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Hückeswagen: Die Sicht des Bikers auf das Sackgassen-Schild

Bürgermonitor in Hückeswagen : Sicht des Bikers auf das Sackgassen-Schild

Dirk Gottwald ist Motorradfahrer und Anwohner von Pixwaag. Die Sache mit dem Schild am Bergischen Kreisel sieht er anders. Sei es doch für abbiegende Auto- und Motorradfahrer nicht unbedingt zu sehen.

Das Sackgassen-Schild am Bergischen Kreisel an der Einfahrt zum Mühlenweg wird von vielen Motorradfahrern nicht absichtlich ignoriert, sondern schlichtweg nicht gesehen – dieser Meinung jedenfalls ist BM-Leser Dirk Gottwald. Eine Anwohnerin von Pixwaag hatte jetzt am „Bürgermonitor“ unserer Redaktion kritisiert, dass vermehrt Biker das Schild ignorieren und dann bis in die Siedlung fahren würden, weshalb der Motorradlärm wieder stark zugenommen hätte. Gottwald wohnt ebenfalls in Pixwaag und ist Biker, er erläutert die Situation aus der Sicht eines Motorradfahrers. Und die stellt sich ganz anders dar.

Der Biker fahre aus einem Kreisverkehr in Schräglage, der Blick stets dorthin gerichtet, wo er hinwolle – „denn sonst fällt man um“. Bei der Einfahrt vom Bergischen Kreisel auf den Mühlenweg blickt er erst einmal in Richtung des langgezogenen Mehrfamilienhauses, ob auf dem Gehweg davor eventuell Fußgänger oder Radfahrer, die den Zebrastreifen queren wollen, unterwegs sind. Dann checkt der Motorradfahrer den gesamten Zebrastreifen von rechts nach links ab und blickt anschließend nach vorne auf den Mühlenweg. Gottwald: „Der Blick auf den Zebrastreifen ist wichtig. Denn viele Fahrradfahrer fahren dort und werden durch ein Schild verdeckt und nicht gesehen.“ Er hätte in Schräglage beinahe einmal einen Mann auf einem E-Bike überfahren. Das Sackgassen-Schild sei nach dem Zebrastreifen angebracht, der Blick ist beim Fahren jedoch bereits nach vorne gerichtet, weswegen das Schild von einem Motorradfahrer in der Regel übersehen werde. „Man könnte meinen, es beim ersten Blick nach rechts auf Fußgänger oder Radfahrer zu sehen“, sagt der Hückeswagener. „Aber dabei schaut man auf den Weg und guckt nach Personen, das Schild steht aber weiter hinten.“ Auch viele Autofahrer würden das Schild nicht kennen, ihm seien sogar Anwohner vom Mühlenweg bekannt. Gottwald hatte in dieser Angelegenheit bereits im vorigen Jahr mit dem Bürgermeister gesprochen. „Man sagte mir, dass man mein Anliegen prüft.“ Allerdings habe es keine spürbare Konsequenzen gegeben – „ich denke, weil vom Schreibtisch aus auch alles in Ordnung scheint“. Das Schild jedenfalls sei nicht offensichtlich erkennbar. „Man kann dem Ordnungsamt aber auch keinen Fehler vorwerfen“, betont Gottwald. Überhaupt habe die Stadt rechtlich sicher alles korrekt gemacht.

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Die meisten Biker wollten an die Wupper, wobei Auswärtige den Wanderparkplatz oft als Firmenparkplatz der Firma Pflitsch interpretierten und weiterführen. „Offensichtlich könnte man den Parkplatz besser beschildern“, regt Gottwald an. Er schickt ortsfremde Motorradfahrer, sofern sie an die Wupper wollen, stets zum Parkplatz Schnabelsmühle: „Wenn Fremde wüssten, dass man auch von dort auch an die Wupper kommt, würden hier bereits viele halten.“ Das wüssten aber eben viele nicht, weshalb sie – auf der Suche nach der Wupper – weiter Richtung Pixwaag führen. Gottwald: „Den Ärger von manchem Anwohner kann ich nachvollziehen, ich selber empfinde es nicht als so schlimm.“

Die Stadt hat nun Kontakt mit dem Straßenverkehrsamt in Gummersbach und der Polizei aufgenommen. „Die Straßenverkehrsbehörde hat die Standorte und die Anzahl der Schilder festgelegt, also muss sie mögliche neue auch anordnen“, erläutert Roland Kissau vom Ordnungsamt.