Hückeswagen: der Frauenchor aus Schückhausen

Mein Hückeswagen : Die singenden Frauen von Schückhausen

In der größten Außenortschaft hat sich 2017 ein Frauenchor gegründet, der sich seitdem über regen Zuspruch freut.

Schückhausen mag ein kleiner Ort sein, in dem nur rund 100 Menschen wohnen. Das hält die Einwohner indes nicht davon ab, auch einmal unkonventionelle Wege zu gehen und beispielsweise – völlig gegen aktuelle Trends – einen Chor zu gründen: den Frauenchor Schückhausen. Der ist im vorigen Oktober von 13 Sängerinnen, davon zehn aus der größten Außenortschaft Hückeswagens, aufgestellt worden.

„Die Idee ist den Ehefrauen einiger Sänger der Chorgemeinschaft Germania Straßweg 1888 bei einem gemeinsamen Ausflug gekommen“, erzählt Elisabeth Thiel, eines der Gründungsmitglieder. Weil sie am gemeinsamen Gesang auf diesem Ausflug so viel Spaß gehabt hätten, hätten einige der Ehefrauen der Germania-Sänger gesagt: „Das können wir auch, lasst uns doch einen Chor gründen.“ Über eine WhatsApp-Gruppe haben sie weitere potenzielle Sängerinnen mobilisiert. „Unsere erste Probe war am 3. Juli. Das klappte dann direkt recht gut, so dass wir die Chorgründung vorangetrieben haben“, sagt Thiel.

Der 9. Oktober ist der offizielle Gründungstag. Und der Frauenchor Schückhausen wächst schnell – auch das geht völlig gegen den Trend von Gesangsvereinen, die eher schrumpfen oder sich gar auflösen. Aus den 13 Mitglieder der Anfangstage sind mittlerweile 29 aktive Sängerinnen und neun passive Mitglieder geworden. „Das ist schon interessant“, meint Thiel. „Besonders um die Jahreswende hat es noch einmal einen ordentlichen Zulauf gegeben. Unsere Sängerinnen sind jetzt allerdings nur noch etwa zur Hälfte Schückhausenerinnen.“ Die übrigen Sängerinnen kommen aus anderen Stadtteilen Hückeswagens, aber auch aus Wermelskirchen und sogar Remscheid. „Der Frauenchor scheint ein Angebot zu sein, für das offensichtlich Bedarf besteht“, sagt die 54-Jährige, die aus Straßweg kommt.

Auch wenn die Chorgründung aus einer Laune heraus geschehen ist, so ist der Frauenchor doch kein Spaßprojekt, versichert Thiel. Das wird auch dadurch deutlich, dass er mit Petra Rützenhoff-Berg von einer professionellen Dirigentin geleitet wird. Die Chorleiterin verfügt nicht nur über langjährige Erfahrung, sondern leitet neben dem Lüttringhauser Frauenchor und der Chorgemeinschaft Germania Straßweg 1888 auch noch andere Chöre. „Sie war bei dem Ausflug damals ebenfalls mit dabei und hat uns von Anfang an unterstützt“, sagt Thiel.

Natürlich ist es für einen Chor das Höchste der Gefühle, das einstudierte Programm präsentieren zu können. Neben dem inoffiziellen ersten Auftritt bei der Jahresfeier des MGV Germania Straßweg hat der Frauenchor auch schon einen offiziellen Auftritt absolviert: „Wir hatten bei der diesjährigen Sänger-Matinee in Herbringhausen unseren ersten richtigen Auftritt und sind da auch sehr gut angekommen“, erzählt Thiel. Wer sich nun auch einmal von den Sangeskünsten der Frauen überzeugen will, kann das schon bald tun. „Wir singen zum ersten Mal beim Sommerfest in Straßweg am kommenden Sonntag, 2. September, beim Frühschoppen gegen 12.15 Uhr“, sagt das Gründungsmitglied Elisabeth Thiel.

Das Repertoire des Frauenchors ist bunt gemischt und geht querbeet vom geistlichen Chorlied „Oh Herr, welch ein Morgen“ über das aus dem Film „Sister Act“ bekannte Gospel „I Will Follow Him“ bis hin zum Schlager, wie Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“, oder zum Pop, wie „The Winner Takes It All“ von ABBA. Die Lieder werden von Dirigentin Rützenhoff-Berg vorgeschlagen und dann vom Chor diskutiert.

Ebenso vielfältig wie die Lieder ist übrigens auch die Altersstruktur im Frauenchor, wie Thiel schmunzelnd sagt: „Unsere jüngste Sängerin ist gerade einmal elf Jahre alt, die älteste hingegen 74 Jahre. Im Schnitt sind wir Mitte 40.“

Kuriose Notiz am Rande: Im Schückhausener Frauenchor singen drei Mütter zusammen mit ihren jeweiligen Töchtern. Das Singen verbindet eben.
(Die Serie ist damit beendet.)

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