Hückeswagen: die Aufgaben des Arbeitskreises Inklusion

Arbeitskreis Inklusion in Hückeswagen : Unterstützung im Zeichen der Inklusion

2014 wurde der Arbeitskreis Inklusion gegründet, der seitdem still und leise im Hintergrund wirkt. In ihm vertreten sind Mitglieder aller Fraktionen des Stadtrats sowie Vereinsvertreter, Bürger und Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Sein Wirken ist der Inklusion gewidmet, die ihm auch seinen Namen gab. Die Idee zur Gründung dieses Arbeitskreises ging auf einen Wunsch im Stadtrat zurück: Schon 2012 hatte die FaB die Bildung eines Behindertenbeirats gefordert, ihr Antrag war aber von den übrigen fünf Ratsfraktionen abgeschmettert worden. „Daraufhin gab es 2014 einen Antrag der Grünen, einen entsprechenden Arbeitskreis zu gründen“, berichtet Shirley Finster, Ortssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen und Ansprechpartnerin im Arbeitskreis Inklusion. Der Antrag wurde angenommen, woraufhin noch im selben Jahr der Arbeitskreis Inklusion gegründet wurde. „Mit dabei sind Vertreter aller Parteien, die Behindertenbeauftragte der Stadt, Jutta Haybach, Vertreter des Reha- und Behindertensportvereins (RBS), der Lebenshilfe, des Vereins ,Lebendige Inklusion’, betroffene Bürger und Mitarbeiter der Stadtverwaltung“, zählt sie auf.

2015 nahm der Arbeitskreis seine Arbeit auf, seitdem hat er sich etwa 25 Mal getroffen. Ziel sei es, die Inklusion in der Schloss-Stadt mit Augenmaß voranzutreiben, erläutert Shirley Finster. „Wir versuchen, die Dinge, die uns auffallen oder die an uns herangetragen werden, zunächst auf dem kleinen Dienstweg zu regeln. Und wenn das nicht geht, haben wir immer noch die Möglichkeit, Anträge über die Parteien zu stellen.“

Der Behindertenparkplatz vor dem Kodi-Markt am Etapler Platz wurde durch den Arbeitskreis Inklusion angeregt. Foto: Stephan Büllesbach

So habe der Arbeitskreis in den vergangenen vier Jahren schon einige wichtige Themen umsetzen können. „Aktuell ist das ein Projekt an der B 483 nach Radevormwald auf Höhe der oberen Zufahrt Reinsbach“, berichtet sie. Dort soll eine neue Bushaltestelle auf der Seite in Richtung Hückeswagen gebaut werden. Zwar gibt es an der Einmündung Reinsbach längst eine Haltestelle, aber eben nur in Fahrtrichtung Radevormwald. Das sei für Menschen mit einer Gehbehinderung mit Schwierigkeiten verbunden, wenn sie denn an der Haltestelle nahe der Wupperbrücke aussteigen und die beschwerliche Steigung Richtung Kaiserhöhe oder weiter Richtung Reinsbach bewältigen müssen. Die Bushaltestelle mit Überquerungshilfe sollen im kommenden Frühjahr errichtet werden, wenn der Landesbetrieb Straßen NRW die Fahrbahndecke der Bundesstraße in diesem Bereich erneuern lässt (die BM berichtete).

Ein anderes bereits umgesetzte Projekt war laut Shirley Finster die Teilnahme von Mitarbeitern der Stadtverwaltung, des Arbeitskreises und des Regionalen Gebäudemanagements an einem Seminar der Agentur Barrierefrei NRW. „Das haben wir angestoßen“, sagt sie. „Es gab theoretische und praktische Teile, bei denen die Teilnehmer einmal die Erfahrung machen konnten, wie sich ein Handicap anfühlt.“ Daraus sei etwa ein zusätzlicher Behindertenparkplatz vor dem Kodi-Markt zwischen Bahnhofs- und Etapler Platz entstanden. Auch bei der Umgestaltung des Etapler Platzes habe der Arbeitskreis Inklusion genau hingesehen, so dass die Anordnung und Größe der Parkplätze für Menschen mit Behinderung angemessen geplant worden waren.

Es seien oft Kleinigkeiten, die Menschen ohne Handicap gar nicht auffallen würden, hat Shirley Finster festgestellt. „Vor dem GBS-Hochaus in Wiehagen waren etwa Pflastersteine, die wir rollstuhlgerecht haben umbauen lassen.“ Zudem habe der Arbeitskreis auch bei der Stadtverwaltung erwirkt, dass bei öffentlichen Veranstaltungen, etwa der Konzertreihe „Hückeswagen Live“ oder beim Weinfest auf dem Schlosshof, zumindest beim Veranstalter eine behindertengerechte Toilette anzufragen. Auch bei der Planung der neuen Löwen-Grundschule ist der Arbeitskreis Inklusion mit im Boot. „Denn mit geringem Aufwand kann in der Planung oft sehr viel umgesetzt werden“, macht Shirley Finster deutlich.

Fraktionsübergreifend gebe es eine sehr gute Zusammenarbeit im Arbeitskreis, versichert sie. „Es ist eine harmonische und gute Zusammenarbeit. Denn uns allen ist klar, dass eigentlich noch sehr viel mehr gemacht werden müsste und könnte.“ Dieser gemeinsame Weg habe dem Arbeitskreis schon viele kleine und größere Erfolge gebracht. „Und damit natürlich vor allem den Menschen mit Handicap in unserer Stadt“, betont Shirley Finster.

Allerdings gebe es noch immer viel zu tun – und nicht alles, was wünschenswert sei, könne auch umgesetzt werden. „Wir haben Anfang 2017 eine Art Bestandsaufnahme in allen städtischen Gebäuden gemacht. Bedingt durch bauliche und räumliche Gegebenheiten und Gebäudestrukturen können wir zum Beispiel am Schloss keinerlei Einfluss nehmen“, bedauert Shirley Finster. Sie wünscht, dass sich Betroffene und Angehörige beim Arbeitskreis melden: „Denn sie wissen am besten, wo Handlungsbedarf besteht.“

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