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Hückeswagen: Darmkrebs – Vorsorge kann Leben retten

Helios-Klinik Wipperfürth : Darmkrebs – Vorsorge kann Leben retten

Deutschlandweit steht der März ganz im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Denn Darmkrebs ist bei Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Lungenkrebs.

Der Darm leistet täglich Schwerstarbeit: Er schiebt, quetscht und zermalmt das, was ihm zugeführt wird. Dabei mutet man ihm mit fettigem Essen und großen Portionen viel zu. Die Folgen werden oft so lange ignoriert, wie es geht. Jede Menge Stress und wenig Bewegung tun ihr Übriges. „Gründe, warum in Deutschland immer noch viele Menschen an Darmkrebs erkranken“, erläutert Janine Schulze, Sprecherin der Helios-Klinik Wipperfürth. Dabei könnte mit Hilfe von Vorsorge ein Großteil aller Fälle verhindert, frühzeitig erkannt oder geheilt werden. Daher engagieren sich in diesem Monat bundesweit Kliniken, Selbsthilfegruppen und Ärzte dafür, Aufmerksamkeit für diese Erkrankung zu wecken und so die Wahrnehmung zu fördern.

Vorsorge und Früherkennung sind bei Darmkrebs besonders wichtig, denn ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko einer bösartigen Veränderung der Darmschleimhaut. Das Fatale daran: Meist spüren Betroffene zu Beginn der Erkrankung nichts. „Sie entwickelt sich schleichend und wird daher oft erst spät erkannt. Daher ist es besonders wichtig, mögliche Warnzeichen ernst zu nehmen“, appelliert Marco Wagner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Erste Anzeichen für eine bösartige Veränderung seien unter anderem Veränderungen in der Verdauung wie chronische Verstopfungen oder Blut im Stuhl.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen, an der etwa sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken. Dabei handelt es sich im engeren Sinne bösartige Tumore des Dick- und Mastdarms. Dünndarmkrebs ist sehr selten, Dickdarmkrebs gehört zu den führenden krebsbedingten Erkrankungserkrankungen in den westlichen Ländern. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr als 70.000 Menschen an einem bösartigen Darmtumor, zirka 25.000 sterben daran.

Meistens verursacht diese Krebsart erst im fortgeschritten Stadium Beschwerden. Deshalb sind Vorsorge und Früherkennung besonders wichtig: Im Rahmen einer Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) können Polypen, eine Vorstufe von Darmkrebs, entdeckt und entfernt werden. Außerdem ermöglicht diese Untersuchung die Diagnose von Darmkrebs in frühen Stadien.

„Risikofaktoren wie eine fleischreiche Ernährung, wenig Bewegung und ein meist damit verbundenes Übergewicht spielen bei der Entstehung von Dickdarmkrebs eine große Rolle“, erläutert der Chefarzt. Zudem könne eine genetische Veranlagung zur Erkrankung beitragen. Eine Darmspiegelung ermöglicht den Experten die frühzeitige Erkennung bösartiger Veränderungen der Darmschleimhaut. „Mithilfe moderner Endoskope können wir in hochauflösender Qualität und besonders schonend schon kleinste Neubildungen im Darm, wie Polypen, erkennen und frühzeitig behandeln“, versichert Wagner. Besteht ein familiäres bzw. genetisches Risiko für Darmkrebs, sei die Vorsorge schon in jungen Jahren ratsam.

Darmpolypen und Tumore sondern oft Blut ab, das mit dem bloßen Auge meist nicht zu erkennen ist. Mit einem einfachen Okkultbluttest können unsichtbare Blutspuren im Stuhl jedoch nachgewiesen und bewertet werden. „Es empfiehlt sich, diesen Test ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich durchzuführen“, erklärt der Mediziner. Auf Vorsorgeuntersuchungen sollte auch nicht aufgrund der Corona-Pandemie verzichtet werden. „Es besteht kein Grund, Untersuchungen zu verschieben. Im Gegenteil: „Je früher umso besser. Wartet man zu lange, wächst das Risiko einer Darmkrebserkrankung deutlich an“, stellt der Chefarzt klar.