Hückeswagen: BGV-Workshop zur Ahnenforschung

Hückeswagen : Auf den Spuren der eigenen Geschichte

Auf der Suche nach den Familienwurzeln waren jetzt 16 Interessierte zu einem BGV-Workshop mit Georg Palmüller rund um die Themen Genealogie und Ahnenforschung ins Berufskolleg gekommen.

Die wohl elementarste Frage, die der Mensch sich stellen kann, ist die nach der eigenen Herkunft. Wo liegen die Ursprünge der eigenen Familie? Wie weit reichen die Wurzeln zurück? Woher kommt der eigene Familienname? Und wo ist er überall auf der Welt zu finden? Fragen wie diese werden in der Disziplin der Ahnenforschung, die auch als Genealogie bezeichnet wird, behandelt. Vor etwa einem Jahr hatte der Bergische Geschichtsverein (BGV), Abteilung Hückeswagen, zu diesem Thema einen Vortrag veranstaltet. Damals stellte der Genealoge Georg Palmüller aus Kamen unter anderem die Internetseite FamilySearch.org vor. Dieses Projekt, das von der Kirche der Mormonen ins Leben gerufen wurde, bietet den Nutzern die Möglichkeit, in einer gigantischen Menge an Daten zu recherchieren. Nun fand im Bergischen Berufskolleg ein Workshop dazu statt. 16 Interessierte wollten mehr erfahren.

Die Internetseite gibt es seit 1999, der Zugriff ist kostenfrei, und die Nutzer haben Zugriff auf die Daten von mehr als vier Milliarden Verstorbenen praktisch seit Beginn der Aufzeichnungen. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte der Genealogical Society of Utah, hinter der die Mormonen stehen, ging es dann auch gleich online zur Sache. „Im ersten Teil des Workshops begeben wir uns auf die Suche nach Namen“, erläuterte Palmüller. „Ich gebe Ihnen ein Beispiel, das probieren wir gemeinsam aus – und dann können Sie auf die Suche nach Ihrem eigenen Namen gehen.“ Grundsätzlich gelte, dass nur die Daten Verstorbener in den Datenbanken zu finden seien. „Die Daten noch lebender Menschen finden sich dort nicht“, betonte Palmüller.

Im zweiten Teil wollte der Genealoge noch digitale Kirchenbücher und Suchmethoden vorstellen. Das Beispiel, das Palmüller gewählt hatte, war ein Herr Knarse aus dem Ort Bork. Dabei förderte die Datenbank direkt 110 Ergebnisse zutage. Dazu waren weitere Informationen zu sehen, etwa die Eltern oder das Taufdatum. Auch der Ursprung des jeweiligen Eintrags wurde aufgeführt, im Falle eines Herrn Johan Knarse war das ein Taufbuch aus dem Bistum Münster.

Nachdem das Theoretische geklärt war, forderte Palmüller die Workshop-Teilnehmer auf, nach eigenen Namen zu suchen. Wichtig sei zu beachten, dass die Website nicht nur die tatsächlich eingegebenen Namen suche, sondern auch ähnlich klingende. „Es gibt viele Namensvarianten in den Datenbanken, weil die Pastoren, die die Namen in die Taufbücher eintrugen, das oft nach Gehör machten“, sagte Palmüller. Viele Menschen in früheren Zeiten hätten ihre Namen schlicht nicht schreiben können, und so hätten die Pastoren eben nach Gehör schreiben müssen.

Karin Fabbricatore aus Hückeswagen war bereits beim Vortrag Palmüllers im Vorjahr dabei gewesen. Zusammen mit ihrer Schwester sei sie schon seit längerer Zeit an der eigenen Familiengeschichte interessiert. „Wir waren schon in vielen Archiven, sowohl online als auch offline vor Ort. Ich kannte die Website FamilySearch auch bereits, aber habe mich dort bislang nicht so gut zurechtgefunden“, erzählte sie. Deswegen habe sie sich direkt angemeldet, als sie von dem Workshop erfahren habe.

Für die Hückeswagenerin ist die Ahnenforschung ein Hobby, dass sie mit ihrer Schwester aus dem Grund betreibe, der Familiengeschichte näherzukommen. „Wir wollen gerne einen Stammbaum erstellen. Damit sind wir auch schon ein gutes Stück weit gekommen. Unsere Familie verzweigt sich weit in den Osten, nach Polen und Rumänien“, sagte Karin Fabbricatore. Die Suche dort sei aber alleine schon aufgrund der Sprachbarriere schwierig. Dennoch hätten die Schwestern bereits einige genealogische Verstrickungen teilweise bis ins 19. oder 18. Jahrhundert zurück ausfindig machen können. „Das ist einfach hochinteressant. Man findet da schon sehr viel – bisweilen auch Tragisches. Wenn etwa zu bestimmten Zeiten viele Kinder sehr früh gestorben sind“, berichtete die Hückeswagenerin.

Auch ihre Kinder seien an den Ergebnissen und dieser ganz persönlichen Ahnenforschung sehr interessiert. Vielleicht könne sie nach dem Workshop und der Hilfe der Mormonen-Website dem Stammbaum noch weitere Äste geben.