1. NRW
  2. Städte
  3. Hückeswagen

Hückeswagen: Ein Ort zum Experimentieren und Entdecken

3-Städte-Depot in Hückeswagen : Ein spannender Ort zum Experimentieren und Entdecken

Zum Tag der offenen Tür im Drei-Städte-Depot fiel der Startschuss für das Experimentiercenter

Sebastian Brunsbach war einer der Ersten: Als Albrecht Nunn schon vor Jahren begeisterten Jugendlichen eine Entdeckergruppe für technische Experimente anbot, meldete sich der Schüler kurzerhand an. „Damals haben wir noch viel mit Panzertape gearbeitet“, erzählte Brunsbach am Sonntag lachend und schaute sich dann im neuen Experimentiercenter im 3-Städte-Depot um. „Das hier ist jetzt eine andere Welt“, befand er. Und dann erzählte Sebastian Brunsbach von jenen ersten Entdeckungen, die ihn bestärkt hätten, Ingenieur zu werden. „In der Jugendgruppe durfte ich ausprobieren und anfassen: Das hat die Entscheidung gebracht“, berichtete er. Im nächsten Jahr schließt er sein Studium ab – als Ingenieur.

Es sind Geschichte wie diese, die sich Albrecht Nunn und das Team vom 3.Städte-Depot wünschen. Kinder und Jugendliche sollen früh die Möglichkeit bekommen, zu experimentieren, sich auf die Spur von mechanischen, technischen, handwerklichen Entwicklungen zu machen. „Und gleichzeitig wollen wir eine Brücke schlagen zwischen analog und digital, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Senioren und Jugendlichen“, sagt Nunn.

Das alles will das Team des 3-Städte-Depots in einer Junior-Akademie umsetzen – die Pläne dafür werden gerade geschmiedet. „Die Keimzelle für dieses Projekt ist hier“, erklärte Nunn am Sonntag und deutete auf das neue Experimentiercenter – gleich neben dem Museumsraum. Drei Experimentiertische sollen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, selbst zu bauen und zu entdecken. Werkzeuge zur Metallverarbeitung, zur Holzbearbeitung und für Experimente rund um das Thema Elektronik liegen bereit. Ein 3D-Drucker wurde angeschafft. In den Herbstferien findet der erste Kursus statt, ab nächstem Jahr soll es regelmäßige Angebote für Kinder und Jugendliche geben. Insgesamt 20.000 Euro hat die Einrichtung des Experimentiercenters gekostet – 13.300 Euro flossen aus dem europäischen Leader-Fördertopf, die Hans-Hermann Voss-Stiftung steuerte Geld hinzu und auch heimische Unternehmen spendeten für die Einrichtung – und sollen künftig auch Fachwissen einbringen. Der Betrieb zur Eröffnung war entsprechend groß. Landrat Jochen Hagd sagte seine Unterstützung für die Pläne einer Junior-Akademie zu.

Gleichzeitig nutzten viele Besucher am Sonntag die offenen Türen des 3-Städte-Depots, um sich auf die Spuren der heimischen Industriegeschichte zu machen. Die alten Bandwebstühle und Spulautomaten surrten, hunderte Besucher kamen ins Gespräch – und mittendrin standen Jamal (9) und Rakin (5) mit ihren Großeltern und staunten nicht schlecht.