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Hückeswagen: Bildband regt zur Entdeckungsreise an

Hückeswagener Grafikerin erstellt Kunstbildband : Bildband regt zur Entdeckungsreise an

Die Hückeswagenerin Nicole Elsenbach gestaltete den Bildband „Kunst im Öffentlichen Raum“, der insgesamt rund 120 Kunstwerke in allen 13 Kommunen des Oberbergischen Kreises in teilweise außergewöhnlichen Perspektiven zeigt.

Zu den öffentlichen Kunstwerken in der Schloss-Stadt zählen unter anderem das Weber-Denkmal im Island, die Friedensstele auf dem Etapler Platz sowie die Installationen an der Wupper-Vorsperre. Jetzt wurden diese Kunstwerke fotografisch festgehalten und in dem neuen Bildband „Kunst im öffentlichen Raum – Oberbergischer Kreis“ veröffentlicht. Die Bilder zeigen die Stelen und Skulpturen teilweise aus einem ganz anderen Blickwinkel, als man ihn im Vorbeigehen hat.

Für das Buch hat Fotograf Joachim Gies rund 120 Kunstwerke in allen 13 Kommunen des Kreises zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten und aus ungewöhnlichen Perspektiven fotografisch beleuchtet. Für die Gestaltung des Bildbands war die Hückeswagener Grafikerin Nicole Elsenbach verantwortlich. Sie hat es geschafft, dem Buch eine Struktur zu geben, die Bilder abwechslungsreich in verschiedenen Formaten und mit den erklärenden Texten, spannend zu gestalten. „Ich habe ein Raster entwickelt, um eine Grundlage zu haben, mich darin frei zu bewegen“, sagt die Designerin, die ihre persönlichen Lieblingsbilder in dem 208-seitigen Werk schon längst auserkoren hat. „Teilweise spricht mich die Kunst an, teilweise die Art der Aufnahme“, sagt sie.

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Tatsächlich gibt es viel zu entdecken im Oberbergischen Kreis. Kunstwerke, die schwer zu finden sind oder deren Bedeutung einem bisher nicht bewusst war. Das Buch liefert dazu Erläuterungen und auch gleich die Geo-Koordinaten zum jeweiligen Standort. Gibt man die Daten ins Handy ein, wird der exakte Standort angezeigt. „Von daher kann man den Bildband auch als Reiseführer für eine Entdeckungsreise durch den Oberbergischen Kreis betrachten“, sagt Nicole Elsenbach.

Dem Fotograf Joachim Gies war es nach eigener Aussage eine Freude, die Kunst im Bergischen Land mit der Kamera zu entdecken. Kunst im öffentlichen Raum sei rund um die Uhr erlebbar, das mache sie so wertvoll. „Tag oder Nacht, Sommer wie Winter – immer wirken sie verschieden auf den Betrachter. Diese Faszination hoffe ich mit meinen Fotos weitergeben zu können“, sagt Gies.

Die Kulturhistorikerin Silke Engel hat das Projekt federführend begleitet und sich zudem intensiv mit der öffentlichen Kunst im Oberbergischen Kreis beschäftigt: „Ab den 1970er/80er Jahren entstanden im gesamten Kreis Installation von Brunnenanlagen verknüpft mit künstlerischen Skulpturen. Freistehende Skulpturen auf Marktplätzen oder in Fußgängerzonen präsentieren sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit den 2000er Jahren nehmen die Kreisverkehre Kunstwerke in ihrem Zentrum auf.“ Dazu gebe es Graffitis und eine von Rolf Zavelberg lichtinszenierte Bogenbrücke in Wipperfürth. Von Joseph Beuys inspirierte Künstlerinnen und Künstler, wie Mary Bauermeister oder Peter Rübsam seien auch mit Kunstwerken im Kreis vertreten. Diese Vielfalt wird auch in der Publikation erlebbar, erklärt die Grafikerin Nicole Elsenbach: „Das Layout der Publikation beruht auf der Idee, diese entsprechend eines virtuellen Spaziergangs durch das Oberbergische umzusetzen.“

Entstanden ist ein Gesamtwerk aller oberbergischen Kommunen. „Dieses Projekt wird die oberbergische Identität nachhaltig stärken“, ist Steffen Müller, Leiter des Kulturamts, überzeugt. Passend zum Projekt haben sich die Mitarbeitenden der Kreisverwaltung an der Wahl des Titelmotives beteiligt. Das Bild sei dabei nicht nur die Detailaufnahme eines Kunstwerks, sondern auch programmatisch für das Projekt zu sehen, sagt Nicole Elsenbach: „Das Titelmotiv zeigt einen Ausschnitt aus einem Kunstwerk. Interessanterweise bildet die Form den Buchstaben K – K wie Kunst.“ Die Kunst in der Schloss-Stadt ist mit 16 Seiten gut vertreten. „Es war ein tolles Projekt und hat sehr viel Spaß gemacht“, betont Nicole Elsenbach.

Im Schloss Homburg gibt es parallel zur Veröffentlichung der Publikation eine Sonderausstellung ausgewählter Fotografien, die noch bis mindestens Mitte Februar 2022 besucht werden kann.