Hückeswagen: Festliches Dinner im Pferdestall

Land & Lecker : Festliches Dinner im Pferdestall serviert

Die Hückeswagenerin Birgit Backhaus kochte bei der TV-Sendung „Land und Lecker“. Neben ihrem Drei-Gänge-Menü stellte sie ihre Shire-Horse-Zucht vor. Fünf Tage dauerten die aufwendigen Dreharbeiten in der Hofschaft Engelshagen.

Wer die WDR-Kochsendung „Land und Lecker“ kennt, wird überrascht gewesen sein, als der Oldtimer-Bus mit den Landfrauen Ende Oktober durch Hückeswagen fuhr. An diesem Tag machte er Station bei Birgit Backhaus in Engelshagen, die sich für die Sendung beworben hatte. „Ich gucke die Sendung seit Jahren“, sagt die 50-jährige Hobby-Köchin aus Leidenschaft. Als Gastgeberin kredenzte sie den fünf anderen Landfrauen nicht nur ein außergewöhnliches Drei-Gänge-Menü aus der englischen Küche mit regionalen Produkten, sondern deckte auch den Tisch mitten im Pferdestall, zwischen den Boxen ihrer „Shire Horses“, die sie mit ihrem Ehemann Christof im Nebenerwerb züchtet.

Montagabend wurde die Sendung ausgestrahlt. Nach dem Menü bewerteten die Mitkandidatinnen nicht nur das Essen, sondern auch den Tag auf dem Hof und den Dinner-Raum samt Dekoration. Die Familie wohnt auf einem kleinen, 200 Jahre alten Hof in Engelshagen. Vor sechs Jahren ist die Familie aus Belgien ins Bergische gezogen, um sich hier ihren Traum einer eigenen Pferdezucht zu verwirklichen. Elf Shire Horses leben auf dem Hof. Die englischen Kaltblüter sind die größte Pferderasse der Welt und können bis zu zwei Meter groß werden. Mit ihren Tieren haben Birgit und Christof Backhaus schon zahlreiche Preise gewonnen. „Gentle Giants“ – „sanfte Riesen“ werden die Tiere aufgrund ihres freundlichen Wesens genannt. „Die Pferde kommen sofort zu einem und wollen gestreichelt werden, fast wie Hunde“, berichtet die Pferdezüchterin, die im Hauptberuf in der IT-Branche einer Versicherung arbeitet.

Während ihre Mitstreiterinnen die Region mit einer Bootstour auf der Wupper erkundeten, bereitete Birgit Backhaus mit ihrer 19-jährigen Tochter Annika das Essen vor. Um Produktwerbung zu vermeiden, mussten sämtlich Zutaten vorab in neutrale Dosen und Flaschen umgefüllt werden. Völlig ungeplant war die Dinner-Tafel im Pferdestall. Denn Autorin Christina König, die zwei Wochen vor den Dreharbeiten die Familie besuchte, befand das große und gemütlich eingerichtete Wohn-Esszimmer als ungeeignet, da die Küche zu nah am Essensraum lag und die Geräusche beim Kochen gestört hätten. So mussten innerhalb von eineinhalb Wochen der Stall und die Boxen gestrichen, die Decke abgehangen und eine passende Tischdeko organisiert werden. „Dabei haben wir vorher schon das Streichen des Hauses und das Verschindeln der Fassade für die Sendung vorgezogen. Somit haben wir alle Renovierungsarbeiten komprimiert, die wir erst für die nächsten zwei bis drei Jahre geplant hatten“, berichtet Birgit Backhaus.

Für die Teilnahme als Gastgeberin und Gast bei den anderen Landfrauen, musste die Hückeswagenerin viele Urlaubstage einplanen. „Ich habe den Aufwand für die Sendung total unterschätzt“, sagt sie. Dennoch bereut sie es nicht, mitgemacht zu haben. „Ich habe viele Höfe kennengelernt und auch sehr viel Spaß mit den anderen Landfrauen gehabt“, fügt sie hinzu. In ganz NRW war sie dazu unterwegs, bis in die tiefste Eifel. Ihre Mitstreiterinnen sind durchweg Landfrauen im Vollerwerb; die Altersspanne reichte von 24 bis 54 Jahre.

Birgit Backhaus war die zweite von sechs Gastgeberinnen der Staffel. Es folgen noch vier weitere Sendungen, bevor feststeht, wer die „Land und Lecker“-Staffel gewinnt. Für die Siegerin gibt es ein Essen für sechs Personen bei Sternekoch Björn Freitag. „Dahin werden wir Frauen aber alle zusammen gehen, egal wer gewinnt“, verrät Birgit Backhaus schon vorab.

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