Hückeswagen: Gedichte von Klassikern kindgerecht präsentiert

Kultur-Haus Zach in Hückeswagen : Mit Gitarre „Frieda“ Gedichte von Klassikern kindgerecht präsentiert

Oliver Steller brachte beim dritten Kindertheater im Kultur-Haus mit seinen Liedern, Gedichten, Zaubertricks und Zungenbrechern die Kinder zum Staunen.

Kinder lieben Reime, Lieder und Zungenbrecher – warum dann nicht auch Gedichte von alten Klassikern und großen Dichtern wie Theodor Fontane, Bertold Brecht oder Christian Morgenstern? Oliver Steller macht in seinem Programm genau das: Er spielt mit der Sprache und bringt Kindern auf unterhaltsame Art Kultur nahe.

Am Sonntagnachmittag trat der Rezitator und Musiker mit seinem prämierten Kinderprogramm im Kultur-Haus Zach auf. Eine Stunde lang begeisterte er die etwa 60 großen und kleinen Zuschauer. Schon Brechts Gedicht vom „Fisch Fasch“ mit seinem weißen „Asch“ brachte die Kinder zum Lachen. Beim bekannten Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, das wohl fast alle Schüler in den vorigen Jahrzehnten auswendig lernen mussten, konnten nicht nur die erwachsenen Zuschauer mitreden. Endgültig gewonnen hatte Steller aber, als er mit seiner Gitarre „Frieda“ das rockige Lied von der Spinne Martha anstimmte. Hier übertrafen sich die Kinder beim lautstarken Mitsingen.

Jocelyn (8) hatte sich vorbereitet und ihr eigenes Spielzeug-Mikrofon zum Kindertheater mitgebracht. Die Achtjährige versäumte es ebenfalls nicht, am Ende des Auftritts den Künstler nach einem Autogramm zu fragen. Dieser konnte sich angesichts seiner Fangemeinde geehrt fühlen, auch wenn ihn der Auftritt ein paar Schweißtropfen auf die Stirn getrieben hatte. Ob es allerdings eine gute Idee war, den Kindern Ringelnatz‘ „Himmelsklößespiel“ nahezubringen, bei dem Briefe in den Pipitopf getaucht und zerknüllt an die Decke geworfen werden, bleibt dahingestellt. Die Kinder fanden’s lustig.

Mitmachen konnten die Zuschauer bei den Zungenbrechern oder „Zungenverfixlern“, wie Oliver Steller sie nannte. Die Kinder legten mit „Fischers Fritz“ vor, eine Mutter zog mit „Zehn zahme Ziegen“ nach, und Steller brach mit dem Zungenbrecher der „17 Schnitzer“ den absoluten Geschwindigkeitsrekord im Aufsagen. Weitere Abwechslung in das kindgerechte Programm brachten kleine Zaubertricks, wie etwa das Malbuch, dass plötzlich seine Farben und Bilder verlor.

Stellers Auftritt war die dritte Folge der Kindertheaterreihe, die das Kultur-Haus mit Unterstützung des Vereins „(D)Ein Euro für Hückeswagen“ ins Leben gerufen hat. Angelina Morher war dazu mit ihrer Tochter Isabella aus Essen nach Hückeswagen gekommen. „Meine Tochter hört die Musik von Oliver Steller sehr gerne“, sagte die Mutter. Besonders das Lied „Der Rollmops ist ein armes Tier“ hatte es der Vierjährigen angetan.

Vor und während des Auftritts konnten sich die kleinen Zuschauer mit Süßigkeiten eindecken, nachher gab es die CDs des Künstlers zu kaufen – auf Wunsch auch mit Autogramm. Am Sonntag, 22. September, 15 Uhr, geht es weiter in der Kindertheater-Reihe im Kultur-Haus Zach mit „Die BuchstAbenteuer“ von Klaus Foitzik.

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