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Hückeswagen: Das Team um Peter Goldstraß baut wieder die Krippe auf.

Weihnachten in Hückeswagen : Kirchliche Krippenbilder zur Besinnung

Am Samstag legte das Team um Peter Goldstraß die Basis für die Krippenlandschaft in der katholischen Pfarrkirche. Bis zum 2. Februar folgen acht weitere Szenen, gestaltet nach dem jeweiligen Evangelium im Lesejahr.

Hier noch etwas Tannengrün, da mehr Moos und am Rand ein angeschraubter Zaun. In der katholischen Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wird am Samstag fleißig geschleppt, gebaut und dekoriert. Am Werk sind Künstler Peter Goldstraß und ein Helfer-Team, die sich seit vielen Jahren um den Aufbau der großen Krippenlandschaft in der Kirche kümmern. Viele Dinge haben sich durch die Corona-Pandemie geändert – unter anderem die Gottesdienste und Messen, die derzeit nur mit Mund-Nasen-Schutz, begrenzter Besucherzahl und großen Abständen stattfinden dürfen. Dass die handgearbeitete Krippe trotzdem wie gewohnt ihren Platz in der Nähe des Altars findet, gibt ein Gefühl von Hoffnung und Beständigkeit. Bis zum 2. Februar (Maria Lichtmess) wird sich das Krippenbild in der Pfarrkirche jede Woche je nach Lesung des Evangeliums verändern.

Das Krippenbau-Team kann sich vorstellen, dass das Weihnachtsfest in diesem Jahr besinnlicher ausfallen wird. „In der Kirche und beim Betrachten der Krippe können die Leute zu Ruhe kommen“, ist die Hoffnung von Peter Goldstraß. Der Künstler, der auch an den einzelnen Krippenelementen mitgewirkt hat, sorgt mit seinem erfahrenen Blick für ein christliches Gesamtkunstwerk. Die einzelnen Szenen sind genau abgestimmt, ein Foto dient als Vorlage, denn die Lesejahre wiederholen sich alle paar Jahre.

 Annegrete Stadie hat eine Figur eingekleidet.
Annegrete Stadie hat eine Figur eingekleidet. Foto: Jürgen Moll

Die erste Szene aus dem Markus-Evangelium (Mk 13,33-37) steht unter dem Motto „Seid wachsam“. Jesus rät den Menschen, wachsam zu bleiben, da niemand den Tag kennt, an dem der Menschensohn kommt. Zu sehen sind Feldarbeiter auf dem Kornfeld mit einem Ähren-Bündel, als Hinweis auf die Eucharistie und das „Brot des Lebens“. Ein Esel und ein Torhüter vervollständigen die Szene.

Bis der Grundaufbau steht, vergehen mehrere Stunden. Die einzelnen Elemente und Figuren müssen aus verschiedenen Räumen und Kellern geholt und zusammengesetzt werden. Zunächst wird die Unterkonstruktion aus Paletten gebaut, danach folgt der Aufbau der Kulisse. Die lebensechte Landschaft wird mit Naturmaterialien wie Holz, Wurzeln, Koniferen, Sand und ganz viel Moos gestaltet. Ein angenehmer Duft von frischem Tannengrün breitet sich aus. Die schwerste Wurzel, die in die Kirche getragen wird, schätzt Peter Goldstraß auf gut 40 Kilogramm. Annegrete Stadie kleidet die handgeschnitzten Figuren behutsam ein, damit sie keinen Schaden nehmen. „Die Figuren sind austauschbar in dem, was sie darstellen – bis auf Maria, Josef und das Jesuskind“, betont sie. So werden aus Feldarbeitern Engel und aus Torwächtern Könige. Durch die beweglichen Arme und Köpfe passen sie sich dem jeweiligen Szenenbild an. Neun Figuren gibt es insgesamt, zuzüglich der Tierfiguren.

Die Helfer diskutieren, ob ein Torwächter einen Bart tragen darf oder ob der Zaun falsch herum angeschraubt wurde. Wolfgang Klatt sucht den Wackelkontakt in der Stromversorgung für die Beleuchtung und Maria Dirschka verteilt säckeweise Moos, das später befeuchtet wird, um es zu neuem Leben zu erwecken. Über all dem wacht Peter Goldstraß mit geschultem Auge. „Jeder kann aber auch seine eigenen Ideen mit einbringen“, sagt Michael Zlobinski vom Helfer-Team. „Gerade am Anfang ist es aber eine ganz schöne Schlepperei und echte Knochenarbeit“, sind sich Hans-Willi Krämer und Gunter Breidbach einig. Ein großer Vorteil ist, dass das Team bestens eingespielt ist und die erforderlichen Handgriffe kennt. Nach nicht ganz fünf Stunden ist das Werk vollbracht. „Im Endeffekt müssen alle zufrieden sein“, betont Peter Goldstraß.

Die Krippenbauer werden sich nun jeden Samstag treffen, um neue Szenen zu gestalten. Mitte Dezember kommt der große, beleuchtete Weihnachtsbaum hinzu. Ein wenig Vorfreude auf das Weihnachtsfest stellt sich beim dem Anblick der detaillierten Krippenlandschaft bereits ein. Für die Planung von Kirchen- oder Familienbesuchen sei es aber noch zu früh, meint Gunter Breidbach. „Wenn das Fest auch nur in Teilen stattfinden könnte, wäre es schon etwas Besonderes“, bleibt er optimistisch.