Hückeswagen: Die wertvolle Jugendarbeit des THW

Ortsverband Hückeswagen : Die wertvolle Jugendarbeit des THW

Beim regelmäßigen Jugenddienst bereitet sich die THW-Jugend auf Leistungsprüfungen und Wettbewerbe vor, damit sie später gut ausgebildet Menschen in Not helfen kann. Die Jugendarbeit ist erfolgreich und sichert den Nachwuchs.

Es ist Samstagmorgen, 10 Uhr: Während andere Jugendliche noch in ihren Betten liegen oder gemütlich am Frühstückstisch sitzen, beginnt für den Nachwuchs des Technischen Hilfswerks (THW) der Jugenddienst. Auf dem THW-Gelände an der Bockhackerstraße tüfteln die Jugendlichen an einem Zweibock. Dabei werden drei runde Holzbalken mit speziellen Knoten in A-Form zusammengebunden, aufgerichtet und mit Seilen gespannt. Durch geschicktes Spannen und Lösen der Seile schafft es die Gruppe, den massiven Zweibock wie Stelzen vorwärts zu bewegen. „Es ist eine Übung, die die Teamfähigkeit fördert. Wenn nicht alle zusammenarbeiten, funktioniert es nicht“, erklärt Stefan Pier. Mit Ehefrau und Jugendbetreuerin Anna Pier leitet das Paar den Jugenddienst und die Minigruppe des Ortsverbands. Und das mit Erfolg: Erst vor zwei Wochen haben sieben Jugendliche das Leistungsabzeichen in Silber und Bronze abgelegt (die BM berichtete).

André Schlüsser ist mit zehn Jahren zu jung für diese Prüfung, war aber dennoch aktiv im Einsatz: „Ich habe einen Verletzten dargestellt“, sagt der THWler. Eine Stunde musste er in einem Kanalrohr ausharren, bis seine Retter einen Dreibock gebaut und ihn aus seiner Lage befreien konnten. Ohne Fehler absolvierte Tyron Drutti (12) die Aufgaben für das Leistungsabzeichen. Fast ebenso gut war Ole Konrads: „Ich habe einen Punkt vergeben, weil ich meinen Helm nicht auf hatte“, ärgert er sich noch heute. Auch zum Jugenddienst erscheint der THW-Nachwuchs in voller Montur. Auf den Jacken und Helmen stehen die Namen, Schuhe und Handschuhe dienen ebenfalls der eigenen Sicherheit. Nach dem Bau des Zweibocks gibt es eine Mittagspause mit Kassler und Sauerkraut. „Wir lassen uns meisten von den Eltern bekochen“, sagt Stefan Pier. Als am Nachmittag der Dauerregen einsetzt, geht es in den Gruppenraum. Unter anderem erhalten die Jugendlichen hier die Aufgabe, eine tragfähige „Leonardo-Brücke“ zu bauen, für die man weder Nägel, noch Seile oder Leim braucht.

„Es gibt vielfältige Aufgabenbereiche beim THW, die wir versuchen altersgerecht zu vermitteln“, sagen Stefan und Anna Pier. Derzeit nehmen beim Hückeswagener Ortsverband zwölf Kinder am Jugenddienst teil, drei Kinder sind bei den Minis aktiv. „Die Jugendgruppen sind die aktivste Zuwachsquelle für den Erwachsenendienst. Es könnten aber gerne noch mehr sein“, hofft Stefan Pier auf weitere Interessenten.

Den Jugendlichen macht das spielerische Lernen viel Spaß. Schon jetzt stehen weitere Herausforderungen bevor. Im nächsten Jahr möchten die Hückeswagener erneut am Bezirkswettkampf teilnehmen, bei dem zehn Ortsverbände gegeneinander antreten. Den Siegerpokal konnten sie sich bereits 2012 und 2017 sichern. „Unser Ziel ist es, zu gewinnen, und beim Bundesjugendwettkampf den Pokal erstmals nach NRW zu holen“, gibt sich Stefan Pier optimistisch. Und da Übung bekanntlich den Meister macht, trainiert der THW-Nachwuchs weiter fleißig mit viel Freude und einer großen Portion Teamgeist.

Für Jugendliche, die Spaß und Spannung lieben, technisch interessiert sind und dabei gute Freunde finden möchten, ist die THW-Jugend die richtige Jugendorganisation. Unter dem Motto „Spielend Helfen Lernen“ können Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 17 Jahren in der THW-Jugend Mitglied werden. Ein großer Wert wird auf die allgemeine Jugendarbeit in Form von Spielen, Zeltlagern und Ausflügen gelegt. Eine Mischung, die beim Nachwuchs bestens ankommt.

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