Hückeswagen: Frauengemeinschaft wegen wirtschaftlicher Notlage gegründet

175 Jahre Frauengemeinschaft: Wegen wirtschaftlicher Notlage gegründet

175 Jahre ist es in diesem Jahr her, dass in der Schloss-Stadt am 19. Februar des Jahres 1844 durch Pfarrer Johann Peter Heinrich Giesen und die Lehrerin Anna Tüshaus ein „Verein zur Unterstützung bedürftiger Familien, insbesondere der Schulkinder, Kranken und Wöchnerinnen“ gegründet wurde.

Das war die Geburtsstunde der heutigen Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), die somit die älteste ihrer Art in Deutschland ist. Nötig sei das geworden, so kann man im Gründungsbericht lesen, wegen der schlechten Kartoffelernte und des „außerordentlich schlechten Fabrikengangs“. Deswegen „fehlte es am Notwendigsten“ und „ein Teil der Jugend konnte aus Mangel an Kleidung die Schule nicht besuchen“.

Durch die Anfertigung von Kleidungsstücken und Handarbeiten sowie der Organisation einer Tombola wollten die katholischen Frauen Hückeswagens da Hilfe leisten. Es wurden auf sofort 350 Lose verkauft, für die Frauen Preise gesammelt hatten. Es seien 58 Taler und 10 Silbergroschen zusammengekommen, mit denen 52 Kinder mit Kleidungsstücken und einige Familien hätten versorgt werden können. Die Verlosungen sind weiterhin jährlicher Bestandteil der kfd-Arbeit geblieben. Die Gemeinschaft ist indes erst im Jahr 1918 nach Kriegsende in „Katholischer Frauen- und Mütterverein“ umbenannt worden und in der Folge dem Diözesanverband Köln angeschlossen worden.

Die Unterstützung bedürftiger Familien ist über die Jahrzehnte Hauptzweck der kfd-Arbeit geblieben. Und das auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, etwa im Jahr 1923, als der Mitgliedsbeitrag etwa eine Billion Mark beträgt. In das Kriegsjahr 1944 fällt das hundertjährige Bestehen, das zumindest im kleinen Rahmen gefeiert werden kann. Die Vereinsarbeit kommt nie ganz zum Erliegen, allerdings dauert es bis zum Jahr 1954, ehe auch wieder schriftlich über rege Aktivitäten berichtet wird. Von da an wird in der Chronik von einer immer weiteren Öffnung der Frauengemeinschaft nach außen in Form von Kursen und Vorträgen berichtet. Die soziale Arbeit steht nach wie vor im Mittelpunkt und spiegelt sich heute vor allem in den verschiedenen Hilfsprojekten wider, die von den katholischen Frauen in Hückeswagen unterstützt werden. Derzeit hat die Frauengemeinschaft 232 Mitglieder.

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