Wm-Finale: Hückeswagen feiert seine Weltmeister

Wm-Finale : Hückeswagen feiert seine Weltmeister

Kaum war am Sonntag, kurz vor Mitternacht, der Abpfiff des WM-Endspiels ertönt, zog es die Hückeswagener Fußball-Fans auf die Straßen der Schloss-Stadt. Ihre Freude über den Sieg Deutschlands brachten sie in Autokorsos zum Ausdruck.

Die Spannung beim Finale der Fußball-WM zwischen Deutschland und Argentinien war kaum zu überbieten. Die Fans mussten bis fast zum Ende der Verlängerung zittern, bis Mario Götze endlich das erlösende Tor für Deutschland schoss. Nach dem Abpfiff fiel dann die ganze Anspannung von den Zuschauern ab. Die Freude über den Sieg trugen die Fans von den Wohnzimmern hinaus auf die Straßen.

"Sehr geil!", fasste Nadine Mertins ihre Gefühle in zwei Worten zusammen. Ihrer Meinung nach habe die deutsche Nationalmannschaft verdient gewonnen, da sie bis zur letzten Sekunde gekämpft habe. Das Spiel hatte die Hückeswagenerin mit Freunden in der Feuerwache angesehen. Gemeinsam "enterten" sie nach dem Spiel den Bergischen Kreisel. Morton Gerhardus, Mitglied der Feuerwehr, drehte bei jeder Autoschlange die Hand-Sirene auf. Fahnen schwenkend und jubelnd wurde jeder einzelne Fahrer begrüßt.

"Leider war das Spiel zu spannend", meinte Gerhardus. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte die Partie entspannter und schon nach 90 Minuten zu Ende gehen können. "Und wir haben ein paar Mal wirklich Glück gehabt", fügt er in Erinnerung an einige Chancen der Argentinier hinzu.

Jubelnd am Straßenrand standen auch Katja Riemer und Ilona Gräf, die das Finale spannend und ausgeglichen fanden. Nicht zufrieden waren sie mit dem Schiedsrichter. "Der war parteiisch und hat mehr Gelbe Karten für Deutschland als für Argentinien gegeben", sagte Ilona Gräf. Den Spielern Bastian Schweinsteiger und Christoph Kramer wünschte sie gute Besserung, nachdem beide während des Spiels hart attackiert worden waren.

"Das war ein Herzattacken-Finale, wie man es sich nicht wünscht, aber das so endete, wie man es sich wünscht", sagte Torsten Eschmann. Er hatte zusammen mit Freunden privat an der Peterstraße gefeiert. Nach dem errungenen Sieg erklommen die Freunde das Podest des Klingelnberg-Zahnrads inmitten des Montanuskreisels und fühlten sich mit dem Weltmeisterpokal in den Händen selbst wie Sieger.

Wunderkerzen, Tröten und Fahnen hatten die "Rudelgucker" der Kreuzkirche an der Montanusstraße dabei, wo rund 50 Fußball-Fans gemeinsam die TV-Übertragung verfolgten. Tobias Gerdes war anschließend erleichtert: "Ich habe zwar gehofft, dass wir gewinnen, aber es auf keinen Fall gedacht", gab er zu. Über die gesamte WM gesehen sei der Sieg jedoch verdient gewesen.

Froh waren die Fans, dass es nicht zum Elfmeterschießen gekommen war. Bei Steffen Borgschulze standen in den nervenaufreibenden 120 Minuten Bier, Chips und Zigaretten zur Beruhigung bereit. "Das hat aber nicht wirklich geholfen", sagte er - und stimmte das Lied "Olé, wir sind die Champions" an.

(heka)
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