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Hückeswagen: Bewährungsstrafe für Drogen-Zwischenhändler

Amtgericht verurteilt ehemaligen Hückeswagener : Bewährungsstrafe für Drogen-Zwischenhändler

Der 39-jährige Russlanddeutsche stritt vor dem Amtsgericht Wipperfürth zunächst alles ab. Erst eine Einigung über das zu erwartende Strafobermaß ließ den Angeklagten seine Taten dann doch gestehen.

Mehr als 20 Kontakte konnten aus der Telefonüberwachung eines Drogendealers ermittelt werden, bei denen es sich um den illegalen Verkauf und Erwerb von Betäubungsmitteln vor mehr als zwei Jahren handelte. Die daraus entstandenen Strafverfahren arbeitet das Amtsgericht in Wipperfürth nun ab. Eine betraf einen 39-jährigen Russlanddeutschen aus Rheinland-Pfalz, der zu der Zeit der Taten in Hückeswagen gelebt hatte. Ihm wurde vorgeworfen, zwischen Februar und Mai 2018 vier Mal je 500 bis 600 Gramm Amphetamine von dem Dealer bezogen und anschließend Handel mit den Betäubungsmitteln betrieben zu haben.

Zunächst stritt der Angeklagte den Tatvorwurf ab. „Ich habe mit Drogen nichts zu tun“, sagte er aus. Wohl aber habe er bei einem Zwischendealer Schulden in Höhe von 2000 Euro gehabt. „1000 Euro habe ich ihm zurückgegeben“, sagte der Angeklagte aus. Das sei aber nicht die Bezahlung für die Betäubungsmittel gewesen.

Aufgrund der fehlenden Kooperation unterbrach der Richter die Verhandlung für eine Verständigung zwischen den Verfahrensbeteiligten (s. Info-Kasten). Währenddessen wurde eine Strafobergrenze von zwei Jahren Freiheitsstrafe zur Bewährung festgelegt, falls es zu einem Geständnis des Angeklagten komme. Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger gab der schließlich die Übergabe der Amphetamine in drei Fällen zu. Auf die Aussage des Hauptdealers, der sich im offenen Vollzug befindet und als Zeuge vor dem Gerichtssaal wartete, verzichtete das Gericht.

Der Verteidiger legte zudem ein gutes Wort für den 39-Jährigen ein. „Die Straftaten sind auf die sozialen Kontakte meines Mandanten zu den beiden Drogendealern zurückzuführen, ansonsten führt er ein straffreies Leben.“ Untermauert wurde das von dem Auszug aus dem Strafregister, der keine Eintragungen erhielt. Die Sozialprognose schätzte auch der Staatswalt positiv ein, da der Angeklagte weggezogen sei und einen festen Arbeitsplatz habe.

Das Gericht verurteilte ihn zu 20 Monaten Freiheitsstrafe, die für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wird. Da die Betäubungsmittel nicht gefunden und eingezogen werden konnten, kommt zur Bewährungsstrafe eine sogenannte Wertersatzeinziehung von 1000 Euro hinzu. Des Weiteren wird der vierfache Vater eine Geldstrafe von 1200 Euro in monatlichen Raten von 50 Euro abstottern müssen. Das Geld geht einen Verein zur Förderung der Alphabetisierung in Lindlar. Auf ein letztes Wort, das jedem Angeklagten vor der Urteilsverkündung zusteht, verzichtete der 39-Jährige.