Hückeswagen sucht den Bürgermeister Persian geht 2025 – aber wer rückt nach?

Hückeswagen · Zuerst erreichte die Nachricht Dienstagnachmittag per Mail die Mitarbeiter im Rathaus, dann machte Dietmar Persian es am Abend im Stadtrat öffentlich: Bei der Kommunalwahl 2025 wird er nicht mehr als Bürgermeister antreten.

 Bürgermeister Dietmar Persian wird bei der Kommunalwahl 2025 nicht noch einmal kandidieren. Das teilte er am Dienstagabend im Stadtrat mit (hier ein Foto aus der Februar-Sitzung).

Bürgermeister Dietmar Persian wird bei der Kommunalwahl 2025 nicht noch einmal kandidieren. Das teilte er am Dienstagabend im Stadtrat mit (hier ein Foto aus der Februar-Sitzung).

Foto: Jürgen Moll

Eigentlich hatte er sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu seinen persönlichen Zukunftsplänen äußern wollen, aber andere nahmen es ihm vorweg: Schon beim SPD-Ortsparteitag im März war öffentlich bekannt geworden, dass Dietmar Persian zur nächsten Kommunalwahl im Herbst 2025 nicht noch einmal als Bürgermeister-Kandidat antreten wird. So hielt sich die Überraschung über diese „neue“ Nachricht am Dienstagabend auch in Grenzen. Dietmar Persian nutzte die öffentliche Ratssitzung zu seiner persönlichen Erklärung. Die Kernaussage: Der amtierende Bürgermeister strebt definitiv keine dritte Amtszeit an der Spitze im Rathaus an.

Der gebürtige Hückeswagener, der immer in seiner Heimatstadt gelebt und gearbeitet hat, wird nach den Kommunalwahlen im Herbst 2025 den Chefsessel im Rathaus auf eigenen Wunsch räumen – und zwar ausschließlich aus Altersgründen, wie er in seiner Erklärung im Rat unterstrich. Amtsmüde sei er jedenfalls „in gar keiner Weise“, zumal sich die Stadt aktuell in spannenden Entwicklungsprozessen und -projekten befinde. Da gebe es noch viel zu tun, auch für ihn.

Der amtierende Verwaltungschef vollendet im Sommer 2025 das 66. Lebensjahr. Nach dann exakt 50 Jahren im Berufsleben – für ihn gleichbedeutend mit fünf Jahrzehnten der Arbeit im Hückeswagener Rathaus – will er ab dann Bürgermeister im Ruhestand und vor allem Privatmann sein, der wieder Zeit hat für die Familie und seine Hobbys wie Fotografieren, Wandern und Lesen. Dass er schon jetzt, also gerade zur Hälfte seiner zweiten Amtsperiode, diese persönliche Erklärung abgab, war Folge von Gerüchten zu seinem Amtsende, die schon länger in der Stadt kursierten und in deren Folge sich die Anfragen bei ihm gehäuft hatten. Diese öffentliche Diskussion um seine Person in der laufenden Amtsperiode und damit lange vor der nächsten Kommunalwahl gefalle ihm nicht, er habe sie aber auch nicht verhindern können.

Stunden vor seiner Erklärung in diesem Gremium hatte er per Mail sein Team im Rathaus über seine Absichten für die Zeit nach der Wahl 2025 informiert. Auch darin hatte er betont, dass es für ihn nach wie vor eine „wunderbare Aufgabe“ sei, Bürgermeister seiner Heimatstadt zu sein. In der Mail würdigte er das „tolle Team sowohl in der Verwaltung als auch im Stadtrat“. Was seit Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2014 in Hückeswagen vorangebracht worden sei, „ist nicht mein Verdienst, sondern Ergebnis einer großen Gemeinschaftsleistung“. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunalpolitik und Stadtverwaltung sei „äußerst konstruktiv und vertrauensvoll“. In Hückeswagen sei dieses Zusammenwirken zum Wohl der Stadt selbstverständlich, „an anderen Orten leider gar nicht“.

Sicher dürfte sein, dass viele der großen Projekte und Prozesse, die in den zurückliegenden Jahren unter Dietmar Persian als Bürgermeister auf die Schiene gesetzt worden sind, bis zur Wahl in zweieinhalb Jahren nicht abgeschlossen sein werden. Vor allem geht es dabei um die Großprojekte aus dem Integrierten Stadtentwicklungsprozess (ISEK) wie den Umbau des Schlosses, die Umgestaltung der Innenstadt mit Bahnhofstraße, Bahnhofsplatz, Wilhelmplatz und Wupperaue, die Wiederbelebung der Altstadt, aber auch um so wichtige und millionenschwere Neubauten wie das Hallenbad oder das Feuerwehrhaus im Brunsbachtal.

Wer als Bürgermeister fortführen wird, was unter Persian begonnen wurde und bis Herbst 2025 noch beginnen wird, steht derzeit in den Sternen. Auch wenn es schon länger Diskussionen und Gemunkel um Persians Amtsnachfolge ab 2025 gibt, hat sich doch noch niemand öffentlich erkennbar in den Startlöchern positioniert und Ambitionen angemeldet. Auch aus den Parteien heraus wurden noch keine Namen zu potenziellen Kandidaten für den Chefsessel im Schloss laut.

Voraussichtlich wird das auch erst einmal so bleiben, wahrscheinlich auch noch bis zum Sommer oder Herbst 2024. Wichtige Sachthemen werden bis dahin im Vordergrund stehen, denn davon gibt es in den letzten Amtsjahren von Dietmar Persian mehr als bis zur Wahl endgültig abgearbeitet werden können. Allein die Stadterneuerung auf der Grundlage des ISEK ist ein Mammutprozess, der bis zur kompletten Umsetzung aller Planungen eher Jahrzehnte als Jahre in Anspruch nehmen wird.

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