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Hückeswagen: Gänsehaus beim Konzert mit Johnny-Cash-Songs

Kultur-Haus Zach in Hückeswagen : Beim Song „Hurt“ bekamen die Zuhörer Gänsehaut

Die Band „Just Cash“ würdigte im Kultur-Haus Zach den legendären Country-Sänger. Besonders bei einer Nummer des Programms gelangen den Musikern Momente, welche die Besucher tief bewegten.

Der Bass dröhnt und pocht in der Brust. Mit den ersten Takten des Songs „Get Rhythm“ schlägt das Musik-Herz wieder höher. Verantwortlich dafür: „Just Cash“. Die Kölner Band war zum vierten Mal im Kultur-Haus Zach zu Gast. Für die Johnny Cash-Tribute-Band war es das zweite Hückeswagener Konzert unter Coronabedingungen – mit rund 40 Zuhörern vor vollem Haus. Wie gewohnt nahmen die vier Musiker das Publikum mit auf eine Reise durch die Bandbreite der Hits der Country-Legende. Bei vielen der bekannten Songs wie „I Walk the Line“, (Ghost) Riders In the Sky“, „Ring of Fire“ oder „Cry, Cry, Cry“ wippten die Gäste zwar sofort mit ihren Füßen mit. Einzig der Mut zum Aufstehen fehlte. Dafür sparte das Publikum nicht mit Beifall, wie etwa bei „American remains“. „Das ist mein Erfolgserlebnis vom letzten Jahr, dass ich die die anderen zum Singen bringen konnte“, erzählte Sänger Ben Anhalt lachend. Denn das Stück von „The Highwaymen“ – bestehend aus den Country-Musikern Waylon Jennings, Wille Nelson, Johnny Cash und Kris Kristpfferson – ist auf vier Stimmen ausgelegt. So mussten auch Bassist Thomas Naatz, Schlagzeuger Paul Mayland sowie E-Gitarrist Stefan von Berg ihr Können am Mikro unter Beweis stellen. „Mehr davon“, forderten die Zuschauer. Unter dem Motto „Wie hätte Johnny Cash diesen Song gesungen“, präsentierte das Quartett zudem eigens „vercashte“ Titel anderer Musikgrößen, darunter etwa Billy Joels „So it goes“. Die Momente, in denen die Musiker etwas losgelöster von Cashs Originalversionen mit modernem Ansatz spielten, stellten die stärksten dar. Leider taute die Band erst so richtig in der zweiten Konzerthälfte auf, stellte dann aber ihre große Spielfreude sowie instrumentale Qualität unter Beweis.

Die tiefe und warme Bassbariton-Stimme von Sänger Ben Anhalt passt perfekt zu den Cash-Songs, denen er aber immer wieder seine eigene Note verpasst. Für die fetzige Interpretation von Elvis Presleys Hit „That’s Alright Mama“ legte er zum Beispiel eine lässig-rotzige, aber dennoch charmante Art auf. Der Gänsehautmoment des Konzerts: die zweite Zugabe. Das sehr reduzierte, aber stark akzentuierte Zusammenspiel der Instrumente sowie Anhalts einfühlsame Darstellung von „Hurt“ waren sehr eindringlich. Es folgte ein Moment der Stille, bevor es die Besucher von ihren Stühlen riss. Es folgte ein langer, wohlverdienter Applaus. „We’ll Meet Again“, versprach Thomas Naatz. So lautet nicht nur ein Cash-Song, sondern auch der Titel der ersten CD von Just Cash, die die Musiker in der Zwangspause unter Corona-Auflagen produzierten. Pro verkaufter CD spendet die Band zwei Euro an die Hochwasserhilfe NRW/Rheinland-Pfalz.
www.naatz.de/justcashmusic