Hückeswagen: Familienpicknick für den Klimaschutz

„Friday For Future“ in Hückeswagen : Familienpicknick für den Klimaschutz

50 Hückeswagener solidarisierten sich in den Wupperauen mit der Fridays-For-Future- Bewegung. Anlass war der globale Klimastreik.

Das Wetter, so könnte man kalauern, ist ein Klimaschutzfreund. Denn am Freitag, als die Bewegung Fridays For Future (FFF) weltweit zu Klimastreiks aufgerufen hatte, strahlte die Sonne vom Himmel, als würde sie dafür bezahlt. In Hückeswagen war zwar keine offizielle FFF-Demo angemeldet, dafür hatte der Hückeswagener Sven Nocon über das soziale Netzwerk Facebook zum Familienpicknick in den Wupperauen aufgerufen. Damit wollten die Hückeswagener ihre Solidarität mit der weltweiten Klimaschutzbewegung zeigen.

Und schon vor dem eigentlichen Beginn um 11 Uhr herrschte auf der Wiese an der Fahrradtrasse reger Betrieb, etwa 50 Teilnehmer waren gekommen, hatten es sich auf Decken im Gras gemütlich gemacht, während an den Bäumen verschiedene Transparente mit Aufschriften wie „Hückeswagener Klimademo“ oder „Klimaschutz – jetzt!“ flatterten, die die Foodsaver-Gruppe aufgehängt hatte.

Grit Glöckner-Kolodziej und ihr Mann Stephan waren aus Maisdörpe in die Wupperauen gekommen. „Wir haben über Facebook davon gehört und wurden gefragt, ob wir als Vertreter des Glöckner-Hofes mitmachen wollten“, sagte Grit Glöckner-Kolodziej. Sie finde es toll, dass alle Generationen vertreten waren. „Gerade war eine ältere Dame da, die Kuchen vorbeigebracht und verteilt hat. Sie wollte sich auch beteiligen, da sie Enkel hat“, sagte Grit Glöckner-Kolodziej und deutete ins Rund, wo sich auch viele Familien mit kleinen Kindern niedergelassen hatten. Dabei sei gerade bei Facebook keineswegs nur breite Zustimmung für die Hückeswagener Aktion zu lesen gewesen. „Es kamen die üblichen negativen Kommentare, die man leider in diesem Zusammenhang im Netz so oft lesen muss – davor sind wir auch in Hückeswagen nicht gefeit“, sagte Grit Glöckner-Kolodziej.

Ihr Mann ergänzte: „Wir wollten eigentlich nach Köln fahren, aber nachdem wir die Gegenrede bei Facebook mitbekommen hatten, haben wir entschieden, hier vor Ort ein Zeichen zu setzen.“ Keiner sei perfekt in dem, was er mache, sagte Stephan Kolodziej, und fügte an: „Aber es scheint mir, dass man direkt das Recht verwirkt hat, aktiv zu werden, wenn man nicht zu 100 Prozent korrekt ist.“ Und dass der Gegenwind sich nicht nur aufs Netz beschränke, sei kurz nach 11 Uhr mitzuerleben gewesen, sagte Grit Glöckner-Kolodziej: „Da ist ein Auto mit offener Scheibe vorbeigefahren, die Insassen haben herausgepöbelt“.

Nicola Nocon, Frau von Initiator Sven Nocon, war dennoch zufrieden. „Wir hatten ja keine großen Erwartungen, aber da das Wetter so wunderbar ist und auch einige Leute gekommen sind, ist die Aktion doch ein Erfolg.“ Das Thema Klimaschutz sei wichtig für alle Menschen, auch die in Hückeswagen. „Wir wollen zeigen, dass auch wir in der Kleinstadt die Fridays-For-Future-Bewegung gut finden und unterstützten“, sagte Nicole Nocon.

Vom Verein Lebendige Inklusion waren der Vorsitzende Ras Meier und Geschäftsführerin Beate Müllers mit einigen Mitarbeitern und Bewohnern in die Wupperauen gekommen. Meier spielte auf der Gitarre und gab Lieder zum Besten, Beate Müllers sagte: „Wir hatten ohnehin vor, auf eine Demo zu gehen, daher waren wir ganz froh, dass auch in Hückeswagen etwas organisiert war. Wir merken die Auswirkungen des Klimawandels doch schon: Uns ist in diesem Jahr erstmals der Garten vertrocknet.“

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