Hückeswagen: Brücken in der Schloss-Stadt sind marode

Schlechte Noten für sieben Bauwerke: Hückeswagener Brücken sind marode

Viele Brücken in der Schloss-Stadt sind in schlechtem Zustand. Umfangreiche Sanierungsarbeiten stehen vorerst noch nicht an.

In der Schule hieße es: Versetzung gefährdet. Sieben Brücken sind in Hückeswagen überprüft werden. Der Zustand von fünf Brücken ist gerade noch ausreichend, bei zwei Brücken heißt es „nicht ausreichend“. Das zeigen die Ergebnisse der Brückenprüfung 2018, die im Ausschuss für Bauen und Verkehr vorgestellt wurden.

Orientiert man sich an der reinen Zustandsnote ist die Brücke Hämmern mit 3,2 das größte Sorgenkind. Ab einer Note von 3,0 sind umgehende Instandsetzungsarbeiten, Warnhinweise oder Nutzungseinschränkungen erforderlich.

Eine Schönheit ist die Brücke wahrlich nicht. Am Geländer hat der Rost weiterstgehend die Farbe verdrängt. An der Brückenhalterung verläuft ein einsames Kabel. Schon bei der letzten Prüfung 2015 erreichte die Brücke Hämmern die Note 3,2. Da keine gravierende Verschlechterung des Zustands zu erwarten ist, will die Stadt nun die Hauptprüfung im Jahr 2021 abwarten.

Das rostige Geländer der Brücke Hämmern (Zustandsnote: 3,2). Foto: RP/Marc Latsch

Das zweite Sorgenkind steht an der Wiehagener Straße. Die Brücke Wiehagener Straße - Busenberg erreichte wie schon drei Jahre zuvor die Note 3,0. Auch diese Brücke ist in die Jahre gekommen. Am Rand bröckeln langsam die Steine ab. Auch hier will die Stadt die nächste Hauptprüfung abwarten. Ab 2022 soll intensiver geplant werden. Die Zeichen stehen dann entweder auf Sanierung, Neubau oder Abbruch.

Der Gewinner der Brückenprüfung ist die Brücke Mühlenberg, die zur Gebrüder Käufer GmbH führt. Mit 2,8 wird ihr Zustand zwar auch nur als „ausreichend“ bewertet. Allerdings ist das die beste Note unter den sieben geprüften Brücken und ein deutlicher Fortschritt zu 2015. Damals erreichte die Brücke die Bewertung 3,2. Der Grund: Die Stadt hat ein neues Geländer anbringen lassen. Die Fahrbahn bröckelt derweil immer noch und ist an den Rändern mit Moos übersät.

Der Zustand der Westenbrücke gilt als gerade noch „ausreichend“ (Zustandsnote: 2,9). Foto: RP/Marc Latsch

Nur wenige Meter entfernt liegt die Westenbrücke, die als Zufahrt zu einem kleinen Wohngebiet dient. Am angrenzenden Leitungsschacht hat Rost angesetzt, das holprige Kopfsteinpflaster ist auch nicht mehr im Idealzustand. Wie 2015 heißt das im Gesamtergebnis 2,9, gerade noch ausreichend.

Die übrigen drei geprüften Brücken befinden sich allesamt im Stadtpark. Die beiden Brücken am Teich fallen vor allem durch ihren unebenen Bodenbelag auf. Besonders auf der Brücke am Teicheinlauf ist der Untergrund ein einziges Löcherlabyrinth. Ein falscher Tritt und die Verletzungsgefahr ist groß. An der Unterseite der Brücken platzt laut Stadt zudem der Beton ab und legt die Bewehrung offen. Bei der Brücke über den Brunsbach sind eher die Holzbalken das Problem. Sie sind stellenweise vermodert und an einer Seite fehlt ein Balken. Das Prüfungsergebnis ist hingegen bei allen drei Brücken identisch: 2,9.

Viele schlechte Noten also für die Brücken in der Schloss-Stadt. Doch immerhin: Alle Brücken sind standsicher und keine der Zustandsnoten hat sich in den letzten drei Jahren verschlechtert. Auch ist (noch) keine der Brücken in einem ungenügenden Zustand, bei dem kurzfristig mit erheblichen Schäden am Bauwerk zu rechnen ist. Die Sanierung der Brücken lässt sich ein wenig verschieben. Zufriedenstellen sollten die Noten „ausreichend“ und „nicht ausreichend“ allerdings nicht. Das gilt nicht nur für die Schule.

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