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Hückeswagen: Fünftklässler werden zu einem Team 

Hückeswagener Realschüler : Fünftklässler werden zu einem Team

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Jugendzentrum und Realschule fand im Brunsbachtal ein spezielles Training für die neuen Realschüler statt. Bei dem lernten sie sich dann einander besser kennen.

Der Wechsel auf eine weiterführende Schule ist nicht immer ganz einfach. Viele neue Mitschüler, neue Lehrer, eine neue Umgebung – all das kann die Jungen und Mädchen zu Beginn des neuen Schuljahrs verunsichern. Um dieses Gefühl der Fremdheit ein wenig zu mindern, ist die Realschule eine Kooperation mit dem Jugendzentrum (JuZe) eingegangen. „In diesem Rahmen sollen sich die neuen Fünftklässler zu Beginn des Schuljahrs bei uns im Jugendzentrum für einen Tag näher kennenlernen können“, sagt David Visse, Pädagogischer Leiter im JuZe.

Das Angebot fand in dieser Woche zum ersten Mal statt, wobei die drei fünften Klassen der Realschule jeweils einen Tag mit gruppenpädagogischen, spielerischen Einheiten im Brunsbachtal verbrachten.

Gerade sind die etwa 25 Kinder auf dem Beachvolleyball-Feld. Aber es fliegen keine Bälle hin und her und ist kein Netz über den Sandplatz gespannt. Vielmehr stehen die Schüler in einer Reihe und versuchen mit Hilfe von zwölf Baumscheiben den Platz zu überqueren – ohne dabei den Sand zu berühren. „Dabei kommt es darauf an, dass die Kinder zusammenarbeiten. Es ist eine beliebte Maßnahme des Teambuildings“, sagt Visse. „Interessanterweise wird viel mehr gestritten, wenn Erwachsene sich an dieser Übung versuchen.“

In der Tat – es ist ein gutes Miteinander unter den Kindern zu beobachten, das schließlich zum Erfolg führt. Denn es ist nicht einfach, die zirka 30 Meter des Spielfelds auf diese Weise zu überwinden.

Doch es ist nicht die einzige Übung, denn die Fünftklässler sind den ganzen Tag von 9 bis 15.30 Uhr im Jugendzentrum. „In einer anderen Übung wurden den Kindern die Beine aneinandergebunden, so dass sie nur dann vernünftig gehen konnten, wenn das in gegenseitiger Absprache funktioniert. Es geht ums Zusammenarbeiten, um Vertrauen zueinander zu entwickeln und darum, einander kennenzulernen“, erläutert Visse. Denn auch wenn es in Hückeswagen nur zwei Grundschulen gibt, kennen sich die neuen Fünftklässler oft noch nicht.

So wie Jakob, der als Erster vom Sand auf das Gras rund um den Beachvolleyball-Platz springt. „Ich kannte nur ein paar Kinder in meiner neuen Klasse vorher“, erzählt der Zehnjährige. Ihm habe die Übung gut gefallen, auch wenn sie nicht leicht gewesen sei. „Man steht mit einem Fuß auf der Baumscheibe und muss balancieren und gleichzeitig versuchen, auf die nächste zu hüpfen. Und außerdem muss man auf die Mitschüler achten, dass die auch vorankommen. Das ist nicht ganz einfach“, sagt Jakob.

Auch die Übung mit den zusammengebundenen Beinen fand der Zehnjährige interessant. „Man lernt sich dabei richtig gut kennen, das ist schön“, sagt er. Angelina sieht das ebenfalls so. „Man merkt, dass man durch den Zusammenhalt etwas erreichen kann“, hat die Zehnjährige festgestellt. Die Freude, etwas geschafft zu haben, ist auch bei Lene groß. „Das war ein tolles Gefühl, als ich auf der anderen Seite war“, sagt die Schülerin. Die Zehnjährige findet auch die weiteren Übungen schön: „Wir mussten alle gemeinsam einen mit Schnüren verbundenen Stift führen, um einen Parcours nachzuzeichnen. Das hat gezeigt, dass man alleine viel weniger schafft als zusammen.“

Im weiteren Verlauf des Tages hat Visse noch einige Übungen in petto. „Und zum Mittagessen grillen wir dann, was bei diesem Wetter perfekt passt“, sagt er. Visse steht zumeist am Rand oder vor den Kindern, trotzdem trägt er auch einen Mund-Nasen-Schutz. „Ich wollte mich solidarisch mit den Kindern zeigen, denn die müssen die ganze Zeit ihre Maske aufbehalten.“

Die Kooperation mit der Realschule ist offensichtlich gut angelaufen. Und wird schon bald weitere Früchte tragen, wie Visse sagt. „Ab September bieten wir eine Hausaufgabenbetreuung für die Realschul-Kinder an. Dabei geht es nicht um Nachhilfe, sondern um Betreuung. Wir sind als Ansprechpartner für die Kinder da“, sagt Visse.