Hückeswagen: Erfolgreiches Börsenjahr der Klingelnberg-Gruppe

Hückeswagener Unternehmen : Erfolgreiches Börsenjahr für Klingelnberg

Nach dem Gang an die Börse in Zürich, dem Hauptsitz des größten Hückeswagener Unternehmens, hat die Firma ein erfolgreiches erstes Jahr hinter sich. Sämtliche Ziele seien erreicht und beim Ergebnis sogar leicht übertroffen worden.

Die gesamte Klingelnberg-Gruppe hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr, das vom 1. April bis 31. März läuft, absolviert. „Im Jahr 2018/19 und damit im Jahr des Börsenganges konnte Klingelnberg sämtliche beim Börsengang kommunizierten Ziele mindestens erreichen, zum Teil übertreffen“, teilen Jan Klingelnberg, CEO und Gesellschafter der Klingelnberg-Gruppe, und Christoph Küster, Geschäftsführer für Finanzen und Personal, mit. Der Nettoumsatz sei um etwa acht Prozent auf 278,2 Millionen Euro gestiegen. Auch beim operativen Ergebnis habe das Unternehmen deutlich um 7,9 auf 30 Millionen Euro zugelegt. Damit übertraf der bereinigte Konzernüberschuss die Prognose. „Nahezu alle Bereiche des Unternehmens wiesen positive Entwicklungen auf“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir freuen uns, dass wir noch ein wenig mehr als das geliefert haben, was wir anlässlich unseres Börsengangs den Investoren in Aussicht gestellt hatten“, betont Klingelnberg. „Damit unterstreichen wir unseren Anspruch auf glaubwürdige und die Realitäten abbildende Kommunikation mit den Kapitalmärkten und den Investoren.“ Gleichzeitig habe die Unternehmensgruppe, die in Hückeswagen an den Standorten Peterstraße und Gewerbegebiet West 2 vertreten ist, im zurückliegenden Geschäftsjahr sowohl technologisch als auch strategisch deutliche Weiterentwicklungen erreicht und seine Marktanteile weiter ausgebaut.

Der Unternehmensleiter zeigt sich zufrieden: „Die neuen Maschinen werden im Markt gut angenommen.“ Klingelnberg sei auf einem guten Weg und sehe sich damit auch für die bereits eingetretene und in der Branche spürbare Abkühlung infolge weltweiter Konjunktureintrübung und der Folgen von Handelsauseinandersetzungen gut gerüstet. Klingelnberg weiter: „Unsere Strategie, mit neuen Produkten wie der Speed Viper und über neue Anwendungen im Bereich Messtechnik neue Märkte zu erschließen, hat im vorigen Jahr hervorragend funktioniert und wird uns auch im aktuellen Jahr helfen, den wachsenden Herausforderungen zu begegnen.“

Das solide Wachstum der Gruppe ist vor allem auf die Bereiche Stirnrad-Technologie und Präzisionsmesszentren zurückzuführen. So platzierte das Unternehmen, wie während des Börsengangs am 20. Juni 2018 angekündigt, zehn Stirnrad-Schleifmaschinen Speed Viper als Auftragseingang in verschiedensten geografischen Märkten. „Es gelang auf Anhieb, mit den neuen Maschinen und dem Markteintritt in Indien, Deutschland, China und Nordamerika eine Referenz in den wichtigsten Absatzmärkten zu schaffen“, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem wurde die Software der Präzisionsmessgeräte um ein System zur schnellen Messung von Zykloiden-Verzahnungen in Robotergetrieben erweitert und auf dem Markt etabliert. Dies sei von weitreichender langfristiger und strategischer Bedeutung, weil sich hierdurch ein größerer Anteil des schnell wachsenden Robotergetriebemarkts für die Gruppe öffne.

Der Auftragseingang im abgelaufenen Jahr entwickelte sich ebenfalls leicht positiv. Auch hier wuchsen die Bereiche Stirnrad-Technologie und Präzisionsmesszentren, wohingegen die Sparte Kegelrad-Technologie marktbedingt deutlich hinter den Vorjahren zurückblieb. „Regional betrachtet entwickelte sich der Umsatz vor allem in Asien und Europa sehr positiv“, steht in der Pressemitteilung.

Trotz der aktuellen Verunsicherung im Automotivumfeld gehen die Verantwortlichen der Klingelnberg-Gruppe davon aus, das Wachstum in den Bereichen Stirnrad-Technologie und Messtechnik fortsetzen zu können. In den Bereichen Kegelrad-Technologie und Antriebstechnik erwartet die Geschäftsleitung hingegen deutlich verstärkten Gegenwind aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit. Sie ist jedoch zuversichtlich, „dass das Umsatzwachstum der Bereiche Stirnrad-Technologie und Präzisionsmesszentren die Belastungen aus den Märkten in den beiden anderen Bereichen weitgehend neutralisieren kann“. Daher sollte der Umsatz auf Vorjahresniveau gehalten werden können. Der Gewinn wird durch die Produktmix-Verschiebung wohl unterhalb des „sehr guten Vorjahres“ bleiben. Dennoch wird mit einem deutlich positiven Ergebnis gerechnet.

Die Gruppe beschäftigt insgesamt 1300 Mitarbeiter, in Hückeswagen sind 750 Männer und Frauen angestellt. Am Stammstandort Peterstraße werden Werkzeuge, Maschinen und Präzisionsmesszentren, in Winterhagen-Scheideweg Großkegelräder hergestellt.

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