Hückeswagen: Der Advent beginnt mit Guskis Werken

Die Ausstellung ist auch ein Wiedersehen mit dem Künstler : Advent beginnt mit Guskis Werken

Zur traditionellen Ausstellung seiner neuer Werke lud Künstler Bernhard Guski in sein Haus in Voßhagen ein. Inspirationen für seine Werke findet er oft auf Reisen.

Noch vor dem ersten Blick auf seine neuen Werke, auf Bilder und Skulpturen, wirkt schon dieser Ort auf die Menschen, den Bernhard Guski in Voßhagen geschaffen hat. Da kommt einem der besondere Griff an der schweren Haustüre plötzlich unerwartet vertraut vor, da zieht der Duft von Tee und Glühwein einen in die gute Stube. Da grüßen freundliche Besucher und irgendwer bietet selbst gebackene Weihnachtskekse an. Dann reicht einem Bernhard Guski die Hand, heißt einen willkommen und lädt zum Stöbern ein – in den Fluren und im Treppenhaus, in der guten Stube und in dem hellen Ausstellungsraum.

Seit mehr als 50 Jahren richtet der Künstler mit seiner Familie die Adventsausstellung aus, bei der er die neuesten Werke und alte Schätze zeigt und mit den Menschen ins Gespräch kommt. Diese Ausstellung gab es schon, als die Guskis Voßhagen noch gar nicht gefunden hatten. Und jetzt gibt es sie erst recht: Wo dieser Ort längst nicht nur zu einem eigenen Zuhause, sondern auch zu einer Heimat für die Kunst geworden ist. „Diese Ausstellung gehört auch für mich einfach dazu“, sagt der Künstler. Wie immer finden am Sonntag viele Besucher den Weg rauf nach Voßhagen – vor allem, um Guski und seine Familie wieder zu treffen, einen Freund zu umarmen. Aber auch, um sich inspirieren zu lassen, um den Blick über warme Holzfiguren gleiten zu lassen, die es einem schwer machen, die Finger davon zu lassen. Um mal tiefreligiöse, dann ganz abstrakte Motive unter die Lupe zu nehmen. Guski macht es dem Betrachter möglich, verschiedene Materialien und ihre Wirkung zu entdecken. Holz, Bronze, Alabaster.

Währenddessen wollen seine Bilder ein Erlebnis sein. Viele Inspirationen hat Guski auf gemeinsamen Reisen mit seiner Frau gesammelt. „Im letzten Jahr waren wir wenig unterwegs“, erzählt er, „aber ich zehre immer noch von der Reise nach Litauen.“ 2018 hatten sich die beiden Zeit genommen für die Kurische Nehrung. Mit vielen Skizzen im Gepäck war der Künstler zurück nach Voßhagen gekommen. „Nur ein paar Striche und ein paar Notizen“, sagt er, „mehr brauche ich nicht.“ Und dann lässt er an den riesigen Leinwänden die Eindrücke der Reise lebendig werden.

Auch in seinen neuen, abstrakten Werken, in denen er Licht und Farben in Szene setzt, spiegele sich die Reise nach Litauen noch wieder. Die neuen Aquarelle zeigen die Kraft von durchflutendem Licht, von Farben und Mustern. Und wer dann nach einer Weile wieder die schwere Tür öffnet und das wohlige Künstler-Zuhause verlässt, der sieht frisch sensibilisiert, die Felder und Wälder, die bergische Landschaft oben in Voßhagen noch mal mit ganz anderen Augen.