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Hückeswagen: Eis und Zollstock für die neuen Realschüler

Schulen in Hückeswagen : Eis und Zollstock für neue Realschüler

Mit drei kleinen, zeitlich voneinander getrennten Einschulungsfeiern empfing die Realschule am Dienstag die neuen Fünftklässler. Zur Begrüßung erhielten die Schüler einen Zollstock als Symbol (für Abstand) und ein kühles Eis.

Was schmeckt besser bei den heißen Sommertemperaturen, als ein kühles Eis ? Das dachte sich auch die Realschulleitung und lud alle 73 Fünftklässler, die am Dienstag eingeschult wurden, zu einem italienischen Eis ein.

Ihr Improvisationstalent müssen die Schulen seit Ausbruch der Corona-Pandemie immer wieder aufs Neue beweisen, denn nicht alle Situationen sind von der Landesregierung vorgegeben und geregelt. So fand auch der erste Schultag für die Fünftklässler erst nach und nicht wie üblich schon vor den Sommerferien statt. „Die Einschulung ist völlig anders, als in den vorherigen 18 Jahren“, sagte Thorsten Schmalt, der zusammen mit Birgit Sköries die Realschule leitet. Um die Abstandsregeln einzuhalten, wurde jede der drei Fünferklassen einzeln und mit zweistündigem Versatz im Innenhof begrüßt.

Die erste Aufgabe ließ dabei nicht lange auf sich warten: Jeder Schüler erhielt als Begrüßungsgeschenk einen Zollstock mit dem Schullogo – unter anderem als Symbol für die Abstandsregel. Diesen sollten sie zunächst zu einer Schultüte, dann zum Haus, Herz, Regenbogen und zur Treppe formen. „Ihr habt jetzt die fünfte Stufe der Treppe erreicht. Und wir hoffen, Euch in den sechs Jahren an der Realschule in ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben führen zu können“, sagte Birgit Sköries.

Die Realschule wird nicht nur von Hückeswagenern, sondern auch von Schülern aus den umliegenden Städten besucht. Die Familie Steffens etwa wohnt an der Grenze zwischen Remscheid und der Schloss-Stadt, hat sich aber dennoch dazu entschieden, ihre Tochter Nele zur Hückeswagener Realschule zu schicken. „Die Kinder haben ihre Freunde hier, und wir sind von der Schule überzeugt“, betonte Neles Mutter, Beate Steffens. Sie nimmt es in Kauf, ihre Tochter täglich mit dem Auto zur Schule zu bringen. „Bei uns fährt kein Schulbus nach Hückeswagen, nur nach Lennep“, erklärte sie. Viele Klassenkameraden von Nele kommen aus Radevormwald.

Thorsten Schmalt kündigte an, dass der Schulbus aufgrund der Bauarbeiten an der Bundesstraße 483 zwischen Hückeswagen und Rade Verspätung haben kann und Umwege fahren muss. Er machte zudem Werbung für den Instrumentalunterricht und die Orchesterarbeit an der Schule sowie für den Förderverein, der auch das Eis und die Zollstöcke gesponsert hatte.

Auf die Schüler warten nun viele Neuheiten, allein schon aufgrund der Corona-Regeln. Sammelpunkte und Handdesinfektion vor dem Betreten des Klassenzimmers und natürlich das dauerhafte Tragen der Mund-Nase-Masken sind Pflicht. Neu ist die Kooperation mit dem Jugendzentrum im Brunsbachtal. „Ihre Kinder nehmen dort nächste Woche an einem Teambuilding-Tag teil, um eine gute Klassengemeinschaft zu entwickeln“, informierte Schmalt die Eltern. Ebenso neu ist das Angebot der täglichen Hausaufgaben-Betreuung im JuZe.

Für die neuen Realschüler war es aber zunächst einmal wichtig, ihre Lehrer und ihren Klassenraum kennenzulernen. Die Aufregung war ihnen dabei deutlich anzumerken. „Nele war schon etwas ängstlich, was auf sie zukommt“, verriet Beate Steffens. Enttäuscht über die zwangsweise abgespeckte Einschulungsfeier war sie nicht. „Ich finde es gut, wie die Schule das gemacht hat.“

Die Freunde Nickolas und Nick ließen sich nach dem offiziellen Teil der Feier das Eis schmecken. Die beiden Zehnjährigen waren bereits in der Radevormwalder Grundschule Klassenkameraden. „Ich kenne die Realschule schon vom Tag der offenen Tür“, sagte Nick, der sich besonders auf seine Lieblingsfächer Sport und Mathematik freut.

Auf Hitzefrei können die rund 400 Realschüler jedoch erst einmal nicht hoffen. „Wir hatten gerade 21 lange Woche hinter uns, wo die Schüler nicht regelmäßig in die Schule kommen konnten. Da können wir jetzt nicht wegen der Hitze schon wieder zu machen“, erklärte Schmalt und fügte beschwichtigend hinzu: „Am Donnerstag wird es wegen der Hitze aber Kurzstunden geben“.