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Hückeswagen: Die Altstadtfest-Absage macht alle traurig

Hückeswagen in der Corona-Krise : Die Absage des Altstadtfests macht alle traurig

Bei einigen Vereinen sind es auch die Einnahmen, die fehlen. Deshalb bedauern sie den Entschluss. Viele sind aber auch deshalb unglücklich, weil nun keine Möglichkeit besteht, Freunde zu treffen und Kontakte zu pflegen. Verständnis für die Absage haben aber alle Befragten.

Im 45. Jahr die erste Absage – dass wegen der Corona-Krise und dem Gesundheitsschutz von Teilnehmern und Besuchern am 5. und 6. September kein Altstadtfest gefeiert werden kann, wird durch die Bank bedauert. Unsere Redaktion hat bei einigen Vereinen nachgefragt.


Stadtmarketing Seit 14 Jahren organisiert Monika Winter, Geschäftsführerin des Stadtmarketings, das Altstadtfest. „Für mich ist die Absage sehr traurig“, versichert sie. Dennoch sei die richtige Entscheidung getroffen worden, „denn die Pandemie endet mit Sicherheit nicht am 31. August“. Bis zu diesem Tag gilt momentan das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen. Für die Veranstalter stand nun aber die Frage im Raum, mit der Organisation zu beginnen oder das Altstadtfest abzusagen. „Das ist ein großer Aufwand“, versichert Monika Winter. Bei den Besprechungen in dieser Woche habe es nicht eine Stimme gegeben, die gegen die Absage erhoben wurde. Nun blickt sie bereits auf den Weihnachtsmarkt Anfang Dezember: „Dann ist jeder Verein willkommen, der mit einem Stand dabei sein will“, wirbt die Stadtmarketing-Geschäftsführerin. Sogar ein „Hüttenzauber“ bis zum Schloss hält sie für denkbar – „das wünsche ich mir seit Jahren!“ Allerdings stellt Monika Winter auch klar: „Beim Weihnachtsmarkt lassen sich nicht solche Einnahmen generieren wie auf dem Altstadfest.“

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ATV Eine mögliche Beteiligung am „Hüttenzauber“ zieht Jörg von Polheim in Betracht – „wenn der denn stattfindet“, wagt der ATV-Vorsitzende einen ersten Zweifel. „Uns werden die Einnahmen aus dem Altstadtfest definitiv fehlen“, gesteht er mit Blick auf den großen ATV-Stand am Heimatmuseum. Der Verein müsse nun die Kosten minimieren. Allerdings wäre es unter den aktuellen Umständen auch schwierig geworden, überhaupt Helfer zu finden. Von Polheim bedauert zwar die Absage, macht aber auch deutlich, dass sie die einzige Alternative ist.


DLRG Ein Verein, der von den Einnahmen aus dem Altstadtfest und seinem Sommerfest – das auch abgesagt werden musste – abhängig ist, ist die DLRG-Ortsgruppe. Die Absagen bedeuten, „dass wir 2020 nur die nötigsten Ausgaben tätigen können“, betont Vorsitzender Adrian Borner. Da allerdings der Unterhalt der Rettungsstation an der Bever die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen übersteigt, sei die Ortsgruppe zum Ausgleich der Deckungslücke mehr denn je auf Spenden angewiesen. Borner: „Eine weitere Reduzierung der Kosten ist unter Berücksichtigung der Sicherstellung der öffentlichen Gefahrenabwehr schwer möglich.“ Die DLRG zieht in Erwägung, ein Fest in diesem Jahr nachzuholen.


Kolpingsfamilie „Das ist schon bitter. Denn das Altstadtfest ist eines der großen Ereignisse in Hückeswagen, auf das alle hinarbeiten“, sagt Stephan Teders. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie fügt hinzu: „Finanziell wird sich die Absage für uns nicht auswirken, da wir über die Jahre gut gewirtschaftet haben.“ Allerdings wird er vermissen, am Fest-Wochenende im September mit denjenigen Mitgliedern zu sprechen und zu feiern, die sonst nur selten zu sehen sind. „Das ist schon ein Schlag ins Kontor“, gesteht Teders.


Schützenverein Die Absage des Altstadtfests ist laut Schützenchef Stefan Lorse „das kleinere Übel für uns“. Die fehlenden Einnahmen aus dem Sektstand seien zu verkraften. Viel schwerer dagegen wiegt für die Schützen, dass auch das Schützenfest abgesagt ist. „Auch wenn wir damit kein Geld verdienen“, sagt Lorse. Immerhin ist geregelt, wie es mit dem amtierenden Schützenkaiser Gerd Happel weitergeht: Er muss nicht entkrönt werden, sondern hat sich bereiterklärt, seine „Amtsgeschäfte“ bis 2021 fortzuführen. Happel wäre damit drei Jahre lang Schützenkönig – so lange wie niemand vor ihm.


Motocrossfreunde Herweg Für den Freundeskreis aus ehemaligen Beiwagenfahrern fällt die Absage nicht so ins Gewicht, wie Andreas Wohlert bestätigt. Für sie seien die Einnahmen aus ihrem Stand, an dem Pizza, Flammkuchen und Frikandel spezial angeboten werden, nicht so wichtig. „Die Entscheidung ist aber nachvollziehbar“, versichert er.


Modern Generation Auch bei der Chor- und Instrumentalgemeinschaft sind die Einnahmen nicht das Wichtigste am Altstadtfest, wie die Vorsitzende Stefanie Gotzmann-Hessel versichert. „Uns ist die Präsenz wichtiger.“ Es gehe um die Teilhabe am Stadtleben, den Spaß und die Gespräche mit den Nachbarn der anderen Stände auf dem Schlosshof. „Die sozialen Kontakte und der Spaß werden uns fehlen“, bedauert Stefanie Gotzmann-Hessel, die die Hygienebeauftragte des Altenzentrums Johannesstft ist. „Gerade als solche kann ich die Absage des Altstadtfests verstehen.“