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Hückeswagen: Ein Eldorado für Radfahrer sieht anders aus

Ansichtssache : Ein Eldorado für Radfahrer sieht anders aus

Damit das Bergische Land für Radfahrer ein Eldorado wird, braucht es in den kommenden Jahren noch einige Straßensanierungen – wie an der Landstraße 68 in Bockhacken.

Das Wetter an diesem Wochenende lädt vielleicht nicht unbedingt zu einer ausgedehnten Radtour durchs Bergische ein, aber vielleicht bleibt es ja mal für ein paar Stunden trocken. Dann lohnt es sich, sich auf sein Rad zu schwingen und die schöne bergische Natur zu genießen. Wer das auf einer der beliebten Trassen tut, wird keine Probleme mit Schlaglöchern, tiefen Rissen und gefährlichen Furchen im Asphalt haben – so wie an der L 68 zwischen Bockhacken und Dhünn-Neuenhaus. Dort ist es schon mit dem Auto kaum gefahrlos möglich, die paar Kilometer zu bewältigen, vom Fahrradfahren ganz zu schweigen. Der Landesbetrieb hat die Maßnahme fest im Blick und wird spätestens im Frühjahr mit der umfangreichen Sanierung beginnen. Viel zu spät, mögen Kritiker argumentieren, denn wenn an einer Straße mehr als 35 Jahre nichts getan wird, muss sie so aussehen wie die L 68. Wenn die Politik über Klimaschutz und den Schutz von Umwelt und Natur redet, muss sie auch an die Versäumnisse der vergangenen Jahre denken. Wenn es den Menschen fast schon unmöglich gemacht wird, auch in der Praxis tatsächlichen und gelebten Umweltschutz zu betreiben, und eben langfristig auch aufs Rad umzusteigen, dann müssen auch die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden. Und davon sind wir leider noch ein großes Stück entfernt. Aber die L 68 kann ja so etwas wie der Aufbruch sein. Dann müssen viele weitere Sanierungen folgen. Am besten flächendeckend.

JOACHIM RÜTTGEN Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Dringend Unterstützung braucht die Ehrenamtsinitiative Weitblick. Koordinatorin Margareta Coenen sucht nicht nur eine Nachfolgerin für ihre Kollegin Kerstin Einert, sondern auch für sich selbst, denn die 67-Jährige würde gerne in zwei oder drei Jahren die wertvolle Arbeit in jüngere Hände legen. Und dass diese Tätigkeit gut für Hückeswagen und das soziale Zusammenleben der Menschen ist, will wohl niemand ernsthaft bezweifeln. Wichtig ist, dass sich Menschen melden, die Verantwortung übernehmen wollen, anpacken können und Dinge machen und nicht einfach nur reden. Davon sollte es in der emsigen Kleinstadt doch Kandidaten geben, oder?

Eben diesen ehrenamtlichen und uneigennützigen Ansatz verfolgen einige Jugendliche des Sozialwerks Gotteshütte. Sie „retten“ mit ihrem Einsatz die Blutspende in Hückeswagen die durch den Weggang des Beauftragten Hans-Peter Propach vor dem Aus stand. Nun stellen sich junge Menschen in den Dienst einer guten Sache. Absolut vorbildlich. Und hoffentlich können sie auch ein Vorbild für andere Jugendliche sein, die sich dann ebenfalls überreden lassen, den Dienst am Menschen zu übernehmen, denn auf Blut kann jeder sofort angewiesen sein. Und dann sind alle dankbar, wenn es helfende Hände gibt, die diesen Service aufrechterhalten. Wie wacker sich die Jugendlichen schlagen, werden sie bei ihrem ersten Einsatz am Mittwoch, 15 bis 19.30 Uhr, in der Realschule unter Beweis stellen können.

Und wieder geht es ums liebe Geld. Schulsozialarbeit ist eine der wichtigsten Aufgaben an fast allen Schulformen, aber in Hückeswagen gibt es dafür nur eine halbe Stelle, obwohl der Bedarf für viel mehr Betreuung und Begleitung vorhanden ist. Immer nur auf das fehlende Geld hinzuweisen, ist aber gerade bei dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe viel zu kurz gedacht. Politik und Verwaltung sollten sich dringend Gedanken um eine Ausweitung der Stelle machen und Möglichkeiten der Gegenfinanzierung erörtern. Denn wenn Schule und Schulformen eine Zukunft haben sollen, darf die Bürokratie, so wie sie es jetzt ganz offensichtlich tut, nicht Überhand gewinnen. Die Beratung, Begleitung und Betreuung der Kinder muss wieder mehr in den Fokus rücken.