Hückeswagen: Favorit mit drei starken Unterstützern

Kommentar : Favorit mit drei starken Unterstützern

Dass Amtsinhaber Dietmar Persian wieder zur Wahl des Hückeswagener Bürgermeisters antritt, ist keine Überraschung. Sehr wohl aber ist es eine, dass sich die CDU an seine Seite stellt. Zwar hatte sie sich – anders als zu Beginn von Uwe Ufers ersten Amtszeit – nicht gegen ihn gestellt, aber eine „Liebesbeziehung“ hat sich in den vergangenen fünfeinhalb Jahren auch nicht wirklich ergeben.

Die größte Fraktion im Stadtrat hat naturgemäß ein Interesse daran, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, um ihre Ideen voranbringen zu können. Zudem hatte Persian bei der Wahl 2014 in CDU-Mann Ulrich Kowalewski einen starken Gegenkandidaten. Doch wie schon nach Ufers erster Amtsperiode schwenkt die CDU auch bei Persian auf die Seite des Amtsinhabers. Der hat dank der Unterstützung auch seitens der SPD und Grünen, die mit der CDU die drei stärksten Fraktionen im Stadtrat bilden, nun eine gewaltige „Hausmacht“ hinter sich versammelt. Wenn deren Wähler am 13. September den Empfehlungen ihrer Parteien folgen, dürfte Persian der neuerliche Erfolg sicher sein.

Doch Vorsicht: CDU, SPD und Grünen hatten 2017/18 schon beim geplanten Schultausch den Schulterschluss geübt und sich letztlich blutige Nasen geholt. Denn der Bürgerentscheid war, wenn auch denkbar knapp, erfolgreich und der von den drei stärksten Ratsfraktionen favorisierte Schultausch vom Tisch. Stattdessen bleibt die Realschule in ihrem Gebäude an der Kölner Straße, und die Löwen-Grundschule bekommt einen Neubau im Brunsbachtal, wie das die Bürgerinitiative propagiert hatte. Interessant wird, wie sich die drei übrigen Parteien im Stadtrat verhalten. Die FDP hat zumindest verlautbart, keinen eigenen Kandidaten aufstellen zu wollen, von UWG und FaB war noch nichts zu hören. Und ob „Die Partei“ jemanden ins Rennen schickt, ist zumindest fraglich, da sie sich selbst erst noch etablieren muss. Doch auch unabhängig von Parteien kann jederzeit ein Gegenkandidat seinen Hut in den Ring werfen.

Fakt ist: Mit den drei Fraktionen an seiner Seite und als Amtsinhaber, der keine gravierenden Fehler gemacht hat, hat Dietmar Persian aktuell sehr gute Chancen, wiedergewählt zu werden. Zudem hat jeder Mitbewerber weniger Zeit, sich den Wählern vorzustellen. Für ihn oder sie wird es nicht leichter werden, den aktuellen „Schlossherrn“ zu stürzen.

STEPHAN BÜLLESBACH