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Hückeswagen: Dürhagen bekommt einen Brotbackofen

Aus den Hückeswagener Ortsteilen : Dürhagen bekommt einen Brotbackofen

Mit Hilfe von Fördergeldern des Oberbergischen Kreises werden die Einwohner der Ortschaft oberhalb der Wupper-Talsperre in den nächsten Wochen und Monaten ein ganz besonderes Projekt umsetzen.

Für manche Menschen in der Schloss-Stadt liegen die Ortschaften Voßhagen, Steffenshagen und Dürhagen fast schon am Ende der Welt – für die Einwohner könnte es kaum schöner und idyllischer sein. Es weht fraglos ein Hauch von Bullerbü durch die Gassen und die Straße entlang der wenigen Häuser. Kinder können im Gras und auf den Wegen spielen, die Häuser sind im Grünen und mit großzügigen Gärten gesegnet – und wer von hier wegwill, muss das eigene Auto nehmen. Dorfleben eben – aber sicherlich in seiner schönsten Form.

Die Gemeinschaft in diesen kleinen Dörfern oder Hofschaften ist oftmals eine ganz andere als in den diversen Neubausiedlungen. Diese Art von Leben und Gemeinschaft will der Oberbergische Kreis fördern – mit Geld für Projekte zur Dorfentwicklung. Insgesamt hat der Kreis 100.000 Euro hierfür ausgeschüttet. „Das ist eine Wertschätzung für das vielfältige und gelebte Ehrenamt in den Dörfern und Weilern im Oberbergischen Kreis“, betont auch Landrat Jochen Hagt anlässlich der Bewilligung von je 50.000 Euro für die Haushaltsjahre 2021 und 2022.

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Insgesamt 21 Dorfgemeinschaften haben für ihre unterschiedlichen Projekte Gelder bewilligt bekommen. Eine davon ist jene in Dürhagen, die sich genau genommen aus den Menschen der drei Hofschaften zusammensetzt, die nacheinander kommen, wenn man von der Straße in Richtung Lennep nach rechts abbiegt, ehe es abwärts ins Tal nach Forsten geht. Es ist allerdings eine Wiese in Dürhagen, auf der voraussichtlich noch in diesem Herbst mit den Fördermitteln des Kreises ein Brotbackofen im Freien entstehen soll. „Wir haben in der zweiten Runde den Zuschlag für unser Projekt bekommen“, sagt Elmar Windemuth, der in Dürhagen mit seiner Familie lebt. Der junge Familienvater freut sich darüber, dass das Projekt bewilligt wurde. „Wir haben hier im Dorf schon einen Jäger und einen Landwirt, es gibt auch Schafe“, sagt er.

Der Selbstversorgergedanke sei in der Dorfgemeinschaft auf jeden Fall sehr intensiv vorhanden. „Wir haben auch Schafe – und kürzlich erst haben wir auch ein Kartoffelfeld angelegt. Was uns zum Glück aber noch gefehlt hat, ist ein Brotbäcker“, sagt Windemuth. Auch wenn die ein oder andere Familie selbst ihr Brot backe – der Brotbackofen, der künftig unter einem der ausladenden Bäume stehen wird, ist eine große Hilfe. Mit einer jener elektrischen Maschinen, in die man eine fertige Backmischung kippe, die dann in wenigen Minuten zum fertigen Brot gebacken sei, habe der Brotbackofen indes wenig bis gar nichts zu tun. „Wir hatten zwar auch noch die eine oder andere weitere Idee, aber an sich haben wir uns recht schnell auf den Brotbackofen geeinigt“, sagt Windemuth.

Vielmehr handelt es sich um einen großen gemauerten Ofen, den man sich ein bisschen wie einen Pizza-Steinofen vorstellen kann. Gebaut werden soll der Ofen von einem echten Profi, dem Ofenbauer Stefan Theis aus Wiehl. „Er wurde uns von Stephan Klug, dem Bäcker im Freilichtmuseum in Lindlar, empfohlen“, sagt Windemuth. Der Profi werde sich um den Ofen kümmern, gewisse Vorarbeiten in Eigenleistung müssten durch die Dorfbewohner erbracht werden. „Wir haben in der letzten Juni-Woche bereits das Fundament für den Brotbackofen gegossen. Und auch den Dachstuhl für das Dach oberhalb des Ofens werden wir selbst in Eigenregie bauen“, sagt Windemuth. Für die Dachdeckung aus Schiefer werde dann ebenfalls wieder ein Profi angeheuert. „80 Prozent der Kosten – das sind etwa 7000 Euro – werden durch den Kreis gefördert, den Rest müssen wir über Eigenleistung als Dorfgemeinschaft stemmen“, sagt der Dürhager.

Aber wofür genau braucht die Dorfgemeinschaft eigentlich einen Freiluft-Brotbackofen im Dorf? Es gehe vor allem darum, den Gemeinschaftssinn im Dorf zu stärken und zu intensivieren, sagt Windemuth. Nicht nur durch die gemeinsame Arbeit an den in Eigenleistung zu erbringenden Arbeiten, nicht nur beim Richtfest, das natürlich gefeiert werden wird – auch durch gemeinsame Brotbacktage, bei denen dann jeder, der will, sein Brot im großen Brotbackofen backen kann. „Der Ofen muss ja auf Temperatur gebracht werden, das heißt dann wiederum, dass er mindestens einen ganzen Tag lang an ist“, sagt Windemuth. Das Zeitfenster ist nicht zu eng gesetzt. „Wir gehen hier jetzt erst einmal in die Sommerpause, planen aber den Bau für Ende August – und hoffen, im September mit allem fertig zu sein. Auch das wird dann natürlich mit einem Fest gefeiert werden“, sagt Windemuth lachend.