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Hückeswagen: Corona-Ausbruch an Löwen-Grundschule

Oberbergs Landrat will wieder Maskenpflicht an Schulen : Corona-Ausbruch an Löwen-Grundschule

Die Klasse 1b muss bis zum Nikolaustag in Quarantäne. Weil gerade bei den Fünf- bis 15-Jährigen die Infektionslage sehr hoch ist, will Landrat Jochen Hagt für Oberberg wieder die Rückkehr zur Maskenpflicht an Schulen.

Immer mehr Kinder infizieren sich im Oberbergischen Kreis mit dem Coronavirus. Aktuell sind 13 Schulkassen und eine Kindergartengruppe in Quarantäne – betroffen ist erstmals seit langem auch wieder eine Einrichtung aus Hückeswagener: Für die Schüler der Klasse 1b der Löwen-Grundschule an der Kölner Straße, die am vorigen Montag am Präsenzunterricht teilgenommen hatten, wurde vom Kreisgesundheitsamt eine Quarantäne angeordnet. Sie gilt bis zum 6. Dezember.

Innerhalb eines Tages war die Zahl der Corona-Infizierten in der Schloss-Stadt um 23 auf 78 am Freitag angestiegen, was vor allem auf das Ausbruchsgeschehen in der Löwen-Grundschule zurückzuführen ist. „Die Zahlen in Hückeswagen spiegeln die momentane Situation im Kreis wider“, berichtete Iris Trespe, die Pressereferentin der Kreisverwaltung, auf Anfrage unserer Redaktion. Fast die Hälfte der Infektionen in der Schloss-Stadt liegt demnach in der Altersgruppe zwischen 0 und 19 Jahren, gefolgt von der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, speziell der 35- bis 39-Jährigen. „Es zeigt sich, dass auch hier überwiegend familiäre Haushalte betroffen sind“, betonte Iris Trespe.

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Und die Zahlen in Oberberg klettern weiter: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit 394,9 nur noch knapp unter der 400er-Marke, am Freitag waren kreisweit 1770 Menschen infiziert, darunter 73 in Radevormwald (+ 6) und 147 in Wipperfürth (+ 24). Dort sind momentan zwei sechste Klassen des auch von vielen Hückeswagener Schülern besuchten St.-Angela-Gymnasiums in Quarantäne.

Angesichts der hohen Inzidenz sowie der vergleichsweise hohen Infektionszahlen im Bereich der Fünf- bis 15-Jährigen hat sich Landrat Jochen Hagt am Freitag in einem Schreiben an Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Schulministerin Yvonne Gebauer gewandt. Darin appelliert er für verbindliche Regelungen zum Schutz der Schüler an den Grund- und weiterführenden Schulen im Kreisgebiet. 

Ein Impfschutz sei in den stark betroffenen jüngeren Altersgruppen noch nicht vorhanden. „Deshalb ist die Beachtung der bekannten Hygieneregelungen in dieser Altersgruppe ganz besonders wichtig“, argumentierte Hagt. „Aus infektiologischer Sicht ist das Tragen einer Maske ein bewährtes Mittel, um den Schutz vor einer Ansteckung zu erhöhen.“ Er erhofft sich nun verbindliche Regelungen insbesondere im Hinblick auf das Tragen von Masken, denn nach seiner Auffassung sind sie jetzt notwendig. Schon in der Vorwoche hatte der Landrat betont, dass er gerne Masken im Unterricht der oberbergischen Schulen anordnen würde, die rechtliche Lage derzeit aber eine andere sei.

 „Das Hygieneinstitut des Uniklinikums Bonn, das vom Kreis beauftragt wurde, das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet zu analysieren, bestätigt die Position des Landrats, dass eine Maskenpflicht an Schulen gewiss nicht wünschenswert, aber aus infektiologischen Gründen unumgänglich ist“, teilte die Pressereferentin mit. So sind teilweise Schulen mit mehreren Klassen bzw. Stufen betroffen. In den vergangen sieben Tagen wurden 59 Schüler und Lehrer mittels PCR-Test positiv getestet.