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Hückeswagen: DRK-Teamleiterin Stefanie Berg kümmert sich um Blutspender

Deutsches Rotes Kreuz in Hückeswagen im Einsatz : Die „gute Seele“ der Blutspender

Stefanie Berg ist DRK-Teamleiterin und kümmert sich bei den jeweiligen Blutspendeterminen um die Spender. Die Blutspende sei sehr wichtig und könne auch schon früh für Kinder normalisiert werden.

Die Krankenschwester Stefanie Berg sieht täglich bei der Arbeit durchschnittlich drei Prozent der Bevölkerung. Nicht auf einmal natürlich. Aber das ist die Zahl der Menschen in Deutschland, die im Bundesdurchschnitt zum Blutspenden gehen. Und Stefanie Berg ist Leiterin des Entnahmeteams 9 des DRK-Blutspendedienstes West aus Breitscheid. Am Mittwochnachmittag war sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Standort Weilerswist zum ersten Hückeswagener Blutspende-Termin in diesem Jahr in die Realschule an der Kölner Straße gekommen.

„Die Kollegen fangen schon vor 12 Uhr mit dem Beladen der Lkw an, mit denen wir dann zum jeweiligen Termin fahren“, berichtet sie. Beim Termin in der Realschule sind zwei Entnahmeteams mit jeweils vier DRK-Mitarbeitern anwesend. Entsprechend werden die Lkw für jedes Team beladen – etwa mit Tupfer, Verbandsmaterial, Abwurfbehälter, Beutel für die Blutspende, Akkus für die Blutmischwagen, Kühl-Akkus für die Konserven und vielen anderen Gegenständen, die für eine Blutspende benötigt werden. Zwischen 15 und 19.30 Uhr betreuen die beiden Teams des Deutschen Roten Kreuzes die Spender, die seit Corona mit einem im Internet reservierten Termin kommen, um die Begegnungen zu vieler Menschen möglichst zu verhindern. Gegen 22 Uhr sind die Teams wieder zurück am Standort.

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Das entnommene Blut ist da schon im Zentrallabor in Hagen und wird überprüft. „Jede einzelne Blutspende wird untersucht. Auf Krankheiten wie Aids oder Hepatitis“, erläutert Stefanie Berg. Das sei wichtig und Voraussetzung dafür, dass die Spenden auch verwendet werden könnten. „Die Spender sind ja dazu angehalten, mit einem sogenannten freiwilligen Selbstausschluss anzugeben, ob ihr Blut verwendet werden darf“, sagt die Teamleiterin. Dies werde mit einem Barcode-Aufkleber kenntlich gemacht.

Aber warum sollte man denn dann überhaupt Blut spenden? „Nun, abgesehen davon, dass jede Blutspende auch gesund ist, weil das Blut auf diese Weise natürlich erneuert wird, bekommt der Spender so auch eine Gesundheitsuntersuchung – kostenfrei“, betont Stefanie Berg. Denn bevor rund 500 Milliliter Blut im Beutel landen, werden den Spendern von ihr und ihren Kollegen noch mehrere Röhrchen mit kleinen Proben abgenommen. Neben der Untersuchung auf Krankheiten werden so etwa auch die Leberwerte und die Blutgruppe bestimmt. „Das ist ein kostenfreier Service für die Spender. Wenn man irgendetwas Auffälliges hat, bekommt man innerhalb einer Woche per Post Bescheid von uns“, sagt sie.

Wie alle anderen Beteiligten auch, ist die Krankenschwester derzeit immer mit Mund-Nasen-Schutzmaske unterwegs. „Das Blutspenden während Corona funktioniert eigentlich wie sonst auch, es ist halt nur ein größerer Hygieneaufwand nötig“, sagt die DRK-Mitarbeiterin. Das betreffe nicht nur den Arbeitsaufwand der hauptamtlichen Entnahmeteams des Deutschen Roten Kreuzes. „Auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vor Ort müssen sich umstellen. Ich habe gehört, dass es heute immerhin zum ersten Mal wieder ein Bockwürstchen nach der Spende gibt“, sagt Stefanie Berg. „Ohne die Hilfe aus den DRK-Ortsvereinen wären wir aufgeschmissen, die Spendentermine könnten so nicht funktionieren.“

Zurück zu den drei Prozent der Bevölkerung – warum ist das so, warum kommen nicht mehr Menschen zur Blutspende? „Tja, wenn wir das wüssten. Es ist jedenfalls meiner Wahrnehmung nach durch Corona nicht weniger geworden“, sagt die Teamleiterin. „Viele Menschen haben vielleicht Angst vor dem Piks oder dass ihnen schlecht wird.“ Wenn man indes vor der Spende gut gegessen und getrunken habe, könne da gar nichts passieren. Und in ihrer Praxis-Erfahrung passiere auch nur sehr selten etwas. „Manchmal ist es auch was Psychologisches – man sollte während der Spende nicht daran denken, dass da gerade Blut aus dem eigenen Körper fließt. Einfach den Kopf ausschalten“, rät Stefanie Berg.

Dennoch sei die Blutspende sehr wichtig – und könne auch schon früh für Kinder normalisiert werden. „Man darf zwar erst ab 18 Jahren spenden. Aber wenn die kleinen Kinder mitkommen und sehen, wie Mama oder Papa ganz selbstverständlich Blut spenden, während sie daneben an der Liege stehen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Kinder später auch selbst Blutspender werden“, glaubt die DRK-Mitarbeiterin. Das gehe im Moment natürlich nicht, sei aber außerhalb von Corona gar nicht so selten vorgekommen. „Bessere Werbung kann es nicht geben“, sagt Stefanie Berg.