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Hückeswagen: Geflüchtete nähen Atemschutzmasken

„Weitblick“-Initiative in Hückeswagen : Flüchtlinge statten Hückeswagener Helfer mit Mundschutzmasken aus

Mehrere Flüchtlinge haben jetzt auf Anregung von „Weitblick“-Lotsin Margareta Coenen Mundschutzmasken hergestellt. Diese werden nun an die Helfer der Hückeswagener Hilfsangebote verteilt.

Im Krisenmodus laufen die Dinge oft anders als geplant. So hat etwa eine Bekleidungsfirma in Augsburg ihre komplette Produktion von Sommermode auf Mundschutzmasken umgestellt, die sie nun Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellt. Was im Großen funktioniert, kann auch im Kleinen gehen. Margareta Coenen, „Weitblick“-Lotsin, näht selbst gerne und hat dementsprechend viele Stoffe daheim. „Mir kam dann die Idee, dass man doch Schutzmasken auch selbst herstellen könnte“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie habe dann zusammen mit Joachim Kutzner die Geflüchteten in Hückeswagen angeschrieben und sie gefragt, ob Interesse daran bestünde, solche Masken zu nähen. „Es haben sich gleich drei Männer und zwei Frauen gemeldet, die das machen wollten“, berichtet die „Weitblick“-Lotsin erfreut.

Eine entsprechende Nähvorlage habe sie sich aus dem Internet besorgt und weitergegeben. „Es war nicht so einfach, weil wir das Ganze wegen des Kontaktverbots nicht wie sonst üblich besprechen konnten“, sagt Margareta Coenen. Es habe indes wunderbar geklappt, wie schon das Ergebnis des vergangenen Wochenendes gezeigt habe. „Ich habe am Montag auch schon die ersten 17 Masken zurückbekommen“, sagt sie. Die neuen Atemschutzmasken werden nun an die Helfer in Hückeswagen verteilt, die für Senioren und und andere Menschen aus Risikogruppen einkaufen und Botengänge erledigen. Margareta Coenen freut besonders, dass die Geflüchteten ihren Beitrag gegeben haben. „Diese Hilfsbereitschaft ist sehr schön“, betont die „Weitblick“-Lotsin.

 Eine Reihe von Schutzmasken ist bereits zusammengekommen.
Eine Reihe von Schutzmasken ist bereits zusammengekommen. Foto: Margareta Coenen
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An der Nähaktion beteiligte sich etwa Lama al Hassan, die ihm die ersten fertigen Masken vorbeigebracht habe, berichtet Joachim Kutzner. „Auch die Familie von Zaynab Hasan und ihrem Sohn Mohammad aus Syrien näht mit, ebenso die irakisch-kurdische Familie um Faraidoon und Nasrin Abdulqadir“, ergänzt er. Ebenfalls mit dabei ist Nevila Haydari. Die Mutter von drei Kindern betont: „Es ist die Pflicht eines jeden von uns, so viel wie möglich zu helfen. Das ist meine Gelegenheit, meinen Beitrag zu leisten.“ Besonders viele ältere Menschen sollten durch die Mundschutzmasken geschützt werden.

(wow)