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Hückeswagen: Corona trifft auch die Stadtbibliothek hart

Pandemie in Hückeswagen : Corona-Krise trifft auch die Stadtbibliothek hart

Die Zahlen der Besucher, Veranstaltungen und Entleihungen gingen 2020 teils stark zurück. Die Schließungen wurden aber genutzt, um die Räumlichkeiten der Bücherei attraktiver zu machen.

Regina Stefer hat einen großen Wunsch: „Dass sich das ,Wohnzimmer der Stadt’ bald wieder mit Leben füllt.“ Das sagte die Leiterin der Stadtbibliothek am Donnerstagabend in der Informationsveranstaltung zum Schulausschuss per Videokonferenz. Zuvor hatte sie einen Blick zurück auf das „ungewöhnliche Jahr 2020“ geworfen, wie sie das zu Beginn ihrer Jahresbilanz genannt hatte.

Dabei hatte das vorige Jahr in der Stadtbibliothek an der Friedrichstraße verheißungsvoll begonnen: „Wir hatten einen guten Start“, sagte Regina Stefer mit Blick auf die 550 Besucher im ersten Quartal. Doch dann kam Corona und mit der Pandemie die erste Schließung der Bücherei ab dem 12. März. Die Zeit bis zur Wiedereröffnung Ende April war genutzt worden für die Umsetzung des neuen Bibliothekskonzepts sowie Reinigungs- und Aufräumarbeiten. So seien die Flure großzügiger und übersichtlicher geworden, und es gebe nun gemütliche Sitzgelegenheiten und Grünpflanzen, teilte die Büchereileiterin mit. Zudem wurde im Obergeschoss ein neuer Lern- und Arbeitsplatz eingerichtet wobei die Technik durch den Freundeskreis gesponsert worden war. Dank einiger Spenden konnten darüber hinaus Stapelstühle und zwei Stehtische genutzt werden, was Regina Stefer zu der Anmerkung veranlasste: „Hoffentlich können sie bald häufiger genutzt werden.“

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Mit der Wiedereröffnung wurde erstmalig eine Hygienekonzept eingeführt. Zudem durften sich keine Gruppen in den Räumen an der Friedrichstraße treffe, die Besucher konnten nur zum Entleihen und zur Rückgabe der Medien kommen. Auch im jüngsten Lockdown war die Bücherei ab Mitte Dezember für lange Zeit geschlossen, teilweise wurde immerhin das kontaktlose Ausleihen angeboten.

In dieser Zeit bewarb die Büchereileitung vor allem die „Onleihe“, bei der E-Books für einen gewissen Zeitraum heruntergeladen werden können. Die Zahl der Entleihungen stieg somit von 3232 in 2019 auf 3614 im vorigen Jahr. Die Zahl der Nutzer kletterte um sieben auf 94.

Im vorigen Jahr wurden neue Medien im Wert von zirka 6100 Euro angeschafft. Dazu unterstützte der Freundeskreis die Stadtbibliothek mit etwa 3600 Euro für Medien, Zeitschriften und Sachleistungen, weitere Sponsoren steuerten 1500 Euro für Möbel bei. Der Medienbestand kletterte um 241 auf 15.434, bei den Entleihungen (21.307) gab es dagegen ein Minus von fast 3700 – was angesichts der zweimaligen, wochenlangen Schließung nicht verwundern dürfte. Besonders krass war der Rückgang bei den Besuchern von Veranstaltungen: 2264 in 2019 standen lediglich 663 in 2020 gegenüber. Auch die Gesamtzahl der Besucher (5362) war deutlich geringer als die ein Jahr zuvor (6609).

Für die zweite Hälfte dieses Jahres erhofft sich Regina Stefer wieder mehr Normalität. Vor allem, damit die Gruppen zurück in die Bücherei finden und Veranstaltungen möglich sind. So soll auch das Reparaturcafé wieder starten.