahmen der weiteren Projektplanung ist anzustreben, dass der ursprüngliche Fertigstellungstermin (31.12.2021) eingehalten wird. Nur so können die Vorgaben der Bauaufsicht und die Erwartungen der Bevölkerung aus dem Bürgerentscheid erfüllt werden.“ Der stimmten allen Fraktionen zu.

Vergabe Die Verwaltung empfahl der Politik die Vergabe der Bauarbeiten an einen Generalunternehmer. Bürgermeister Dietmar Persian nannte als größten Vorteil angesichts des knappen Zeitplans bis zur Fertigstellung des Neubaus die größere Sicherheit der Termineinhaltung. „Wenn ein Handwerker ausfallen sollte, kann der Generalunternehmer sofort einen anderen beauftragen“, argumentierte er. Bei einer Einzelausschreibung der mehr als 40 Gewerke, die für den Bau der Löwen-Grundschule notwendig sind, müsste die Stadt in einem solchen Szenario diese Arbeiten erst wieder neu ausschreiben. „Das kann Wochen dauern“, betonte Dieter Klewinghaus, Leiter des Regionalen Gebäudemanagements. Zudem verwies die Verwaltung darauf, dass ein Generalunternehmer mit einem eingespielten Team anrücken würde. Klewinghaus: „Wir erwarten dadurch günstigere Preise und mehr Zeit.“

 Allerdings wird bei einer Vergabe an einen Generalunternehmer mehr Vorlaufzeit benötigt, weil sämtliche Planungen abgeschlossen sein müssen. Daher rechnet die Stadtverwaltung damit, dass die Ausschreibung wohl nicht vor März/April 2020 herausgehen wird.

 Oliver Junginger legte für die FaB dagegen den Hauptaugenmerk auf die Nachteile. So würde ein Generalunternehmer die Gesamtkosten acht bis zehn Prozent in die Höhe drücken, was im Fall der Löwen-Grundschule ein Mehr von etwa 1,5 Millionen Euro bedeuten würde. „Und bei einer Einzelausschreibung besteht die Möglichkeit, heimische Unternehmen nehmen zu könne“, argumentierte er. Auch äußerte er die Sorge, dass bei einem Generalunternehmer fehlerhafte Arbeiten erst zu spät festgestellt würden. Dem widersprach Lars Krause vom beauftragten Planungsbüro Assmann: „Auch er kann einer ständigen Kontrolle unterzogen werden.“ Da sei das Planungsbüro mit im Boot.


Entscheidung Beide Ausschüsse stimmten einstimmig für die Vergabe an einen Generalunternehmer, lediglich die FaB enthielt sich der Stimme. Dem muss der Rat am 28. November noch zustimmen. Anfang Dezember soll dann der Bauantrag gestellt werden.

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