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Hückeswagen: Bürgerbad-Sanierung in der zweiten Jahreshälfte

Hückeswagener Verwaltung plant die Arbeiten : Bad-Sanierung in der zweiten Jahreshälfte

Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Arbeiten an der Erneuerung der maroden Leimbinder. Ende März soll der Bauantrag gestellt werden. Wenn alles gut läuft, kann ab Jahresstart 2023 wieder im Bürgerbad geschwommen werden.

Exakt ein Jahr ist es her, als bekannt wurde, dass das Dach des Bürgerbads marode ist. So marode, dass es über das Ende des zweiten Lockdowns geschlossen bleiben muss. Bei der routinemäßigen Kontrolle waren damals „altersbedingte Mängel an einigen Holzbindern der Dachkonstruktion festgestellt“ worden, hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt. Die Mängel in der Bausubstanz sind so gravierend, dass ein sicherer Badebetrieb nicht möglich ist. Betroffen sind tragende Elemente, die für die Statik des gesamten Gebäudes wichtig sind: Holzleimbinder, aus denen die Dachkuppel konstruiert ist, sogenannte Balkenschuhe, die sie halten, und Betonsockel, auf denen die Leimbinder-Konstruktion steht.

Bis Anfang Oktober sollte es dauern, bis klar war: Hückeswagen behält sein Hallenbad. Stimmte doch der Betriebsausschuss Freizeitbad einstimmig dafür, dass die Verwaltung die 1,6 Millionen Euro teure Erneuerung der Leimbinder und die übrigen notwendigen Renovierungen in Angriff nehmen kann. Der Rat bestätigte in seiner Sitzung vom 23. November den Beschluss.

 Am Betonsockel ist das Holz weggefault.
Am Betonsockel ist das Holz weggefault. Foto: Stephan Büllesbach
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„Umgehend nach dieser Sitzung wurden die umfangreichen geplanten Arbeiten mit dem Kreisbauamt abgestimmt“, berichtet Dieter Klewinghaus, Chef des Gebäudemanagements, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Sanierungsmaßnahme an den Holzbindern und den Fundamentsockeln habe erhebliche Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes und sei daher genehmigungspflichtig. „Deswegen muss die Verwaltung einen entsprechenden Bauantrag beim Kreisbauamt stellen“, erläutert Klewinghaus. Dafür muss eine Gesamtplanung eingereicht werden, die das 1974 erbaute und nach einem zweiten Brand zehn Jahre später wiederaufgebaute Bad sowie alle im Laufe der Zeit vorgenommenen Änderungen und Anbauten berücksichtigt. Klewinghaus: „Die vorhandenen Pläne müssen dafür digitalisiert und entsprechend aktualisiert werden.“

Für die notwendigen Planungsarbeiten wurde ein Architekturbüro beauftragt. Die statischen Berechnungen wurden inzwischen ebenso vergeben wie die erforderliche Prüfstatik, zudem wurde ein Brandschutzingenieur für die brandschutztechnische Stellungnahme einbezogen. „Alle Planer arbeiten derzeit mit Hochdruck an dem Projekt“, versichert der Leiter des Hückeswagener Gebäudemanagements. Von der Stadtverwaltung arbeiten neben Klewinghaus noch die Leiterin des Betriebs Freizeitbad, Michaela Garschagen, ein Architekt aus dem Gebäudemanagement und die Techniker an dem umfangreichen Projekt.

Für die Planungsphase ist das erste Quartal 2022 veranschlagt. Parallel dazu erfolgen die notwendigen Ausschreibungen der Gewerke, so dass das Bürgerbad in der zweiten Jahreshälfte saniert werden kann. Konkret heißt das: „Wir wollen im März den Bauantrag einreichen“, bestätigt der Leiter des Gebäudemanagements. Dafür würden derzeit die Architektenpläne erstellt, die Statik wird nächste Woche zum Prüfstatiker gehen. „Wir hoffen auf eine Baugenehmigung im zweiten Quartal.“ Parallel dazu würden die Arbeiten für Gerüst, Betonsanierung der Sockel und die Dacharbeiten ausgeschrieben, so dass sie dann im dritten und vierten Quartal ausgeführt werden könnten.

Zu Beginn der Arbeiten steht aber erst einmal der Aufbau des Traggerüsts in der Schwimmhalle. Das wird eine aufwendige Sache sein, denn das Traggerüst muss unter das komplette Runddach des Bürgerbads gebaut werden, das zudem so ausgerichtet und stabil ist, dass es die tonnenschwere Konstruktion halten kann. Schließlich werden die maroden Leimbinder eine Zeit lang frei schweben, wenn der Betonsockel saniert und das Holz im unteren Bereich ausgetauscht wird.

Zunächst wird, laut Klewinghaus, eine Hälfte der Halle eingerüstet, um den Materialtransport für das Gerüst so gering wie möglich zu halten. „Das Material muss von Hand in die Halle getragen werden“, sagt er und macht die Schwierigkeiten deutlich. Wenn das Gerüst steht, wird zunächst eine Hälfte der Binder und der Fundamentsockel saniert. Nach etwa drei Monaten wird das Gerüst ab- und in der anderen Hallenhälfte wieder aufgebaut. „Entscheidend für die Zeitschiene sind diese Arbeiten an der Tragkonstruktion“, betont Klewinghaus. Parallel laufen im Sommer die Dachsanierungsarbeiten und weitere Arbeiten an der Technik, „die dauern aber nicht so lange“.

Für die Sanierungsarbeiten im Bürgerbad werden nach Schätzung des Gebäudemanagements insgesamt sechs Monate benötigt – „wenn keine weiteren Überraschungen auftauchen“, schränkt Klewinghaus ein. „Wenn alles gut läuft, kann das Bad im neuen Jahr wieder eröffnen.“ Die Sauna dagegen, die im Anbau untergebracht ist, kann weiterhin genutzt werden (s. Info-Kasten). Sie war am 11. Juni vorigen Jahres wieder eröffnet worden.