1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Erika und Hartmut Burghoff aus Dörpfelderhöhe feiern Goldhochzeit

Goldhochzeit in Hückeswagen : 50 Jahre Eheglück mit Gottvertrauen

Am Freitag feiern Erika und Hartmut Burghoff aus Dörpfelderhöhe ihre Goldhochzeit. Kennengelernt hat sich das Paar bereits in jungen Jahren über die Gemeinde Scheideweg, in der es noch heute tief verwurzelt ist.

In der Außenortschaft Dörpfelderhöhe haben sich Erika und Hartmut Burghoff ihr eigenes, heimisches Idyll erschaffen: Das selbst gebaute Eigenheim steht inmitten von sechs Hektar Wiesen und Wäldern. Hier fühlen sich nicht nur die Enkelkinder, sondern auch die Pensionspferde wohl, die mittlerweile von Sohn Gordon und dessen Ehefrau versorgt werden. „Die Landwirtschaft betreiben wir schon immer im Nebenerwerb“, sagt Hartmut Burghoff, den man meistens arbeitend und in Latzhose antrifft. Ehefrau Erika hält das Haus in Schuss, das das Paar 1972 auf dem Grundstück ihrer Eltern gebaut hatte. Zwei Jahre zuvor, am 15. Mai 1970, hatte das Paar geheiratet – ganz klassisch im weißen Brautkleid und dunklen Anzug in der Kirche in Bergisch Born, wo Erika Post, wie sie damals noch hieß, bis zu ihrem zwölften Lebensjahr aufgewachsen ist.

Am kommenden Wochenende wollte das Ehepaar eigentlich seine Goldhochzeit groß feiern, die liebevoll gestalteten Einladungskarten sind bereits gedruckt und verteilt. Doch die Corona-Krise macht dem Jubelpaar einen Strich durch die Rechnung. „Wir mussten alles absagen, aber der Lob- und Dankgottesdienst findet am Sonntag trotzdem statt. Das war uns wichtig“, betont Erika Burghoff.

 Erika Post heiratete Hartmut Burghoff am 15. Mai 1970 in der Kirche in Bergisch Born.
Erika Post heiratete Hartmut Burghoff am 15. Mai 1970 in der Kirche in Bergisch Born. Foto: Burghoff

Der christliche Glaube hat das Paar über alle Höhen und Tiefen während der 50 Ehejahre zusammengehalten. Und in der Evangelisch Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) Scheideweg hatte Erika Post den Straßweger Hartmut Burghoff kennengelernt. „Die Jungen haben nach dem Gitarrenchor oft auf uns gewartet oder uns nach Veranstaltungen nach Hause gebracht“, erinnert sich Erika Burghoff. Sie war damals 14, ihr späterer Freund 17 Jahre alt. „Früher ging das alles nicht so schnell wie heute“, fügt die 70-Jährige hinzu. Den entscheidenden Schritt machte Hartmut Burghoff beim Abholen seiner Auserkorenen mit der Aussage: „Entweder du fährst jetzt mit, oder es ist Schluss“. Nicht die romantischste Art, einem Mädchen seine Gefühle zu offenbaren. „Solche Sprüche kennt man von ihm“, sagt seine Ehefrau und lacht. Sie hat sich längst an den ganz eigenen Humor ihres Mannes gewöhnt und ist auch selbst für jeden Spaß zu haben.

Hartmut Burghoff kennt keine Langeweile. Der 73-Jährige arbeitete von der Lehre bis zur Rente als Dreher bei der Firma Klingelnberg. Auf dem Hof in Dörpfelderhöhe züchtete er bis vor wenigen Jahren Kamerunschafe. Nach Hochzeit und Hausbau kam Tochter Melanie zur Welt, sechs Jahre später Sohn Gordon. Erika Burghoff wusste noch nicht, dass sie zum zweiten Mal schwanger war, als sie nach einem schweren Arbeitsunfall ihres Mannes an dessen Krankenbett saß. Die Ärzte hatten eine weitere Schwangerschaft aus medizinischen Gründen ausgeschlossen. „Es ist ein Wunder, für das wir Gott sehr dankbar sind“, ist das Paar überzeugt. Auch die fünf Enkelkinder betrachtet das Paar als ein Geschenk Gottes.

Nicht nur der Glaube verbindet die Eheleute, sondern auch gemeinsame Hobbys. Dazu zähent das Fahrradfahren und die jährlichen Radtouren, mit denen sich die beidenHückeswagener körperlich fit hält. „Vor 22 Jahren haben wir mit 14 Personen eine Donautour gemacht“, erzählt Erika Burghoff. Es folgten Radtouren mit bis zu 300 Kilometer Fahrtstrecke in Deutschland, Österreich und Italien. „Heute sind wir noch acht Personen“, berichten die junggebliebenen Jubilare. Ob die nächste Tour Ende Mai nach Norddeich trotz Corona-Krise stattfinden kann, ist noch ungewiss. Für die Flugreise nach Island im Oktober besteht immerhin noch Hoffnung – diese Reise hat sich das Paar selbst zur Goldhochzeit geschenkt.

Eine lustige Tradition ist das nächtliche Singen für Freunde, die einen runden Geburtstag feiern. „Wir stellen uns dann um Mitternacht vor das Haus und singen“, berichten die Hückeswagener. Geburtstagskinder, die nicht damit gerechnet haben, standen auch schon mal mit Nachthemd und Schlafmütze am Fenster. Einer Freundin warensie extra für das Ständchen bis auf die Nordseeindel Langeoog nachgereist. „Wir haben vor der Hoteltür gestanden und gesungen. Doch sie hat die Tür nicht auf gemacht, weil sie im Traum nicht daran gedacht hat, dass sie gemeint ist“, erzählt Erika Burghoff lachend.

Für Hartmut Burghoff ist es wichtig, dass die Ehepartner miteinander harmonieren. „Nach 50 Jahren habe ich verstanden, dass ich nichts zu sagen habe“, sagt er grinsend und lässt damit seine Art von Humor freien Lauf. Seine Ehefrau liebt die Konsequenz und Verlässlichkeit ihres Ehemannes. „Ich bin die temperamentvolle in der Ehe und er ist der ruhige Pol, der mich hält“, fügt sie hinzu. Für die Zukunft wünscht sich das Goldhochzeitspaar Gesundheit und weitere gemeinsame Jahre – mit Gottes Beistand.