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Hückeswagen: Freies W-Lan soll moderner und leistungsfähiger werden

Hückeswagen : Freies Wlan soll leistungsfähiger werden

Dank einer EU-Förderung von 15.000 Euro soll das Hückeswagener Freifunk-Netz einen deutlichen Leistungsschub bekommen. Helfen sollen bei der Verbesserung auch neue Router, die für eine bessere Verbindungsqualität sorgen.

Freifunk, also das kostenfrei und frei verfügbare Internet, ist grundsätzlich eine feine Sache. Mal eben im Café eine E-Mail schreiben oder nachsehen, wann der nächste Bus kommt. Eine dringende Frage ist dann auch per Online-Suche etwa vor dem Schloss zu klären, das Kinoprogramm lässt sich in den Wupperauen überprüfen. Zumindest theoretisch. Denn auch wenn die Schloss-Stadt schon seit einigen Jahren freies Internet anbietet, ist es doch nach wie vor nicht übermäßig zuverlässig oder gar schnell.

Zwar hat sich viel getan, seit das öffentliche Wlan 2014 in Hückeswagen eingerichtet wurde. Aber wenn man durch die Stadt geht, zeigt sich auch heute noch, dass das Netz eher wankelmütig ist. Etwa an der Mehrzweckhalle. Dort kann es sein, dass man an der einen Stelle einwandfreien Empfang hat und Internetseiten problemlos geladen werden. Aber nur wenige Schritte weiter bewegt sich der blaue Fortschrittsbalken keinen Millimeter mehr weiter. Ähnlich sieht es am Schloss oder an der Bahnhofstraße aus. Auch hier kann es sein, dass man ohne Probleme verbunden wird, während sich nur wenige Augenblicke später das Internet-Nirwana ausbreitet. Ganz im Funkloch ist man am Sportplatz Schnabelsmühle. Zwar wurde dort 2016 Wlan installiert, von den Sportvereinen TBH und RSV 09 sowie dem Stadtsportverband ursprünglich als „Goodie“ für die Sportler gedacht, und war auch für Spaziergänger und Besucher verfügbar. Doch diesen Freifunk-Knoten gibt es heute nicht mehr.

Abhilfe wollte die Stadtverwaltung Mitte des vergangenen Jahres mit dem Abschied vom ehrenamtlich getragenen Freifunk schaffen. „Es waren praktisch keine Freifunker mehr übrig, der Verein war quasi nicht mehr existent“, sagte Stadtsprecher Torsten Kemper im Mai unserer Redaktion. Damals hatte die Verwaltung entschieden, den Freifunk in professionelle Hände zu geben. Die Hückeswagener Firma Dolphin IT hatte sich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Einrichtung des neuen Netzes gekümmert. Von 30 Mbit pro Sekunde im Downstream, bis zu zehn Mbit pro Sekunde im Upstream war die Rede. Bis zu 5000 Nutzer gleichzeitig sollte das Netz verkraften, ehe es zu Verbindungsabbrüchen komme.

Und in der Tat: Im Selbstversuch bricht die Verbindung kein einziges Mal zusammen, wenngleich die Geschwindigkeit einen oft lieber auf das eigene Datenvolumen zurückgreifen lässt. Ein knappes Dreivierteljahr nach dem Freifunk-Relaunch in der Schloss-Stadt dürfen die Hückeswagener sich auf eine weitere Verbesserung des Angebots freuen. Bürgermeister Dietmar Persian hatte es in seiner Haushaltsrede im Stadtrat Mitte Dezember bereits angekündigt. „Wir haben uns schnell genug für das EU-Förderprogramm Wifi4EU beworben und bekommen nun 15.000 Euro für den Ausbau des freien Wlan-Netzes“, berichtete er in der Ratssitzung. Derzeit befinde man sich in der Abstimmungsphase, in der entschieden werde, wie genau dieser Ausbau erfolgen solle, sagt Stadtsprecher Torsten Kemper auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir planen, weiter mit der Firma Dolphin IT zusammenzuarbeiten, die auch das bestehende Netz betreibt“, sagte Torsten Kemper.

Für den Ausbau seien nun zwei Maßnahmen vorgesehen. „So soll das bestehende Netz technisch verbessert werden“, sagt Kemper. Die derzeit betriebenen Router seien bereits mehrere Jahre alt und technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Zuletzt war im Mai auf die vorhandenen Router noch eine neue Software aufgespielt worden. „Mit den EU-Fördermitteln können hier moderne und leistungsfähige Router angeschafft werden, die die Verbindungsqualität spürbar verbessern sollen“, berichtet Kemper. Aber auch eine räumliche Erweiterung stehe im Raum. „Es sollen weitere Bereiche in der Innenstadt mit dem freien Wlan-Netz abgedeckt werden. Derzeit überlegen wir noch, welche Bereiche das sein werden.“

Abhängig sei dies einerseits von den verfügbaren Internetanschlüssen, andererseits aber auch von den entsprechenden Gebäuden, an oder in denen der jeweilige Router untergebracht werden könne. „Diesbezüglich sind wir aber noch in der Anfangsphase, so dass noch keine konkreten Angaben gemacht werden können“, sagt Kemper.

Er geht aber davon aus, dass mit den EU-Mitteln eine deutliche Verbesserung in beiden Bereichen erzielt werden könne. „Das Surfen im freien Wlan wird damit in Hückeswagen deutlich komfortabler werden“, versichert Kemper.