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Hückeswagen: Das AWO-Familienzentrum soll zwei neue Gruppen bekommen

Kitas in Hückeswagen : Positive Bilanz bei Kindergartenplätzen

Das AWO-Familienzentrum „Margarete Starrmann“ soll zwei neue Gruppen bekommen. Geplant ist, dass diese in einem Anbau untergebracht werden. Die Bauarbeiten dafür sollen im kommenden Jahr starten.

Einen Platz im Kindergarten zu bekommen, ist nicht immer einfach. Dieses Problem gibt es auch in der Schloss-Stadt. Besorgniserregend ist die Situation allerdings nicht, auch wenn man von einer 100-Prozent-Versorgung noch entfernt ist. Im Moment gebe es neun Kindergärten mit insgesamt 504 Plätzen in 25 Gruppen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Dazu sollen nun noch zwei weitere Gruppen kommen. Dafür wird aber kein neuer Kindergarten ins Leben gerufen, sondern es handelt sich um einen Anbau an das AWO-Familienzentrum Margarete-Starrmann an der Montnausstraße, wie dessen Leiter Bernd Block mitteilt. „Wir haben im Moment schon vier Gruppen mit jeweils zwischen 20 und 23 Kindern. Im Anbau sollen zwei weitere Gruppen mit insgesamt 30 Plätzen dazukommen.“ Perspektivisch gesehen sei die Schloss-Stadt dann in den kommenden Jahren mit diesen beiden neuen AWO-Gruppen und dem Waldorfkindergarten an der Ewald-Gnau-Straße, der voraussichtlich am 15. November öffnet, dann im Ü3-Bereich bei nahezu 100 Prozent Auslastung, sagt Alexander Stehl, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung. „Bei den U3-Kindergartenplätzen sind wir noch nicht ganz so weit, aber ebenfalls gut aufgestellt“, ergänzt Stehl.

Eigentlich sollte der Waldorfkindergarten, der vom Verein „Zwergenbande Hückeswagen“ ins Leben gerufen wurde, bereits am 1. Oktober an den Start gehen. Aber wegen Verzögerungen durch die Corona-Krise, werde das nicht funktionieren. Zuständig für die Bedarfsplanung und die weiteren Verwaltungsarbeiten für die Kindergärten ist das Kreisjugendamt in Gummersbach. Stehl betont, dass die Stadt eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt pflege. Auch dort sehe man die Situation in Hückeswagen positiv. „Durch den Waldorfkindergarten und den AWO-Anbau werden weitere Plätze im Stadtgebiet geschaffen. Die Ü3-Versorgungsquote steigt von 87,8 Prozent in 2019/20 auf 99,0 Prozent in 2022/23, die U3-Versorgungsquote von 37,1 Prozent auf 47,5 Prozent“, sagt David Mauelshagen vom Kreisjugendamt.

„Wir stehen laufend in Kontakt und es gibt eine sehr enge Abstimmung“, ergänzt Stehl. Die Aufgabe der Stadtverwaltung sei in diesem Zusammenhang letztlich nur die Einziehung der Kindergartenbeiträge. Die AWO Oberberg habe sich bereit erklärt, als die Frage im Raum gestanden habe, zwei neue Gruppen in der Schloss-Stadt zu schaffen. „Wir bauen am derzeitigen Standort des Margarete-Starrmanns-Familienzentrum an, vergrößern den Kindergarten am Dierl“, sagt Block. Die erste Gruppe solle Platz für bis zu 20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bieten.

In der zweiten Gruppe sollen zehn Kinder von drei Monaten bis drei Jahren untergebracht werden. „Der Anbau soll im laufenden Betrieb stattfinden, denn wir können nicht den Kindergarten schließen“, sagt Block weiter. Auch die Eltern seien direkt informiert worden. „Wir wollten sie sofort ins Boot holen, als die Bestätigung des Anbaus kam“, ergänzt Block. Den Bedarf für neue Kita-Plätze sehe er auch, sagt der Leiter des Margarete-Starrmann-Familienzentrums. „Wir sind in diesem Jahr mit vier Kindern in der Überbelegung“, sagt Block. Mit dem Anbau sei der Bedarf dann wohl annähernd gedeckt“, sagt Block. Gerade im Bereich der U3-Kinder. Das habe auch mit einem sich verändernden Anmeldeverhalten der jungen Familien zu tun, sagt Block und ergänzt: „Früher wurden die Kinder in der Regel mit vier Jahren angemeldet, heute sind es viel mehr Zweijährige.“

Die jungen Eltern würden teilweise unter Erwartungsdruck der Arbeitgeber stehen, so dass ein gutes und umfassendes Versorgungsverhältnis für die Kinder unabdingbar sei. Die Entscheidung sei nun also gefallen – bis allerdings tatsächlich die Bagger am Dierl anrücken werden, werden noch einige Monate vergehen. „Die Baumaßnahmen sollen nicht vor dem kommenden Jahr starten“, bestätigt Block.