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Hückeswagen: Eine Amtszeit voller Krisen geht zu Ende

Kommunalwahl 2020 in Hückeswagen : Persians Amtszeit von Krisen begleitet

Nach sechs Jahren Amtszeit stellt sich Dietmar Persian am 13. September zur Wiederwahl. Sein Fazit fällt positiv aus – trotz vieler Krisen.

Dass er nun doch noch einen Mitbewerber um das Amt des Bürgermeisters hat, stört Dietmar Perisian nicht. „Das verändert nichts. Ich bemühe mich um die Stimmen der Hückeswagener für eine weitere Wahlperiode“, sagt er. Er wolle deutlich machen, wofür er stehe. „Und die Hückeswagener wissen, was sie an mir haben.“ Persian ist nicht überrascht, dass sich Frank Mombauer zur Wahl stellt. „Ich kämpfe nicht gegen jemanden, sondern ich streite für Hückeswagen. Wir haben viele Projekte gestartet, die ich gerne fortführen würde“, sagt der Amtsinhaber.

Seine Amtszeit von 2014 bis 2020 war geprägt von Krisen – und gleich zu Beginn von der eigenen Finanzkrise. „Wir standen vor der Entscheidung: Haushaltssicherungskonzept oder Steuererhöhungen?“, erinnert sich Persian. Gemeinsam habe man einen guten Weg gefunden – bis März 2020. Da kam die Corona-Krise. Dennoch ist Persian guter Dinge, 2024 wie geplant aus dem Haushaltssicherungskonzept rauszukommen. Das bleibt sein großes Ziel. Vorrangig geht es ihm aber immer um die Menschen und darum, die Stadt für sie lebenswert zu erhalten.

Auch die Flüchtlingskrise fiel in Persians Amtszeit, wobei er den Begriff nicht mag. „Diese Menschen haben ihre Heimat verloren, deshalb war das für uns eine Zeit großer Herausforderungen“, sagt er. Durch die dezentrale Unterbringung der Geflüchteten habe man das Problem gut gelöst – auch durch den unermüdlichen Einsatz vieler freiwilliger Kräfte, die teils bis heute aktiv sind. „Sie haben gezeigt, was Hückeswagen zu leisten imstande ist“, meint der Bürgermeister. Überhaupt spiele das Gemeinsame eine wichtige Rolle in der Schloss-Stadt. Hier packen viele Menschen mit an, suchen gemeinsam nach Lösungen und stehen füreinander ein. Persian erinnert sich an die großen Diskussionen um die Zukunft der Schulen, den Bürgerentscheid und die Entscheidung, die Löwen-Grundschule im Brunsbachtal neu zu bauen. „Die Erschließungsarbeiten beginnen bald, der Auftrag ist erteilt, noch im Juli könnte die ersten Arbeiten beginnen“, sagt Persian. Bis Mitte August erwartet er den ersten Spatenstich. Die Fertigstellung bis Ende 2021 werde aber nicht klappen.

Die Corona-Krise bezeichnet er als spannende Zeit, weil sie gezeigt habe, wie Hückeswagen zusammensteht. „Wir kommen gut durch diese Zeit in einem guten Austausch mit den Bürgern“, findet er.

Viele Projekte, die in seiner Amtszeit starteten, werden die Schloss-Stadt noch weiter beschäftigen: Der Glasfaserausbau geht zügig voran – in den weißen Flecken auf der Landkarte, aber auch in den Gewerbegebieten. „Corona hat uns gezeigt, wie wichtig schnelles Internet ist“, sagt Persian. Einen immensen Umfang habe das neue Gewerbegebiet West 3. Kehrseite der Medaille seien die Veränderungen für die Umwelt und weniger Flächen für die Landwirtschaft. Beides sei aber nicht zu vermeiden, denn die Entwicklung der heimischen Wirtschaft sichere jede Menge Arbeitsplätze. Gespräche mit den Landwirten liefen. „Wir wollen sie einbeziehen“, sagt Persian.

Ebenso wichtig ist ihm die Freiwillige Feuerwehr, die im Brunsbachtal ein neues Gebäude bekommt. „Wir schätzen den ehrenamtlichen Einsatz und haben das immer wieder durch die Anschaffung neuer Fahrzeuge und jetzt aktuell neuer Schutzkleidung dokumentiert“, sagt Persian. Die Genehmigungsplanung werde gerade erarbeitet.

Bei vielen Projekten geht es jetzt also um die Umsetzung. Bereits erfolgreich abgeschlossen ist die Umgestaltung des Etapler Platzes, an der Umnutzung des Schlosses wird gearbeitet. Die „Regionale 2025“ ist für Persian ganz wichtig. „Da wollen wir vorne mitspielen“, kündigt er an. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wird das Aussehen der Innenstadt verändern. Kritikern, die fragen, ob sich die Stadt ein solches Konzept leisten kann, entgegnet Persian, dass sich die Stadt das leisten muss, „damit öffentliche Räume geschaffen werden, in denen sich die Menschen begegnen können“, sagt er. Für diese Treffpunkte lohne sich der Kampf und der Einsatz. Schwierig werde es allerdings in Zukunft, neue Wohnbauflächen zu finden. Auch deshalb sinken die Einwohnerzahlen. Barrierefreier Wohnraum für ältere Menschen lässt sich in Hückeswagen dagegen gut finden. Persians Ziel: Bestandsimmobilien noch schneller an neue Eigentümer bringen. Aber da gelte es, „dicke Bretter zu bohren“, sagt er.

Persian freut sich, dass es in Hückeswagen eine gemeinsame Kultur des Miteinanders gibt. Man sei nicht immer einer Meinung, spreche aber viel miteinander. „Diese Kultur darf sich nicht verändern“, sagt Persian. Als kleine Stadt habe man dann eine große Chance, Zukunft zu gestalten. „Wir dürfen uns streiten über eine gute Lösung, aber nicht gegenseitig bekämpfen“, meint er.