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Hückeswagen: Duo Tangoyim spielt jiddische Musik im Haus Zach

Kultur in Hückeswagen : Jiddische Musik mit dem Duo Tangoyim im Haus Zach

Beim kurzfristig angesetzten Konzert war die Stimmung im Publikum sehr gut. Das beliebte Duo Tangoyim aus Hückeswagen hatte wieder viele schöne Klezmer und jiddische Lieder im Gepäck.

Sie gehören schon fast ein wenig zum Inventar im Kultur-Haus Zach – Stefanie Hölzle und Daniel Marsch alias Tangoyim. Das Duo hatte wieder viele schöne Klezmer und jiddische Lieder im Gepäck.

Stefanie Hölzles Geige und das Akkordeon von Daniel Marsch ergaben einmal mehr eine schöne Mischung, der kräftige Gesang der beiden thronte darüber und erging sich in schönen Melodien, die meist mit jener Melancholie gefärbt waren, die die Klezmer-Musik so besonders machte. Die Texte zu verstehen war dabei gar nicht so wichtig.

Die Moderationen der beiden Musiker waren dabei zum einen informativ, wenn Daniel Marsch etwa über die Situation der jüdischen Einwanderer im New York der 1920er Jahre berichtete, darüber, wie die Menschen sich in der Neuen Welt zurechtfinden mussten. Bei anderen Gelegenheiten wurden die Geschichten, die in den Liedern erzählt wurden, einfach nachgespielt. So etwa ein Streit unter Liebenden oder die Konflikte zwischen Eltern und Kindern. Danach stieg das Duo in das Lied ein – und problemlos vermochte man der Geschichte zu folgen, erkannte vielleicht das eine oder andere jiddische Wort – und machte das am besten mit geschlossenen Augen. Auch instrumental funktionierte das ganz hervorragend, was Stefanie Hölzle und Daniel Marsch präsentierten. Etwa in der teils repetitiven Wiederholung ähnlicher Melodieabfolgen, die sich nur in der Intensität steigerten und so einen kleinen, aber nachhaltig wirkenden Malstrom ergaben.

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Schön war es auch dann, wenn Stefanie Hölzle die Geige gegen die Klarinette eintauschte, deren warmer und tiefer Klang in Stücken wie „Mazl“ oder „What can you makh? S‘iz Amerike“, besonders reizvoll zur Geltung kam. Das fand auch das Publikum im Kultur-Haus Zach, das nach jedem Lied begeistert applaudierte - und auch mitsang, was nach der aktuellen Corona-Verordnung erlaubt ist. Apropos Corona – mit einem Lied über die Spanische „Cholere“, also der spanischen Grippe, wurde der Pandemie eine Art musikalisches Ständchen gegeben. Die drei Ratschläge, mit denen man sich damals davor schützen sollte, gingen dabei nur zu einem Drittel mit den heutigen konform: Händewaschen, soweit so bekannt, Knoblauch und Rotwein.

Abschließend durfte dann noch ein weiteres Mal mitgesungen werden. Und zwar bei der Version des bekannten Klassikers von Leonard Cohen - „Dance Me To The End Of The Night“. Als Zugabe gab es dann noch „Geven a tsayt“ – besser bekannt als „Those Were the Days“ von Mary Hopkins. Und damit noch einmal ein Refrain zum Mitsingen und Mitwippen.